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Mit dem Handy in der Hand am Steuer erwischt?

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Wann das Handy in der Hand ein Bußgeld mit sich bringt und wann nicht

Handy in der Hand am Steuer: Wie wird diese Ordnungswidrigkeit geahndet?

Handy in der Hand am Steuer: Wie wird diese Ordnungswidrigkeit geahndet?

Um mehr als das 20-fache steigt das Risiko eines Unfalls im Straßenverkehr dem Auto Club Europa (ACE) zufolge an, wenn das Handy während der Fahrt genutzt wird. Dies scheint die meisten Autofahrer jedoch nicht davon abzu­halten, E-Mails zu lesen, SMS am Steuer zu schreiben oder einen Anruf entgegen­zunehmen und zu telefonieren.

§ 23 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) definiert das Handyverbot während der Fahrt mit dem Auto wie folgt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.“

Demzufolge müssen betroffene Fahrer nicht nur mit Sanktionen rechnen, wenn sie beim Autofahren telefonieren – auch nur das Halten vom Handy in der Hand ist am Steuer verboten. Doch droht hier wirklich die identische Strafe? Schließlich macht es einen Unterschied, ob das Handy beim Autofahren lediglich in der Hand gehalten oder ob es wirklich zum Telefonieren genutzt wird. Nicht wahr?

Der folgende Ratgeber klärt Sie darüber auf, wann das Handy in der Hand am Steuer erlaubt ist und womit Sie rechnen müssen, wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt wurden.

Handy am Steuer in der Hand und geblitzt: Was jetzt?

Grundsätzlich müssen Autofahrer mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen, wenn sie mit dem Handy in der Hand am Steuer erwischt werden. Kommt noch eine Geschwindigkeitsüberschreitung hinzu, haben sie jedoch zwei Ordnungswidrigkeiten am gleichen Ort und zur gleichen Zeit begangen.

Es handelt sich in der Regel um Tateinheit, wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt werden.

Es handelt sich in der Regel um Tat­einheit, wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt werden.

In diesem Fall wird im Verkehrsrecht von Tateinheit gesprochen. Normalerweise müssen Sie dann nicht mit zwei Strafen rechnen, sondern nur das höhere Bußgeld übernehmen, während das niedrigere wegfällt. Die Realität sieht jedoch etwas anders aus:

Die höhere Geldbuße muss meist komplett, die geringere zur Hälfte gezahlt werden, wenn Sie mit dem Handy geblitzt wurden. Mögliche Nebenfolgen aus dem Bußgeldkatalog kommen ebenfalls noch obendrauf.

Wurden Sie als Autofahrer mit dem Handy in der Hand am Steuer mit 25 km/h zu schnell innerorts geblitzt, kommen folgende Sanktionen auf Sie zu:

  • Handy am Steuer: 60 Euro, ein Punkt in Flensburg (niedrigeres Bußgeld)
  • Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit: 80 Euro, ein Punkt in Flensburg (höheres Bußgeld)
  • Insgesamt: 110 Euro, zwei Punkte in Flensburg

Wann ist das Handy in der Hand beim Autofahren erlaubt?

Wie § 23 StVO schon besagt, droht kein Bußgeld, wenn das Handy am Steuer benutzt wird und der Motor vom Auto ausgeschaltet ist. So kann das Mobiltelefon beispielsweise an einer roten Ampel hervorgeholt werden. Doch damit noch nicht genug: Das Oberlandesgericht (OLG) Köln entschied im Jahr 2014, dass das Handy in der Hand am Steuer auch unter anderen Aspekten erlaubt ist:

  • Es ging um eine Frau, die mit ihrem Sohn im Auto unterwegs war, als ihr Mobiltelefon klingelte.
  • Ihr Sohn versuchte es aus der Handtasche zu fischen, schaffte es jedoch nicht.
  • Es ist während der Fahrt nicht immer verboten, das Handy in die Hand zu nehmen.

    Es ist während der Fahrt nicht immer verboten, das Handy in die Hand zu nehmen.

  • Dementsprechend suchte die Frau während der Fahrt selbst danach, ohne den Blick von der Straße zu nehmen, fand es und reichte es – ebenfalls, ohne auf das Display zu schauen – an ihren Sohn weiter, der das Gespräch annahm.

Es wurde entschieden, dass in diesem Fall das Handy in der Hand am Steuer keine Ordnungswidrigkeit darstellt, obwohl der Motor nicht ausgeschaltet war. Die Handlung der betroffenen Frau stand jedoch in keiner Relation zum eigentlichen Zweck des Mobiltelefons.

Auch ein anderer beliebiger Gegenstand hätte anstatt des Handys weitergereicht werden können; dies hätte denselben Effekt gehabt und würde ebenfalls keinen Verstoß gegen das Verkehrsrecht darstellen (OLG Köln, Beschluss vom 7.11.2014 – III-1 RBs 284/14).
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2 Kommentare

  1. weiqing xie sagt:

    Aktenzeichen: […] von der Redaktion editiert

    Am 20.07.2017 habe ich die Bußgeldbescheid bekommen.
    Die Frage ist:
    1. Bußgeldkatalog 2017 steht 60,00 € statt 75,00 € ?
    2. Was für eine Gebühr 25,00 € ?
    Ich würde mich über Ihre Antwort sehr freuen.

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo weiqing,

      da wir leider nicht wissen, um welchen Verstoß es sich handelt, kann keine Aussage zum Bußgeld getroffen werden. 25 Euro werden als Bearbeitungsgebühr für den Aufwand der Behörde veranschlagt.

      Ihr Team von bussgeldrechner.org

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