Anhänger überladen: Berechnung und Bußgelder

Von Dr. Philipp Hammerich

Letzte Aktualisierung am: 4. Februar 2026

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Bußgeldtabelle

Überladung eines Kfz (zGG bis 7,5 Tonnen) oder eines Anhängers (zGG bis 2 Tonnen)Buß­geldPunk­teLohnt ein Einspruch?
...um über 5 %10 €eher nicht
...um über 10 %
30 €eher nicht
...um über 15 %35 €eher nicht
...um über 20 %95 €1Hier prüfen **
...um über 25 %140 €1Hier prüfen **
...um über 30 %235 €1Hier prüfen **

Bußgeldrechner

FAQ: Anhänger überladen

Um wie viel kg darf ein Anhänger überladen sein?

Es gibt keine gesetzliche Toleranz für das zulässige Gesamtgewicht. Dieses darf grundsätzlich nicht überschritten werden. Ein Verwarnungsgeld wird in der Praxis jedoch meist erst ab einer Überladung von mehr als 5 Prozent verhängt.

Was passiert, wenn der Anhänger überladen ist?

Neben der Gefahr von Unfällen durch verlängerte Bremswege und Instabilität drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg sowie die Untersagung der Weiterfahrt durch die Polizei. Außerdem kann, wenn Sie den Anhänger überladen, ein Schaden am Kfz entstehen.

Welche Strafe droht bei einem Anhänger, der überladen ist?

Ist Ihr Anhänger überladen, reicht die Strafe von 10 € Verwarnungsgeld (ab 5 %) bis zu 235 € Bußgeld und einem Punkt in Flensburg (ab 30 %). Weitere Bußgelder führen wir hier auf.

Wie finde ich heraus, ob mein Anhänger überladen ist?

Wenn Sie die Überladung vom Anhänger berechnen möchten, müssen Sie verschiedene Faktoren beachten.
Wenn Sie die Überladung vom Anhänger berechnen möchten, müssen Sie verschiedene Faktoren beachten.

Um herauszufinden, ab wann Ihr Anhänger überladen ist, sollten Sie das zulässige Maximalgewicht kennen. Das zulässige Gesamtgewicht unterscheidet sich je nachdem, welche Art von Anhänger Sie besitzen.

Ein ungebremster Anhänger hat meist ein zGG (zulässiges Gesamtgewicht) von 750 kg. Ein gebremster Anhänger hat mit 3,5 Tonnen ein deutlich höheres zGG. Um sicherzugehen, wie hoch das maximale Gesamtgewicht Ihres Anhängers ist, können Sie den Wert im Fahrzeugschein des Anhängers (Feld F.1 bzw. F.2) prüfen.

Das Gesamtgewicht setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem Leergewicht des Anhängers und dem Gewicht der Ladung. Das Leergewicht des Anhängers ist ebenfalls in der Zulassungsbescheinigung vermerkt, in diesem Fall in der Zeile G. Bei der Berechnung der Gesamtmasse dürfen Sie dieses Leergewicht also nicht vergessen, da der Anhänger sonst schnell überladen ist.

Zum Beispiel: Ihr ungebremster Anhänger hat ein Leergewicht von 150 kg. Füllen Sie diesen mit Baumaterial, welches 700 kg wiegt, übersteigt das Gewicht die zulässige Gesamtmasse um 100 kg, also um ungefähr 13 %. Damit der Anhänger nicht überladen ist, dürften Sie also maximal 600 kg Baumaterial transportieren.

Nicht vergessen: die Anhängelast des Zugfahrzeugs

Gibt es, wenn der Anhänger überladen ist, eine Toleranz, die abgezogen wird?
Gibt es, wenn der Anhänger überladen ist, eine Toleranz, die abgezogen wird?

Auch Ihr Auto hat eine gesetzliche Obergrenze für das Gewicht, das es ziehen darf. Diese sogenannte Anhängelast darf, genauso wie das zGG des Anhängers, nicht überschritten werden. Bei einem Verstoß drohen die gleichen Bußgelder wie bei einer Überladung des Anhängers selbst.

Diese Werte finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I:

  • Feld O.1: Technisch zulässige Anhängelast gebremst (für Anhänger mit eigener Auflaufbremse)
  • Feld O.2: Technisch zulässige Anhängelast ungebremst (für leichte Anhänger ohne eigene Bremse)

Auch so könnten Sie unbewusst einen Verstoß begehen. Leihen Sie sich zum Beispiel einen ungebremsten Anhänger. Dieser darf laut seinen eigenen Papieren bis zu 750 kg wiegen. Ihr Pkw hat jedoch in der Zulassungsbescheinigung nur eine Anhängelast von 600 kg eingetragen. Mit Baumaterialien von 750 kg ist der Anhänger zwar nicht überladen, die zulässige Anhängelast Ihres Autos aber schon – und zwar um 25 %.

Spielen die Stützlast und Ladungssicherung auch eine Rolle?

Neben dem reinen Gewicht sind die Verteilung der Ladung und deren Sicherung von wichtiger Bedeutung. Um Unfälle zu vermeiden, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Schwere Gegenstände gehören immer über die Achse des Anhängers. Eine Beladung zu weit hinten hebt das Zugfahrzeug hinten aus und führt zu gefährlichem Pendeln
  • Die Stützlast maximal nutzen, aber keinesfalls überschreiten. Zu wenig Stützlast macht das Gespann instabil, während zu viel davon, die Vorderachse des Kfz entlastet
  • Nutzen Sie Spanngurte und Antirutschmatten zur Ladungssicherung. Eine ungesicherte Ladung kann schon bei einer Vollbremsung zum Geschoss werden oder das Gespann zum Umkippen bringen.

Um wie viel Prozent darf man den Anhänger maximal überladen?

Ist Ihr Anhänger überladen, droht ein Bußgeld zwischen 10 € und 235 €.
Ist Ihr Anhänger überladen, droht ein Bußgeld zwischen 10 € und 235 €.

Grundsätzlich gilt, dass das Maximalgewicht des Anhängers nicht überschritten werden darf. Bei einer Kontrolle zieht die Polizei von dem gemessenen Ergebnis oft eine Toleranz (meist 3 %) ab, um Messungenauigkeiten der Waage auszugleichen. Der Bußgeldkatalog sieht in der Regel erst ab einer Überladung von mehr als 5 Prozent ein Verwarnungsgeld vor.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie pauschal 5 Prozent mehr laden dürfen. Werden Sie mit 3 Prozent zu viel gestoppt, kann die Polizei Sie theoretisch mündlich verwarnen. Ist der Anhänger überladen, kann die Weiterfahrt so lange untersagt werden, bis das Gewicht stimmt.

Bußgelder und weitere Sanktionen bei der Überladung des Anhängers

Stellt die Polizei fest, dass der Anhänger überladen ist, fallen Kosten zwischen 10 € und 235 € an. In erster Linie wird geprüft, um wie viel Prozent der Anhänger das Maximalgewicht überschreitet. Zwischen 5 % und 20 % werden Sie mit einem Bußgeld geahndet. Ab 20 % kommt sogar ein Punkt in Flensburg hinzu. Die genaue Höhe der Bußgelder fasst diese Infografik zusammen.

Was passiert, wenn der Anhänger überladen ist?

Wenn Sie Ihren Anhänger überladen, stellt dies eine Gefahr für den Straßenverkehr dar. Sie begeben somit nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Die Überladung des Anhängers beeinträchtigt die Sicherheit folgendermaßen:

  • Verlängerter Bremsweg: Die überschüssige Masse schiebt beim Bremsen gewaltig nach, die sogenannte Schubwirkung. Die Bremsanlage des Autos wird überfordert und der Anhalteweg verlängert sich.
  • Verlust der Lenkfähigkeit: Ein überladener Anhänger hebelt die Vorderachse des Zugfahrzeugs aus. Die Vorderräder verlieren somit ihre Bodenhaftung, wodurch Ihre Lenkbefehle kaum noch umgesetzt werden.
  • Instabilität & Pendeln: Die Geschwindigkeit, ab der ein Anhänger zu schlingern beginnt, sinkt bei einer Überladung schnell ab. Gerät der überladene Anhänger ins Pendeln, entstehen hohe Querkräfte, welche das Zugfahrzeug von der Straße drücken.
Die Überladung bei einem Pkw-Anhänger führt schnell zu einem Unfall.
Die Überladung bei einem Pkw-Anhänger führt schnell zu einem Unfall.

Neben den Sicherheitsrisiken entstehen möglicherweise technische Schäden am Pkw, wenn der Anhänger überladen wird. Dazu gehören:

  • Kupplung & Antrieb: Beim Anfahren muss die Kupplung Schwerstarbeit leisten und verschleißt. Auch das Getriebe und die Antriebswellen leiden unter der enormen Zuglast.
  • Fahrwerk & Karosserie: Die Hinterachse und Stoßdämpfer werden oft bis zum Anschlag zusammengedrückt. Dies kann zu Federbrüchen führen.
  • Überhitzung: Bei Bergfahrten droht dem Motor der Hitzetod, da das Kühlsystem für diese Dauerlast nicht ausgelegt ist.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (45 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading ratings...Loading...

Über den Autor

Dr. Philipp Hammerich (Rechtsanwalt)
Dr. Philipp Hammerich

Dr. Philipp Hammerich absolvierte nach einem abgeschlossenen Studium an der Universität in Hamburg das Referendariat beim OLG in Hamburg. Er promovierte beim damaligen Richter am BVerfG, Prof. Dr. Hoffmann-Riem. Mit seiner Expertise klärt er Verbraucher u. a. über ihre Rechte im Bußgeldverfahren auf.

Bildnachweise

** Anzeige
Verfasse einen neuen Kommentar