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B-Verstoß: Was Sie wissen sollten

B-Verstoß: Was ist das?

Fahranfänger, die ihre Fahrerlaubnis gerade erst erworben haben, befinden sich zunächst einmal noch in der sogenannten Probezeit. Diese dauert in der Regel zwei Jahre und beginnt mit dem Tag der bestandenen praktischen Fahrprüfung.

Verstöße in der Probezeit: ein B-Verstoß ist weniger schwerwiegend.

Verstöße in der Probezeit: ein B-Verstoß ist weniger schwerwiegend.

Bei dieser Fahrerlaubnis auf Probe sind die gesetzlichen Vorgaben durch das Fahrerlaubnisrecht der Straßenverkehrsordnung (StVO) meist strenger als bei erfahreneren Kfz-Führern. Das hat zum Ziel, besonders junge Fahrer für ein umsichtiges Fahren zu sensibilisieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Verstöße innerhalb der Probezeit werden in zwei unterschiedliche Kategorien aufgeteilt: A-Verstöße und B-Verstöße. Während ein A-Verstoß meist schwerwiegender in seiner Art und damit auch den Folgen ist, umfasst ein B-Verstoß eher weniger schwerwiegende Vergehen. Bei einem B-verstoß liegt eine weniger starke Gefährdung des Straßenverkehrs vor.

B-Verstoß: Welche Arten gibt es?

  • unbefugte Benutzung eines Kraftfahrzeugs
  • Erlöschen der Betriebserlaubnis (seit 01.03.2007-zuvor A-Verstoß)
  • Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern oder Radfahrern beim Abbiegen
  • Gefährdung oder Behinderung von Personen in Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel
  • Kennzeichenmissbrauch
  • ungenügendes Absichern eines liegen gebliebenen Fahrzeuges mit Gefährdung Anderer
  • verbotenes Parken auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen
  • Termin zur Sicherheitsprüfung um mehr als 8 Monate überzogen
  • mit abgefahrenen Reifen gefahren
  • Gefährdung oder Behinderung von Schulkindern an einem haltenden Schulbus
  • Fahren ohne Winterreifen bei Schnee/ Eis oder Glätte
  • Mitnahme von Kindern ohne Kindersitz
  • Behinderung von Feuerwehr, Notarzt oder Polizei

Sanktionen bei B-Verstößen

Während A-Verstöße als schwerwiegende Vergehen im Straßenverkehr zum Teil sehr streng geahndet werden, sieht es bei B-Verstößen anders aus. Ein B-Verstoß in der Probezeit wird meist mit einem Verwarngeld in Höhe bis 55 Euro bestraft. Ein A-Verstoß hingegen wird in der Regel mit einem Bußgeld ab 60 Euro geahndet.

Zwei B-Verstöße werden als A-Verstoß geahndet; es droht dann nicht nur ein Bußgeld.

Zwei B-Verstöße werden als A-Verstoß geahndet; es droht dann nicht nur ein Bußgeld.

Doch Vorsicht! Begehen Fahrneulinge schon zweimal einen B-Verstoß in der Probezeit, werden diese wie ein A-Verstoß gewertet und sanktioniert. In diesem Fall drohen dem Fahranfänger neben dem Bußgeldbescheid auch Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot. Außerdem wird die Probezeit um weitere zwei Jahre verlängert und die Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar steht ins Haus. Dieses Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF) wird an lizensierten Fahrschulen durchgeführt und kostet in der Regel zwischen 200 und 400 Euro.

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit ist immer ein A-Verstoß. Wird geblitzt, führen aber erst Tempoübertretungen ab 21 km/h zur Verlängerung der Probezeit. Tempolimit-Verstöße werden streng geahndet, damit der Fahranfänger das vorsichtige Fahren lernt.

Erneute Verstöße nach dem Aufbauseminar

Bei mehrmaligem B-Verstoß droht die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Bei mehrmaligem B-Verstoß droht die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Begeht der Fahranfänger, nachdem er sich schon einen A-Verstoß bzw. zweimal einen B-Verstoß geleistet hat, erneut ein Vergehen in diesem Bereich, muss er mit anderen Konsequenzen rechnen. In diesem Fall droht neben einer Verwarnung auch die Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung. Diese soll dann innerhalb von zwei Monaten absolviert werden, ist aber nicht verpflichtend. Liegt ein weiterer A-Verstoß (bzw. zwei weitere B-Verstöße) vor, kommt es zu einer Entziehung der Fahrerlaubnis; der Führerschein muss dann abgegeben werden. Eine Sperrfrist folgt, in der der Fahranfänger auf den Führerschein und das Autofahren verzichten muss. Erst drei Monate vor Ablauf der Frist kann ein Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden.

Ganz junge Fahranfänger beim Modell „Begleitetes Fahren“, können schon mit 17 Jahren eine Fahrerlaubnis erwerben, müssen aber mit Begleiter fahren. Für sie gelten bezüglich der Verstöße die gleichen Vorgaben wie für andere Fahranfänger in der Probezeit.

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4 Kommentare

  1. Julien sagt:

    Ich wurde in der Probezeit mit dem handy am Steuer angehalten,ich habe ein bußgeld von 100 euro bekommen und 1 Punkt.
    2 Wochen später ist ein Brief gekommen mit der aufvorderung an einem aufbauseminar teil zu nehmen und meine Probezeit würde um 2 jahre verlängert werden.
    Dies ist mein erster verstoß,und so viel ich weiß ist es ein B verstoß oder hat sich da was geändert?

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Julien,
      seit Oktober 2017 handelt es sich beim Tatbestand „Handy am Steuer“ um einen A-Verstoß, welcher die Verlängeurng der Probezeit nach sich zieht.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  2. Jalil R. sagt:

    Guten Tag, ich besetze ein Auto aber das Fährt meiner Bruder, nur Versicherung läuft auf seine Name, wir Beide sind in der Probezeit , er hat vor drei Wochen in einer behinderte Parkplatz mehr als 60 min geparkt und nun bekam ich einen Berief von der höhe 35 Euro. ( §§ 56, 57 OWiG )
    beeinflusst das die Probe Zeit oder nicht ?
    über Ihre Antwort freue ich mich sehr!
    Mit freundlichen Grüßen
    Jalil R.

    • Bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Jalil R.,

      wenn Sie nicht gefahren sind, können Sie Einspruch einlegen. Park-Verstöße sind in der Regel B-Verstöße und haben erst ab dem zweiten B-Verstoß Auswirkungen auf die Probezeit.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

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