Starthilfe geben: Anleitungen zum Überbrücken mit Kabel und Powerbank

Von bussgeldrechner.org, letzte Aktualisierung am: 31. Januar 2023

Leere Batterien als häufiger Grund für Startprobleme des Motors

Ist die Autobatterie entladen, benötigt der Motor eine Starthilfe.
Ist die Autobatterie entladen, benötigt der Motor eine Starthilfe.

Gerade in der kalten Jahreszeit braucht so manches Auto Starthilfe, weil die Batterien unter den Niedrigtemperaturen leiden. Doch was gut gemeint ist, kann gehörig nach hinten losgehen. Um erhebliche Schäden an Ihrem Auto zu vermeiden, müssen Sie die Starthilfekabel richtig anschließen. Verglichen mit der alten Überbrückungs-Methode für das Auto ist die Starthilfe mit einer Powerbank dagegen unkompliziert. In unserem Ratgeber finden Sie Schritt-für-Schritt – Anleitungen für beide Methoden. Um nicht häufiger mit Startschwierigkeiten kämpfen zu müssen, lohnt es sich außerdem, der Ursache des Problems auf den Grund zu gehen.

FAQ: Starthilfe

Welches Starterkabel benötige ich?

Die Kabel sind für die Starthilfe von herausragender Bedeutung, hier sollten Sie nicht an der Qualität sparen. Achten Sie darauf, ein Produkt mit der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 zu verwenden. Die Länge sollte ein Mindestmaß von 3 Metern aufweisen. Der passende Querschnitt der Kabel hängt davon ab, ob das Fahrzeug mit Diesel oder Benzin betrieben wird. Kabel für Benziner weisen idealerweise mindestens 16 mm2 auf, für Dieselfahrzeuge sind mindestens 25 mm2 nötig. Beide Polzangen sollten lückenlos mit Kunststoff überzogen sein.

Wie schließe ich ein Starthilfekabel richtig an?

Das rote Kabel an den Pluspol des Energie spendenden Autos klemmen, dann an den Pluspol des schwächelnden Wagens. Nun das schwarze Kabel an den Minuspol des Empfängerautos und auf der anderen Seite an einem Massepunkt abseits der Batterie des Empfängerfahrzeugs klemmen.
Um einer Autobatterie Starthilfe zu geben, ist das nicht die einzige Voraussetzung. Über den Kabelanschluss hinaus sind in der Vorbereitung und im weiteren Verlauf weitere wichtige Hinweise zu beachten. Mehr dazu in unserer Anleitung.

Video: Richtig Starthilfe geben

Für die Starthilfe braucht es nicht immer einen Fachmann. Welche Fehler Sie aber vermeiden sollten, erklärt dieses Video.

Anleitung: Richtig Starthilfe geben

Sie haben ein Energie spendendes Auto organisiert und möchten loslegen. Ehe Sie Starthilfe an Autos erhalten oder geben, sollten Sie sich unbedingt mit dem Handbuch Ihres Equipments und Ihres Fahrzeugs vertraut machen und die dort gegebenen Hinweise beachten.

Jetzt können Sie die Autos nah aneinander positionieren. Im nächsten Schritt vergewissern Sie sich, dass alle möglichen Energieverbraucher in Ihrem Auto aus sind. Im öffentlichen Straßenverkehr sollten Sie außerdem ein Warndreieck aufstellen und eine Warnweste tragen.

Bei der Starthilfe kommt es darauf an, die Ladekabel richtig an die Autobatterie anzuschließen.
Bei der Starthilfe kommt es darauf an, die Ladekabel richtig an die Autobatterie anzuschließen.
  • Bevor Sie die Starthilfe mit dem eigentlichen Ladevorgang beginnen, klemmen Sie die Batterie ab. Dadurch wird der Stromkreis des Autos unterbrochen. Schäden an der Elektronik werden vorgebeugt. Dazu zunächst das (schwarze oder blaue) Kabel am Minuspol der Batterie abklemmen. Hierfür lösen Sie mit Hilfe eines passenden Schraubenschlüssels die Mutter der Polklemme. Anschließend lösen Sie die Polklemme vom Pol. Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Minuspol, der meist über ein rotes Kabel verfügt.
  • Das rote Kabel wird an die Batterie des Spenderfahrzeugs angeschlossen. Wichtig: Der Anschluss muss am Pluspol erfolgen. Dieser ist mit einem (+) gekennzeichnet.
  • Das rote Kabel wird an den Pluspol des zweiten Fahrzeugs angeschlossen.
  • Erst im nächsten Schritt nehmen Sie das schwarze Kabel zur Hand und schließen es an den Minuspol der Batterie des Spenderautos an.
  • Nun schließen Sie das andere Ende des schwarzen Kabels an einem Massepunkt abseits der Batterie des Empfängerfahrzeugs an. Existiert kein extra dafür vorgesehener Kontakt am Motorblock, kann die Verbindung an einem unlackierten Metallteil vorgenommen werden.
  • Den Motor des Spenderfahrzeugs starten und 5-10 Minuten laufen lassen, ehe Sie ihn wieder ausmachen.
  • Versuchen Sie, den Motor des Empfängerfahrzeugs zu starten, um zu testen, ob die Batterie Starthilfe erhalten hat. Bei Erfolg starten Sie auch den Motor des Spenderfahrzeugs. Dazu sollten aber nicht mehr als fünf Versuche getätigt werden.
  • Aktivieren Sie bei weiter laufendem Motor einen starken Energieverbraucher im Spenderfahrzeug, zum Beispiel die Lüftung oder das Licht.
  • Kabel in folgender Reihe entfernen: Zuerst das schwarze Kabel vom Spenderfahrzeug entfernen, dann erst vom Empfängerauto. Wiederholen Sie den Vorgang mit dem roten Kabel.
  • Schalten Sie die Energieverbraucher des Empfängerfahrzeugs wieder aus. Der Motor bleibt weiter an.
  • Zeigt Ihnen das Empfängerfahrzeug keine außergewöhnlichen Fehlermeldungen an, fahren Sie 20 Minuten, um die Batterie wieder aufzuladen.
  • Für wenige Minuten zusätzlich einige Verbraucher starten.

Wichtig: Das zweite Ende des schwarzen Kabels keinesfalls mit dem Minuspol des Empfängerfahrzeugs verbinden.

Ohne Spenderauto Starthilfe geben: Das Auto mit einer Powerbank starten

Die Starthilfe ohne Kabel anschließen ist nicht möglich. Steht kein Spenderauto zur Verfügung, kann das Auto aber eine Starthilfe per Powerbank erhalten. Eine Powerbank fürs Auto wird mitunter auch als Jumpstarter oder Schnellstartsystem bezeichnet. Damit der Powerbank-Akku stark genug ist, sollte er vor Beginn voll aufgeladen sein. Dazu wird die Powerbank einfach an eine Steckdose angeschlossen.

Die Startkabel werden in der Regel mit der Powerbank geliefert. Sie sind an eine mit (+) und (-) gekennzeichnete Öffnung am Gerät angeschlossen. Für die Powerbank-Starthilfe wie folgt vorgehen:

Das rote Starthilfekabel: Die Kabelzange wird an den Pluspol angeschlossen.
Das rote Starthilfekabel: Die Kabelzange wird an den Pluspol angeschlossen.
  1. Akkuladestand der Powerbank überprüfen, wenn nötig aufladen.
  2. Ladekabel an die Powerbank anschließen.
  3. Das rote Kabel an den Pluspol der Autobatterie anschließen.
  4. Das schwarze Kabel an einen Massepunkt oder ein unlackiertes Metallteil im Motorraum anschließen. Direkten Kontakt zwischen Kabelklemme und Batterie vermeiden.
  5. Die Powerbank starten.
  6. Den Motor des Fahrzeugs starten.

Wie die Autobatterie kann auch die Batterie der Powerbank durch Kälte Schaden nehmen. Lagern Sie sie deshalb nicht im kalten Auto oder Keller, sondern bei Zimmertemperatur.

Welche Starthilfe-Powerbank ist die beste?

Die wichtigsten Eigenschaften einer zuverlässigen Starthilfe-Powerbank sind Akku-Kapazität und Leistung. Für die Leistung empfiehlt sich ein Modell ab 600 Ampere Spitzenstrom, um damit auch Dieselfahrzeuge und Benziner mit viel Hubraum starten zu können. Die Akku-Kapazität erreicht nicht immer die Angaben der Hersteller. Für die Starthilfe empfiehlt sich daher ein Modell, dessen Akku die eigenen Bedürfnisse etwas übertrifft.

Mögliche Ursachen für Batterieschwäche

Die möglichen Ursachen für eine schwache Autobatterie sind zahlreich. Insbesondere wenn unklar ist, warum sich der Motor nicht starten lässt, ist eine Autoreparatur in der Werkstatt die sicherste Lösung. Womöglich versagt ihr PKW trotz Starthilfe, weil die Autobatterie nicht nur leer, sondern defekt ist.

Einige klassische Gründe für Batterie-Versagen lassen sich jedoch benennen:

  • Kälte: Gerade ältere Autos können im Laufe der Jahre Verschleißerscheinungen aufweisen. Das gilt auch für die Batterie. Kommt noch Kälte hinzu, kann unter Umständen nicht mehr genug Strom aus der Batterie entnommen werden.
  • Fahrten auf kurzer Strecke: Nach dem Beginn einer Autofahrt bedarf es Zeit, in der sich die Akkus bei laufendem Motor wieder aufladen können. Kann der energieaufwendige Start auf Grund regelmäßiger Kurzstreckenfahrten nicht ausreichend ausgeglichen werden, nimmt die Batterieleistung schrittweise ab.
  • Verbraucher: Zahlreiche Bestandteile eines Autos werden von der Batterie mit Energie versorgt. Bei älteren Fahrzeugen kann ein eingeschaltetes Licht, das auch bei Tageslicht dauerhaft leuchtet, die Batterieschwäche verursachen. Aber auch vergessene Beleuchtung im Kofferraum oder Handschuhfach leeren die Batterie langsam aber sicher.

Auch andere defekte Teile, wie die Lichtmaschine oder Keilriemen, können Batterieprobleme verursachen. Ungewöhnliche Autogeräusche wie Quietschen können Hinweis auf ein tieferliegendes Problem geben. Suchen Sie in solchen Fällen am besten eine Werkstatt auf.

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