bussgeldrechner.org

Am Bahnübergang nicht gehalten?

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbot
Mit nicht angepasster Geschwindigkeit an Bahnübergang herangefahren100 €1
An Bahnübergang mit Andreaskreuz Vorrang des Schienenverkehrs nicht beachtet80 €1
Überholen am Bahnübergang70 €
... mit Gefährdung85 €
... mit Unfall105 €
Überquerung des Bahnübergangs, obwohl sich ein Schienenfahrzeug näherte80 €1
... mit Gefährdung100 €1
... mit Unfall120 €1
Überqueren des Bahnübergangs trotz geschlossener Schranken240 €21 Monat
... mit Gefährdung290 €21 Monat
... mit Unfall350 €21 Monat

An einem Bahnübergang müssen Sie besonders vorsichtig fahren.

An einem Bahnübergang müssen Sie besonders vorsichtig fahren.

Ein Bahnübergang ist ein Kreuzungsplatz auf gleicher Ebene von Zuggleisen und Straßen oder Wegen. Entsprechend aller anderen Kreuzungen im Straßenverkehr ist es hier wichtig, eine Regelung bezüglich dem Vorrang zu treffen.

Da Züge weitaus schwerer bremsen und langsamer anhalten können als Autos, haben Schienenfahrzeuge Vorrang an Bahnübergängen.

Damit Sie als Fahrer wissen, wann sich ein Zug nähert, sind viele Bahnübergänge mit Schranken gesichert. Allerdings gibt es auch unbeschrankte Bahnübergänge, die entsprechend beschildert sind. Dazu dienen beispielsweise Andreaskreuze. Gesetzlich ist der Vorrang der Schienenfahrzeuge in § 19 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt.

Verhalten am Bahnübergang

Da schwere Unfälle an einem Bahnübergang passieren können, wird dringend geraten, an Bahnübergängen besonders gut aufzupassen. Wenn Sie sich mit Ihrem Fahrzeug einem Bahnübergang nähern, dürfen Sie dies nur mit mäßiger Geschwindigkeit tun.

Nähert sich kein Zug und sind auch keine entsprechenden Lichtzeichen oder eine Schranke geschaltet, können Sie den Bahnübergang vorsichtig überqueren. In einigen Fällen besteht für Sie allerdings vor dem Übergang Wartepflicht. Das ist dann der Fall, wenn:

  1. sich ein Schienenfahrzeug nähert,
  2. rotes Blinklicht oder gelbe oder rote Lichtzeichen gegeben werden,
  3. die Schranken sich senken oder geschlossen sind,
  4. ein Bahnbediensteter Halt gebietet oder
  5. ein hörbares Signal, wie ein Pfeifsignal des herannahenden Zuges, ertönt.

Gefahren am Bahnübergang

Nähert sich ein Zug, sollten Sie niemals versuchen, den Bahnübergang – im schlimmsten Falle noch bei geschlossenen Schranken – vor dem Zug zu überqueren. Denn oft wird die Geschwindigkeit eines herannahenden Zuges unterschätzt.

Ein Andreaskreuz mit rotem Blinklicht warnt Sie vor einem herannahenden Zug.

Ein Andreaskreuz mit rotem Blinklicht warnt Sie vor einem herannahenden Zug.

Werden Sie als Fußgänger, Fahrradfahrer oder mit Ihrem Fahrzeug von einem Zug erfasst, endet das in der Regel oft tödlich. Gleiches gilt, wenn der Verkehr auf einem Bahnübergang stockt.

Überqueren Sie den Übergang erst, wenn Sie sicher sind, dass Sie auf der anderen Seite jenseits der Schienen zum Halten kommen können. Auch das Überholen an Bahnübergängen ist laut § 19 der StVO verboten, da die Verkehrslage nicht immer optimal eingesehen werden kann, Verstöße gegen die StVO provozieren einen Bußgeldbescheid und Punkte laut Bußgeldkatalog.

Überholen Sie in solch einer Situation, erhalten Sie laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 150 Euro und einen Punkt in Flensburg. Kommt eine Gefährdung dazu, erhalten Sie nicht nur ein höheres Bußgeld und zwei Punkte, sondern auch ein einmonatiges Fahrverbot.

Bahnübergang mit Andreaskreuz

Ein Andreaskreuz gibt an, dass Sie sich unmittelbar vor einem Bahnübergang befinden. Es besteht aus einem weißen Kreuz mit roten Enden, das teilweise in der Mitte einen roten Blitz zeigt. Dieser Blitz ist nicht auf jedem Andreaskreuz zu sehen und deutet an, dass der Bahnübergang eine elektrische Fahrleitung besitzt. Vor dem Andreaskreuz besteht Wartepflicht, wenn einer oder mehrere der oben bereits genannten Punkte zutreffen.

Außerdem gibt es Regeln zum Parken vor dem Andreaskreuz: Vor und hinter einem Andreaskreuz darf innerorts bis zu 5 m und außerorts bis zu 50 m nicht geparkt werden. Auch das Halten ist bis zu 10 m vor dem Andreaskreuz nicht erlaubt, wenn dieses durch Ihr Fahrzeug verdeckt würde.

Viele Andreaskreuze machen zudem auch noch mit roten Lichtzeichen darauf aufmerksam, dass ein Zug in den nächsten Minuten die Fahrbahn kreuzen wird. Damit soll garantiert werden, dass der Fahrer des Fahrzeugs auch wirklich mitbekommen hat, das nun eine Gefahrenzone droht und er halten muss, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Manchmal ist am Andreaskreuz zusätzlich ein Pfeil angebracht. Dieser soll anzeigen, dass nur diejenigen Fahrer die Wartepflicht haben, die in die vom Pfeil angezeigte Richtung fahren.

Beschrankter Bahnübergang und unbeschrankter Bahnübergang

Ein beschrankter Bahnübergang wird durch ein Verkehrszeichen angekündigt.

Ein beschrankter Bahnübergang wird durch ein Verkehrszeichen angekündigt.

Beschränkte Bahnübergänge werden mit einem dreieckigen, weißen Schild mit rotem Rand angekündigt, das in der Mitte einen schwarzen Zaun zeigt. Die gleiche Schildform und –farbe ist auch bei einem unbeschrankten Bahnübergang zu sehen, allerdings befindet sich in der Mitte ein Bild eines angefahrenen Zuges.

Besonders gefährlich ist ein unbeschrankter Bahnübergang, da Sie hier kein Hindernis auf der Fahrbahn davon abhält, die Schienen zu überqueren. Deshalb sollten Sie an unbeschrankten Bahnübergangen besonders vorsichtig und vorausschauend fahren, da sonst ein Unfall am Bahnübergang die Folge sein kann.

Schilder und Lichtzeichen an Bahnübergängen

Viele verschiedene Schilder oder Lichtzeichen können auf Bahnübergange aufmerksam machen. Neben dem Andreaskreuz oder den Schildern, die auf einen beschrankten oder unbeschrankten Bahnübergang hinweisen, gibt es weitere Schilder, die die Entfernung zum nächsten Bahnübergang ankündigen.

Diese Schilder befinden sich meist unter denen mit dem Hinweis auf einen beschrankten oder unbeschrankten Bahnübergang und stehen oft sowohl links als auch rechts der Fahrbahn. Die dreistreifige Bake kündigt mit drei nach oben links diagonal laufende Streifen an, dass der Bahnübergang noch 240 m entfernt ist.

Eine zweistreifige Bake kündigt die Entfernung von 160 m an und ab der einstreifigen Bake sind Sie nur noch 80 m vom Bahnübergang entfernt. Bereits ab der ersten, dreistreifigen Bake werden Sie durch das Schild aufgefordert, Ihre Geschwindigkeit zu reduzieren.

Ist vor dem Bahnübergang eine Lichtanlage angebracht, so wird bei dieser zwischen einem gelben und einem roten Blinklicht unterschieden. Ein gelbes Blinklicht kündigt den herannahenden Zug an, das rote Blinklicht zeigt akute Gefahr durch eben diesen an. Bei einem gelben Blinklicht sollten Sie, genau wie bei einer herkömmlichen Ampelanlage, bereits halten und den Bahnübergang nicht mehr überqueren. Schranken sind ein Hindernis im Verkehrsfluss und regen den Fahrer ebenso zum Halten an.

Bahnübergange – welches Bußgeld droht?

An einem Bahnübergang mit Andreaskreuz sollten Sie bei Gefahr immer halten.

An einem Bahnübergang mit Andreaskreuz sollten Sie bei Gefahr immer halten.

Da ein Unfall am Bahnübergang schwerwiegende Konsequenzen haben kann, sind die Bußgelder laut Bußgeldkatalog entsprechend hoch angesetzt, um Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer davon abzuhalten, sich an Bahnübergängen gesetzeswidrig zu verhalten. Zudem kommen Punkte oder ein Fahrverbot hinzu. Dies führt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr und soll einen Unfall am Bahnübergang verhindern.

Wenn Sie an einem Bahnübergang überholen, obwohl das laut StVO nicht zulässig ist, müssen Sie laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 70 Euro zahlen. Nähern Sie sich einem Bahnübergang mit zu hoher Geschwindigkeit, sind bereits ein Bußgeld von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Wenn Sie Bahnübergänge mit Andreaskreuz passieren und dabei den Vorrang des Schienenfahrzeuges außer Acht lassen, kommen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt in Flensburg auf Sie zu, ein Fahrverbot gibt es nicht. Kommt es dabei zu einem Unfall, sind dem Bußgeldkatalog zufolge 120 Euro und ein Punkt in Flensburg die Folge. Selbiges gilt, wenn Sie die Wartepflicht außer Acht lassen. Auch dann sind ein Bußgeld und Punkte die Folge.

Die höchste Strafe und zwei Punkte erwarten Sie dann, wenn Sie trotz geschlossener Schranken einen Bahnübergang passieren: Neben einem Bußgeld von 700 Euro und zwei Punkten in Flensburg erhalten Sie zudem ein dreimonatiges Fahrverbot.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (52 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar

[x] Schließen
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Bußgeldkatalog des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.