Welche Unterlagen Sie für den TÜV mitbringen müssen

Von Mathias Voigt

Letzte Aktualisierung am: 4. Februar 2026

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

FAQ: Wichtige TÜV-Unterlagen

Welche Unterlagen brauche ich für den TÜV?

Im Regelfall benötigen Sie lediglich die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) im Original. Bei technischen Umbauten am Fahrzeug müssen Sie zusätzlich die entsprechenden Nachweise wie eine ABE oder ein Teilegutachten vorlegen.

Müssen TÜV-Papiere mitgeführt werden?

Nein. Für eine Teilnahme am Straßenverkehr müssen Sie die Unterlagen nicht mitführen. Anders sieht das allerdings beim Führerschein und der Zulassungsbescheinigung Teil 1 aus.

Drohen Sanktionen, wenn Sie für den TÜV benötigte Unterlagen nicht mitbringen?

Fehlen beim TÜV die Unterlagen, kann der Prüfer die Untersuchung nicht abschließen, wodurch Ihnen die Plakette verweigert wird. Sollten Sie dadurch die HU-Frist um mehr als zwei Monate überschreiten, drohen laut Bußgeldkatalog Geldbußen ab 15 Euro.

Für den TÜV wichtige Papiere verloren: Und nun?

Haben Sie den Fahrzeugschein verloren, müssen Sie bei der Zulassungsstelle ein Ersatzdokument beantragen, da die Prüfung ohne dieses Papier nicht möglich ist. Bei einem verlorenen HU-Bericht können Sie bei der Prüforganisation (z. B. TÜV oder DEKRA), die die Untersuchung durchgeführt hat, gegen Gebühr eine Zweitabschrift anfordern.

Welche Papiere für den TÜV?

In Deutschland ist die Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich oft einfach „TÜV“ genannt, eine gesetzliche Pflicht für jeden Fahrzeughalter. Grundlage hierfür ist § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Ziel dieser regelmäßigen Prüfung ist es, die Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit aller Fahrzeuge auf deutschen Straßen sicherzustellen.

Damit Sie bei der Prüfstelle (egal ob TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS) nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden, ist die Vorlage der richtigen Dokumente entscheidend. Ohne diese Papiere darf der Prüfingenieur die Untersuchung in der Regel nicht durchführen.

Welche Dokumente für den TÜV notwendig sind, hängt auch vom Fahrzeugtyp ab. Für ein serienmäßiges, angemeldetes Auto reicht in aller Regel die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) aus.

Gut zu wissen: Für ein abgemeldetes Auto sind die TÜV-Unterlagen andere. Da kein gültiger Fahrzeugschein existiert, müssen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) mitbringen.

Welche Unterlagen für den TÜV bei Tuning und Umbauten wichtig sind

Haben Sie Ihr Fahrzeug technisch verändert, wird es etwas komplexer. Jede Änderung am Fahrwerk, den Felgen oder der Auspuffanlage muss schriftlich dokumentiert und vor allem erlaubt sein. Sie sollten dann für den TÜV folgende Dokumente mitbringen:

  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE): Für viele Anbauteile gibt es eine ABE. Prüfen Sie vorab, ob darin eine Abnahmepflicht durch einen Sachverständigen vermerkt ist.
  • Teilegutachten: Hier ist eine Änderungsabnahme zwingend erforderlich. Der Prüfer dokumentiert den korrekten Anbau.
  • Eintragungsbestätigungen: Falls Änderungen bereits abgenommen, aber noch nicht in die Fahrzeugpapiere übernommen wurden, müssen Sie die entsprechenden Nachweise vorlegen.

Welche Unterlagen für den TÜV von Motorrad und Co. benötigt werden

Für unterschiedliche Fahrzeugtypen können neben dem Fahrzeugschein noch weitere Dokumente für den Prüfer beim TÜV wichtig sein. Dazu gehören:

Für Anhänger

  • Fahrzeugschein: Auch Anhänger sind eigenständige Fahrzeuge und benötigen eine HU.
  • Tempo-100-Bestätigung: Falls Ihr Anhänger eine Zulassung für 100 km/h hat, sollte das entsprechende Gutachten vorliegen, falls die Eintragung im Schein nicht eindeutig ist.

Für Motorräder

  • ABE für Sonderzubehör: Besonders bei Austausch-Auspuffanlagen (ohne E-Prüfzeichen) oder Sonderlenkern ist die ABE Pflicht.

Für Wohnmobile und Gasfahrzeuge

  • Prüfbuch für Flüssiggas-Anlagen: Bei Fahrzeugen mit Gasanlage (auch Kochstellen im Camper) ist eine gültige Gassystemprüfung (GSP) bzw. Gasanlagenprüfung (GAP) Voraussetzung für die HU-Plakette.

Was passiert, wenn Unterlagen fehlen?

Fehlen die notwendigen Papiere, kann der Prüfer die Identität des Fahrzeugs oder die Zulässigkeit von Umbauten nicht zweifelsfrei feststellen. Die Folge: Keine Plakette. Zudem drohen bei Polizeikontrollen Verwarnungsgelder, wenn Sie Dokumente wie den Fahrzeugschein nicht mitführen.

Unserer Tabelle können Sie entnehmen, welche Sanktionen drohen, wenn Sie ohne gültige TÜV-Plakette am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen:

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
TÜV überziehen (Motorrad, Auto, Anhänger)
… um 2 bis 4 Monate15 €eher nicht
… um 4 bis 8 Monate25 €eher nicht
… um mehr als 8 Monate60 €1Hier prüfen **
TÜV überziehen (Lkw über 7,5 Tonnen und Busse)
… um bis zu 2 Monate15 €eher nicht
… um 2 bis 4 Monate25 €eher nicht
… um 4 bis 8 Monate60 €1Hier prüfen **
… um mehr als 8 Monate75 €1Hier prüfen **
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Über den Autor

Mathias Voigt (Rechtsanwalt)
Mathias Voigt

An der juristischen Fakultät in Rostock absolvierte Mathias Voigt sein Jura-Studium. Im Anschluss verschlug es ihn für sein Referendariat nach Nordrhein-Westfalen. Seit 2013 ist er als Rechtsanwalt in Deutschland zugelassen und ist unter anderem im Verkehrsrecht tätig.

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