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Welchen Geschwindigkeitsindex hat mein Reifen?

Tatbe­standBuß­geldPunkteSonstiges
Ge­schwin­digkeits- oder Last­index unter­schrit­ten50 €Betrieb­serlaubnis erlischt, Fahrzeug wird sofort still­gelegt, Fahrzeug muss kosten­pflichtig beim Sach­verstän­digen vorgeführt werden
... mit Gefähr­dung90 €1Ver­sicherungs­schutz erlischt

Verkehrssicherheit und Geschwindigkeitsindex

Welchen Geschwindigkeitsindex Ihre Reifen haben sollten, können Sie in den Fahrzeugpapieren nachlesen.

Welchen Geschwindigkeitsindex Ihre Reifen haben sollten, können Sie in den Fahrzeugpapieren nachlesen.

Hinsichtlich der Verkehrssicherheit ist es besonders wichtig, dass alle Fahrzeugteile in Ordnung sind und durch die Hauptuntersuchung in regelmäßigen Abständen auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft werden. Bei Reifen gilt das genauso wie bei allen anderen Teilen an einem Auto.

Daher ist auch zu überprüfen, wie schnell Sie mit Ihren Reifen auf der Straße eigentlich sein dürfen. Denn nicht mit jedem Reifen dürfen Sie so schnell fahren wie Sie wollen. Das ist vom jeweiligen Geschwindigkeitsindex, bzw. dem Speedindex oder Reifenindex, abhängig.

Zudem gibt es neben dem Geschwindigkeitsindex auch einen Lastindex, der angibt, mit welchem maximalen Gewicht ein Reifen belastet werden darf. Sowohl Geschwindigkeits- als auch Lastindex können in den Fahrzeugpapieren nachgelesen werden. Welchem Index Ihre Reifen entsprechen, können Sie außerdem an der Seite Ihres Reifens ablesen.

Was ist der Geschwindigkeitsindex?

Wenn Sie einen neuen Reifen kaufen, müssen Sie auf einige Dinge achten. Unter anderem gibt es hier den Geschwindigkeitsindex, der sich in verschiedene Geschwindigkeitsklassen der Reifen aufteilt und den Sie einhalten müssen, wenn Sie auf der Straße unterwegs sind. Eine Auflistung soll Ihnen zeigen, mit welchem Speedindex Sie welche Geschwindigkeit fahren dürfen.

Geschwindigkeitsindex der Reifen: eine Tabelle

Geschwindig­keitsindexzulässige Höchst­geschwindigkeit
Geschwindig­keitsindex A1bis 5 km/h
Geschwindig­keitsindex A2bis 10 km/h
Geschwindig­keitsindex A3bis 15 km/h
Geschwindig­keitsindex A4bis 20 km/h
Geschwindig­keitsindex A5bis 25 km/h
Geschwindig­keitsindex A6bis 30 km/h
Geschwindig­keitsindex A7bis 35 km/h
Geschwindig­keitsindex A8bis 40 km/h
Geschwindig­keitsindex Bbis 50 km/h
Geschwindig­keitsindex Cbis 60 km/h
Geschwindig­keitsindex Dbis 65 km/h
Geschwindig­keitsindex Ebis 70 km/h
Geschwindig­keitsindex Fbis 80 km/h
Geschwindig­keitsindex Gbis 90 km/h
Geschwindig­keitsindex Jbis 100 km/h
Geschwindig­keitsindex Kbis 110 km/h
Geschwindig­keitsindex Lbis 120 km/h
Geschwindig­keitsindex Mbis 130 km/h
Geschwindig­keitsindex Nbis 140 km/h
Geschwindig­keitsindex Pbis 150 km/h
Geschwindig­keitsindex Qbis 160 km/h
Geschwindig­keitsindex Rbis 170 km/h
Geschwindig­keitsindex Sbis 180 km/h
Geschwindig­keitsindex Tbis 190 km/h
Geschwindig­keitsindex Ubis 200 km/h
Geschwindig­keitsindex Hbis 210 km/h
Geschwindig­keitsindex Vbis 240 km/h
Geschwindig­keitsindex VRüber 210 km/h
Geschwindig­keitsindex Wbis 270 km/h
Geschwindig­keitsindex Ybis 300 km/h
Geschwindig­keitsindex ZRüber 240 km/h
Geschwindig­keitsindex (Y)über 300 km/h

Wo finde ich den Reifen-Geschwindigkeitsindex?

Der Reifen-Index kann auch am Reifen selbst abgelesen werden.

Der Reifen-Index kann auch am Reifen selbst abgelesen werden.

Den Geschwindigkeitsindex am Reifen können Sie an dessen Seite ablesen. Welche Reifen mit welchem Reifen-Index Sie für Ihr Fahrzeug benötigen, steht in den Fahrzeugpapieren. Dieser richtet sich auch danach, welche bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) Ihr Fahrzeug hat. Vor dem 1. Mai 2009 galt folgende Faustregel als Berechnungsgrundlage für den Reifen-Speedindex:

Geschwindigkeitsindex = bbH + (bbH x 0,01 + 6,5)

Wenn Sie also vor dem 1. Mai 2009 ein Fahrzeug fuhren, das als bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit einen Wert von 200 km/h vorweisen konnte, errechnete sich der Speedindex der Reifen wie folgt:

200 + (200 x 0,01 + 6,5) = 208,5

Somit muss der Reifen für eine Geschwindigkeit von mindestens 209 km/h ausgelegt sein und fällt somit in den Reifen Index H. Der Speedindex H ist für Reifen bis 210 km/h ausgelegt und wäre deshalb eine richtige Wahl für Ihr Fahrzeug.

Eine andere Möglichkeit zur Berechnung ist die für die seit Mai 2009 erstzugelassenen Fahrzeuge bekannte Regel, dass der Geschwindigkeitsindex gleich der bauartbedingten Gesamtgeschwindigkeit ist. In unserem Beispiel liegt also bei einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h auch der Geschwindigkeitsindex des Reifens bei 200 km/h.

Der Geschwindigkeitsindex bei Winterreifen

Der Lastindex gibt an, mit welchem Gewicht Sie Ihre Reifen maximal belasten dürfen.

Der Lastindex gibt an, mit welchem Gewicht Sie Ihre Reifen maximal belasten dürfen.

Bezüglich der Winterreifen gilt der Geschwindigkeitsindex nicht immer, denn hier darf er unterschritten werden. Trotzdem gilt: die Reifen-Höchstgeschwindigkeit muss immer eingehalten werden. § 36 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) besagt, dass bei Winterreifen ein entsprechender Aufkleber mit dem Höchstwert für die Geschwindigkeit im Blickfeld des Fahrers angebracht werden muss:

Bei Verwendung von M+S-Reifen – Winterreifen – gilt die Forderung hinsichtlich der Geschwindigkeit auch als erfüllt, wenn die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit unter der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt, jedoch

  1. die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrzeugführers sinnfällig angegeben ist,
  2. die für M+S-Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit im Betrieb nicht überschritten wird.“

Geschwindigkeitsindex von Motorradreifen

Bei Motorradreifen gilt die gleiche Geschwindigkeitsindex-Tabelle wie für alle anderen Kraftfahrzeuge auch. Hier können sie ebenfalls in den Fahrzeugpapieren nachlesen, welchen Speedindex Ihre Reifen haben. Wenn Sie von Ihrem Reifenhersteller eine Unbedenklichkeitsbescheinigung (UBB) für Ihren Reifen erhalten, so gilt dieser als Freigabebescheinigung. Sie dürfen dann auch andere Reifen als die, die in den Fahrzeugpapieren stehen, auf Ihr Motorrad ziehen.

Der Tragfähigkeitsindex beim Reifen

Der Tragfähigkeitsindex ist bei jedem Auto anders.

Der Tragfähigkeitsindex ist bei jedem Auto anders.

Neben dem Geschwindigkeitsindex gibt es außerdem den Tragfähigkeitsindex, auch Lastindex beim Reifen genannt, den Sie bei der Belastung Ihrer Reifen bzw. beim Reifenkauf beachten müssen. Der Reifen-Lastindex gibt an, mit welcher maximal zulässigen Last Sie Ihre Reifen belasten können. Genau wie der Reifenindex findet sich der Lastindex in den Fahrzeugpapieren sowie am Reifen selbst wieder.

Die Zahl, die den Tragfähigkeitsindex bezeichnet, findet sich in einer Art Code am Reifen wieder, der mithilfe einer Umrechnungstabelle in Kilogramm umgerechnet werden kann. Der letzte Buchstabe auf dem Reifencode zeigt den Geschwindigkeitsindex an, während die zweistellige Zahl davor angibt, welchem Lastindex der Reifen zugeordnet wird.

Übrigens können Sie am Reifen nicht nur den Geschwindigkeitsindex und den Tragfähigkeitsindex ablesen, sondern zudem noch Ihre Reifenbreite, das Höhen-Breiten-Verhältnis, den Felgendurchmesser und die Reifenbauart.

Während die Reifenbreite in mm angegeben wird, wird das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent aufgedruckt. Der Felgendurchmesser wird in Zoll gegeben, während die Reifenbauart entweder mit einem „R“, einem „D“ oder einem „RF“ bezeichnet ist.

Das „R“ steht für einen Radialreifen, das „D“ für einen Diagonalreifen und bei „RF“ handelt es sich um einen Reifen mit Notlaufeigenschaften. Grundsätzlich dürfen Sie nur eine Art von Reifen an Ihrem Auto benutzen. Eine Mischbereifung aus „R“-,“D“- und „RF“-Reifen  ist grundsätzlich nicht möglich.

Der Tragfähigkeitsindex ergibt sich aus der maximalen Achslast, die durch zwei geteilt wird und bezieht sich auf einen Reifendruck von 2,5 bar. Die Tragfähigkeit der Reifen und der Lastindex soll in der folgenden Tabelle dargestellt werden:

Tabelle Reifen Lastindex

LastindexMaximale Tragfähigkeit (in kg)
30106
31109
32112
33115
34118
35121
36125
37128
38132
39136
40140
41145
42150
43155
44160
45165
46170
47175
48180
49185
50190
51195
52200
53206
54212
55218
56224
57230
58236
59243
60250
61257
62265
63272
64280
65290
66300
67307
68315
69325
70335
71345
72355
73365
74375
75487
76400
77412
78425
79437
80450
81462
82475
83487
84500
85515
86530
87545
88560
89580
90600
91615
92630
93650
94670
95690
96710
97730
98750
99775
100800
101825
102850
103875
104900
105925
106950
107975
1081000
1091030

Bußgelder bei Überschreitung des Geschwindigkeitsindex

Wenn Sie den Geschwindigkeits- oder den Lastindex mit Ihren Reifen unterschreiten, kommt nicht nur ein Bußgeld von 50 Euro auf Sie zu, zudem kann die Betriebserlaubnis erlöschen. Werden sie erwischt, wird die sofortige Stilllegung des Fahrzeugs angeordnet, zudem müssen Sie Ihr Fahrzeug kostenpflichtig bei einem Sachverständigen vorführen.

Wenn Sie den Geschwindigkeitsindex mit Ihren Reifen nicht einhalten, kann nicht nur ein Bußgeld drohen.

Wenn Sie den Geschwindigkeitsindex mit Ihren Reifen nicht einhalten, kann nicht nur ein Bußgeld drohen.

Gefährden Sie andere Verkehrsteilnehmer, in dem Sie den Geschwindigkeits- bzw. den Speedindex Ihrer Reifen unterschreiten, kommt neben einem Bußgeld von 90 Euro außerdem noch ein Punkt in Flensburg dazu und Ihr Versicherungsschutz erlischt.

Fahren Sie mit Reifen, deren Geschwindigkeitsindex bzw. Lastindex nicht den Erforderungen entspricht, weicht der jeweilige Index von den Eintragungen in den Fahrzeugpapieren ab. Dann fahren Sie ohne Betriebserlaubnis und können eine entsprechende Strafe erhalten.

Wenn Sie beim Fahren mit den falschen Reifen erwischt werden, kann das nicht nur ein Bußgeld und Punkte, sondern auch eine Stilllegung des Fahrzeugs bedeuten.

Sollten Sie zudem einen Unfall verursachen oder einen anderen Verkehrsteilnehmer fahrlässig gefährden, können Sie in den meisten Fällen keinen Versicherungsschutz mehr erwarten. Dann müssen Sie die Kosten des Unfalls möglicherweise am Ende selbst tragen.

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