Section Control: Temposündern auf den Fersen

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Die Abschnittskontrolle soll für mehr Sicherheit sorgen

Section Control: Das Verfahren wird vorzugsweise in Tunneln angewandt.

Section Control: Das Verfahren wird vorzugsweise in Tunneln angewandt.

Sobald ein Blitzer in Sicht ist, bremsen viele Autofahrer kurz vorher mit dem Auto ab und beschleunigen wieder, sobald sie das Messgerät hinter sich gelassen haben. Einer solchen Verhaltensweise macht Section Control jedoch einen Strich durch die Rechnung:

Geblitzt wird nicht mehr nur an einer bestimmten Stelle, sondern mehrmals auf ganzen Abschnitten. Im Anschluss wird die im Durchschnitt gefahrene Geschwindigkeit mit den gemessenen Daten ermittelt.

Einigen Autofahrern mag diese Art der Geschwindigkeitsmessung fairer vorkommen, da kurze Momente der Unachtsamkeit in der Regel nicht geahndet werden. Vielmehr kommt es auf die insgesamt zurückgelegte Strecke an.

In diesem Ratgeber können Sie nachlesen, wie die Messungen mit Section Control funktionieren, ob sie auch in Deutschland durchgeführt werden und welche Vor- und Nachteile der Strecken-Radar mit sich bringt.

Wie funktioniert Section Control?

Wie bereits erwähnt, wird bei der Messung mit Section Control nicht nur die Geschwindigkeit in einem bestimmten Moment gemessen, sondern wie schnell der Fahrer auf einem bestimmten Abschnitt durchschnittlich unterwegs war. Dieser kann bis zu fünf Kilometer lang sein.

Um Messungen mit Section Control beispielsweise auf der Autobahn durchzuführen, braucht es dazu erst einmal einen geeigneten Streckenabschnitt. Auf diesem müssen mehrere Geräte platziert werden, welche kontrollieren, ob die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde.

Dazu wird jeweils die gefahrene Geschwindigkeit an jedem Kontrollgerät gemessen. Im Anschluss kann die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt und – wenn nötig – im Anschluss ein Bußgeldbescheid an den auffällig gewordenen Autofahrer versendet werden.

Übrigens: In Österreich, Italien, Polen, den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz finden bereits seit längerem Geschwindigkeitsmessungen mit Section Control statt. In Deutschland befindet sich das neumodische System noch in der Testphase. Im Jahr 2016 wurden erstmals auf einer drei Kilometer langen Strecke in Niedersachsen Messungen mit Section Control durchgeführt. Bilanz soll nach 18 Monaten gezogen werden. Bei einem positiven Ergebnis könnten weitere Bundesländer folgen.

Section Control: Diese Vor- und Nachteile gibt es

Bei Section Control drohen erst Strafen, wenn Fahrer durchschnittlich zu schnell unterwegs waren.

Bei Section Control drohen erst Strafen, wenn Fahrer durchschnittlich zu schnell unterwegs waren.

Die Meinungen zu Abschnittskontrollen mit Section Control gehen auseinander. Einige Autofahrer halten das Verfahren für gerechter, andere fühlen sich unwohl, da über längere Strecken Fotos von ihnen geschossen werden können. Die Vor- und Nachteile bei Messungen mit Section Control erfahren Sie im Folgenden:

Vorteile

  • Geschwindigkeitsmessungen über längere Abschnitte: Bei Section Control drohen Strafen erst dann, wenn eine konsequente Ge­schwindigkeitsüberschreitung auf der gesamten gemessenen Strecke festgestellt wurde.
  • Weniger Messfehler: Da nicht nur ein Gerät verwendet wird, sondern mehrere, können die Messwerte abgeglichen werden. Die Wahr­scheinlichkeit eines Messfehlers ist hier in der Regel geringer.
  • Aufmerksamere Fahrweise: Durch Schilder werden Fahrer meist darauf hingewiesen, dass eine Messung mit Section Control vorgenommen wird. Anstatt wieder Vollgas zu geben, nachdem der Blitzer passiert wurde, müssen sie hier auf einer längeren Strecke anständig und vorausschauend fahren, um nicht gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) zu verstoßen. Dies spricht für eine höhere Sicherheit im Straßenverkehr.

Nachteile

  • Defekte Messgeräte: Selbst wenn nur ein Kontrollgerät nicht richtig funktioniert, kann dadurch das gesamte Ergebnis verfälscht werden.
  • Nicht jeder Verstoß wird geahndet: Da immer nur die Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem Auto als Anhaltspunkt genommen wird, verstößt dies an und für sich gegen die StVO. Ihr zufolge ist jede noch so kurze Geschwindigkeitsüberschreitung mit dem Auto unzulässig.
  • Datenschutz: Sollte sich jemand unerlaubt Zugriff auf die Daten verschaffen, könnten betroffene Fahrer ausspioniert und sogenannte Bewegungsprofile erstellt werden.
  • Kosten: In Österreich musste rund eine Million Euro für eine allerorts verfügbare Section Control ausgegeben werden. Ein schlichtes Radarmessgerät kostet hingegen nur ca. 165.000 Euro.
Es bleibt abzuwarten, wie die Testphase von Section Control in Niedersachsen verläuft. Bis dahin müssen Verkehrssünder in Deutschland erst einmal mit altbewährten Blitzern Vorlieb nehmen.
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