In 30er-Zone geblitzt: Ist der Führerschein in Gefahr?
Letzte Aktualisierung am: 27. Mai 2026
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
FAQ: In 30er-Zone geblitzt
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie bei einer so geringen Geschwindigkeitsüberschreitung nicht geblitzt werden. Das liegt zum einen daran, dass Ihr Tacho meist eine leicht höhere Geschwindigkeit anzeigt, als Sie tatsächlich fahren. Zum anderen hat der Blitzer eine Messtoleranz von 3 km/h.
Grundsätzlich müssen Sie mit den gleichen Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten rechnen wie andere Fahrzeugführer. Betrug Ihre Geschwindigkeitsüberschreitung mehr als 20 km/h, haben Sie zudem einen A-Verstoß begangen und müssen mit Probezeitmaßnahmen rechnen. Handelt es sich um Ihren ersten A-Verstoß, verlängert sich Ihre Probezeit um 2 Jahre.
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der 30er-Zone wird wie jede andere Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts behandelt. Für Pkw-Fahrer sieht der Bußgeldkatalog hierfür Bußgelder zwischen 30 bis 800 Euro vor (je nach gefahrener Geschwindigkeit).
Inhaltsverzeichnis
Bußgeldrechner: Geschwindigkeitsüberschreitung
Bußgeldtabelle: Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts
Geblitzt in der 30er-Zone: Wie hoch ist das Bußgeld?

Tempo-30-Zonen dienen dazu, schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer zu schützen. Deshalb finden sie sich immer nur innerhalb geschlossener Ortschaften, vor allem in Wohngebieten und in der Nähe von Schulen oder Kindergärten. Wurden Sie in einer 30er-Zone geblitzt, haben Sie also eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts begangen. Diese wird grundsätzlich härter bestraft als außerorts. Dass Sie ausgerechnet in einer 30er-Zone geblitzt wurden, spielt hingegen keine Rolle. Der Geschwindigkeitsverstoß wird genauso behandelt, als wären Sie innerorts auf einer normalen Straße geblitzt worden.
Die Höhe des Bußgeldes sowie mögliche weitere Konsequenzen wie Punkte in Flensburg und Fahrverbote hängen davon ab, wie schnell Sie genau waren bzw. wie viel Sie über der erlaubten Geschwindigkeit drüber waren. Wurden Sie z. B. mit 40 km/h in der 30er-Zone geblitzt, haben Sie eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 10 km/h begangen. Dafür fällt nur ein Bußgeld von 30 Euro an.
Waren Sie mit mindestens 51 km/h in der 30er-Zone unterwegs, kriegen Sie mindestens einen Punkt in Flensburg. Ab einem Tempo von 61 km/h ist Ihnen auch ein Fahrverbot sicher. Gelten Sie als Wiederholungstäter – wurden Sie also innerhalb eines Jahres mindestens schon zum zweiten Mal mit mehr als 26 km/h über dem erlaubten Limit geblitzt –, kann Ihnen auch schon aber einem Tempo von 56 km/h in der 30er-Zone ein Fahrverbot auferlegt werden.
Wussten Sie, dass viele Bußgeldbescheid fehlerhaft sind? Bevor Sie hohe Bußgelder, Punkte oder gar ein Fahrverbot hinnehmen, kann es sich lohnen, Ihren Bußgeldbescheid von einem Anwalt für Verkehrsrecht prüfen zu lassen. Ein Experte kann einschätzen, ob sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid für Sie lohnt.
Fahrzeugführer profitieren von Blitzer-Toleranz und Tachovoreilung
Sind Sie nur ganz leicht über den erlaubten 30 km/h drüber, haben Sie gute Chancen, trotzdem nicht in der 30er-Zone geblitzt zu werden. Das liegt an zwei Dingen:
- Jeder Blitzer hat eine Messtoleranz von 3 km/h (bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h). Sind Sie also z. B. real mit 33 km/h unterwegs, messen die Geräte nur 30 km/h und blitzen nicht.
- Die Tachovoreilung ist gesetzlich vorgeschrieben und besagt, dass der Tacho Ihres Fahrzeugs niemals weniger anzeigen darf, als Sie tatsächlich fahren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sind die meisten Tachos deshalb so eingestellt, dass sie sogar etwas mehr anzeigen. Sehen Sie auf Ihrem Tacho im Auto z. B. 35 km/h, ist es wahrscheinlich, dass Sie in Wahrheit eher mit 30 km/h fahren.
Mehr Infos zur 30er-Zone im Video
Während der Probezeit in der 30er-Zone geblitzt

Sind Sie Fahranfänger und wurden geblitzt – egal ob in einer 30er-Zone oder anderswo innerorts –, gelten für Sie zunächst die gleichen Sanktionen wie für alle anderen Fahrzeugführer: die gleichen Bußgelder, die gleichen Punkte und die gleichen Fahrverbote.
Kritisch wird es erst, wenn Sie eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h begangen haben. Wurden Sie also in der 30er-Zone geblitzt und waren mit über 50 km/h unterwegs, hat das für Sie zusätzliche Konsequenzen. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h gilt nämlich als sogenannter A-Verstoß. Je nachdem, wie viele A- oder B-Verstöße Sie sich in der Probezeit bereits geleistet haben, müssen Sie mit unterschiedlichen Folgen rechnen:
- Zum ersten Mal einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen: Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre, Teilnahme an Aufbauseminar für Fahranfänger
- Zum zweiten Mal einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen: schriftliche Verwarnung, Empfehlung zur verkehrspsychologischen Beratung
- Zum dritten Mal einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen: Entziehung der Fahrerlaubnis
