Ab wann liegt Fahrerflucht vor?

Wenn der Tatbestand erfüllt ist, drohen Konsequenzen

Fahrerflucht: Ab wann gilt der Straftatbestand als erfüllt?
Fahrerflucht: Ab wann gilt der Straftatbestand als erfüllt?

Fahrerflucht zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Haben Sie sich – ohne sich um Unfallopfer oder Schäden zu kümmern – von einem Unfallort entfernt, so kann laut Strafgesetzbuch eine Freiheits- oder Geldstrafe auf Sie zukommen.

Zusätzlich ist es möglich, dass Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot oder gar der Entzug vom Führerschein nach der Unfallflucht drohen.

Aber wann ist der Tatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort eigentlich genau erfüllt? Und in welchen Fällen ist es möglich, dass Sie straffrei davonkommen? Erfahren Sie mehr im folgenden Ratgeber zur Unfallflucht.

FAQ: Ab wann liegt Fahrerflucht vor?

Ab wann ist der Tatbestand der Fahrerflucht erfüllt?

Fahrerflucht liegt vor, wenn sich ein Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt, bevor seine Person und seine Beteiligung an dem Unfall festgestellt wurden (durch die Polizei oder den anderen Unfallbeteiligten). Auch wenn er es versäumt hat, eine angemessene Wartezeit am Unfallort zu verbleiben, um das Erscheinen des anderen Unfallbeteiligten abzuwarten, liegt Fahrerflucht ab.

Ich habe ein Auto beschädigt und der Besitzer ist abwesend. Wie lange bin ich zum Warten verpflichtet?

Das Gesetz definiert nicht, was genau unter einer „angemessenen Wartezeit“ zu verstehen ist. Was die Gerichte als angemessen erachten, hängt von verschiedenen Faktoren wie z. B. Tageszeit, Witterung, Schwere der Schäden und Ort ab. Je nach Einzelfall wird von 20 bis 60 Minuten ausgegangen.

Wann gilt eine Person als Unfallbeteiligter und kann sich somit der Fahrerflucht schuldig machen?

Unfallbeteiligte sind Personen, die mit ihrem Verhalten zum Unfall beigetragen hat. Ein Zeuge gilt somit nicht als Unfallbeteiligter und darf sich ohne weiteres vom Unfallort entfernen.

Ab wann ist es Fahrerflucht?

In § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) ist niedergeschrieben, ab wann ein Entfernen vom Unfallort als Fahrerflucht ausgelegt werden kann. Demnach macht sich derjenige am Crash Beteiligte der Fahrerflucht schuldig, der entweder anderen Unfallbeteiligten seine Personalien nicht hinterlässt oder keine gewisse Wartezeit erfüllt hat.

Zusätzlich gilt auch dann der Tatbestand der Fahrerflucht als erfüllt, wenn die Polizei nach einer gewissen Wartezeit vom Unfallverursacher nicht über den Schaden benachrichtigt wurde. Als am Unfall beteiligt ist jede Person anzusehen, die mit ihrem Verhalten zum Crash beigetragen hat.

Das bedeutet: Hat beispielsweise der Beifahrer ins Lenkrad gegriffen, so ist auch er ein Unfallbeteiligter. Entfernen sich sowohl Fahrer als auch Beifahrer vom Unfallort, so können beide dem Tatbestand der Fahrerflucht unterliegen.

Um den Unfall zu melden, können Sie entweder persönlich bei der Polizei vorstellig werden oder auch anrufen. Es ist nur wichtig, dass Sie Ihre Personalien angeben. Bei einem Parkschaden einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen, ist nicht ausreichend.

Fahrerflucht: Ab wann fällt die Strafe milder aus?

Ab wann liegt Fahrerflucht vor? Wenn Sie beschuldigt werden, sollten Sie sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden.
Ab wann liegt Fahrerflucht vor? Wenn Sie beschuldigt werden, sollten Sie sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden.

Im StGB ist allerdings auch festgehalten, in welchen Fällen das unerlaubte Entfernen vom Unfallort – also die Unfallflucht – milder bestraft wird.

Es gilt laut § 142 Absatz 4 StGB:

Das Gericht mildert […] die Strafe […] oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht.

Die Strafe kann also milder ausfallen, wenn sich Unfallbeteiligte zwar nicht direkt, aber innerhalb eines vollen Tages bei der Polizei melden, um ihre Personalien aufzugeben. Allerdings ist dies nur in solchen Fällen möglich, in denen keine Personen zu Schaden kamen oder der Blechschaden nicht allzu groß ist. Vornehmlich gilt eine Strafmilderung also nur bei Fahrerflucht mit einem Bagatellschaden.

Ab wann gilt es, bei Fahrerflucht einen Anwalt einzuschalten?

Grundsätzlich sollten Sie sich immer einen Rechtsbeistand holen, wenn Sie der Fahrerflucht beschuldigt werden. Denn: Die Strafen für diesen Tatbestand sind zu hoch und gravierend, als dass Sie den Sachverhalt auf die leichte Schulter nehmen sollten. Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Sie beraten und Ihnen zur Seite stehen.

Eventuell ist es ebenfalls möglich, dass er Ihnen eine Strafmilderung verschafft. Sollte der Schaden nicht allzu groß sein und haben Sie sich rechtzeitig bei der Polizei gemeldet, kann eine mildere Strafe bei Unfallflucht möglich sein.

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