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Schrittgeschwindigkeit: Schritttempo überschritten?

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Bußgeldtabelle: Geschwindigkeitsverstöße

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigtem Bereich nicht eingehalten, sofern nicht mehr als 10 km/h zu schnell (PKW)Geschwindigkeit in verkehrsberuhigtem Bereich nicht eingehalten, sofern nicht mehr als 10 km/h zu schnell (PKW)20 €eher nicht
Geschwindigkeit, trotz Bahnübergang,
besonderen Verhältnissen auf Straßen oder schlechten Sichtverhältnissen nicht angepasst
100 €1eher nicht
... mit Gefährdung120 €1eher nicht
... mit Sachbeschädigung145 €1eher nicht
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand80 €1eher nicht
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss behindert wurde20 €eher nicht
Illegale Kraftfahrzeugrennen
... als Teilnehmer400 €23 Monate3 MHier prüfen
... als Veranstalter500 €eher nicht
Radarwarn- oder Laserstörgerät betrieben oder betriebsbereit mitgeführt75 €1zusätzlich Beschlagnahme und Vernichtung des Gerätes möglichzusätzlich Beschlag- nahme und Vernichtung des Gerätes möglicheher nicht

Bußgeldtabelle: Geschwindigkeitsverstöße innerorts

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
... bis 10 km/h15 €eher nicht
... 11 - 15 km/h25 €eher nicht
... 16 - 20 km/h35 €eher nicht
... 21 - 25 km/h80 €1eher nicht
... 26 - 30 km/h100 €1(1 Monat)*(1 M)*Hier prüfen
... 31 - 40 km/h160 €21 Monat1 MHier prüfen
... 41 - 50 km/h200 €21 Monat1 MHier prüfen
... 51 - 60 km/h280 €22 Monate2 MHier prüfen
... 61 - 70 km/h480 €23 Monate3 MHier prüfen
... über 70 km/h680 €23 Monate3 MHier prüfen

* Normalerweise droht nur ein Fahrverbot, wenn innerhalb von 12 Monaten zweimal eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr begangen wurde.

Wie schnell Sie bei Schrittgeschwindigkeit mit dem Auto fahren dürfen

Schrittgeschwindigkeit: Wer sich nicht daran hält, gefährdet möglicherweise andere Verkehrsteilnehmer.

Schrittgeschwindigkeit: Wer sich nicht daran hält, gefährdet möglicherweise andere Verkehrsteilnehmer.

Deutsche Autofahrer sind oft und gerne schnell unterwegs – dies ist kein Geheimnis. Einige Urlauber reisen sogar einzig und allein aus dem Grund nach Deutschland, um ihre Fahrzeuge auf der Autobahn mal so richtig ausfahren zu können. Auf vielen Abschnitten herrscht nämlich keine Begrenzung der maxi­malen Höchstgeschwindigkeit, sondern lediglich eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Im Gegensatz zu den Autobahnen existieren in Deutschland aber auch Bereiche, in denen sich Autofahrer nur im Schritttempo fortbewegen dürfen. Dies ist meist im Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fahrradfahrern oder Fußgängern begründet. Die Reaktionszeit von Autofahrern verkürzt sich je nachdem, wie schnell diese fahren. Zusätzlich kann diese Zeit ausschlaggebend dafür sein, ob ein Unfall noch zu verhindern ist oder nicht.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo die Schrittgeschwindigkeit laut StVO gilt, welcher Wert überhaupt darunter zu verstehen ist und welches Verkehrsschild auf die Schrittgeschwindigkeit hinweist. Zusätzlich informieren wir Sie darüber, weshalb es so wichtig ist, sich in einer Spielstraße an die Schrittgeschwindigkeit zu halten und welches Bußgeld bei Zuwiderhandlungen fällig wird.

Was ist unter Schrittgeschwindigkeit zu verstehen?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es bei der Schrittgeschwindigkeit um das Tempo, welches ein Fußgänger beim Gehen erreicht. Aus diesem Grund ist auch manchmal von einer „Fußgängergeschwindigkeit“ die Rede. Doch bei wie viel km/h ist die Schrittgeschwindigkeit dementsprechend anzusetzen? Im Durchschnitt kann von einem Wert zwischen 4 und 7 km/h ausgegangen werden.

Schrittgeschwindigkeit: Ein Mensch ist zu Fuß durchschnittlich mit 4 bis 7 km/h unterwegs.

Schrittgeschwindigkeit: Ein Mensch ist zu Fuß durchschnittlich mit 4 bis 7 km/h unterwegs.

Ein genauer Wert ist schwer zu bestimmen, da zuverlässige Messungen mit einem Tachometer bei einer solchen geringen Geschwindigkeit normalerweise nicht möglich sind. Die Frage: „Wie schnell ist Schrittgeschwindigkeit?“ bereitete daher in der Vergangenheit bereits einigen Gerichten Kopfschmerzen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg entschied beispielsweise im Jahr 2005, die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit bei 7 km/h anzusetzen (Az. 1 Ss (OWi) 86 B/05).

Dem Amtsgericht Leipzig oder dem OLG Hamm zufolge kann ein Tempo zwischen 10 und 15 km/h hingegen ebenfalls noch als Schrittgeschwindigkeit angesehen werden (Amtsgericht Leipzig – 215 OWi 500 Js 83213/04 bzw. OLG Hamm – VRS 6, 222). Grundsätzlich lautet die Antwort auf die Frage: „Wie hoch ist Schrittgeschwindigkeit?“ = Deutlich unter 20 km/h.

Was besagt die StVO zur Schrittgeschwindigkeit?

Auch in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist kein genauer Wert definiert, in welchem Bereich sich die normale Schrittgeschwindigkeit bewegen sollte. Was jedoch erläutert wird, sind die Situationen und Orte, in bzw. an denen sie gilt. Dabei ist dem Schritttempo kein eigener Paragraph gewidmet, vielmehr befinden sich in § 20 Absatz 2 und 4, § 21a Absatz 1 Nr. 3 und in § 24 Absatz 2 StVO Angaben dazu.

§ 20 StVO befasst sich beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen. In Absatz 2 heißt es:

Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.“

Auch wenn Linienbusse oder als solche gekennzeichnete Schulbusse an dafür vorgesehenen Haltestellen stehen und die Warnblinkanlage eingeschaltet haben, dürfen Sie als Autofahrer nur mit Schrittgeschwindigkeit daran vorbeifahren.

Auch Fahrer von Krankenfahr- oder Rollstühlen müssen sich in Fußgängerzonen an die Schrittgeschwindigkeit halten.

Auch Fahrer von Krankenfahr- oder Rollstühlen müssen sich in Fußgängerzonen an die Schrittgeschwindigkeit halten.

Zusätzlich müssen Sie einen angemessenen Abstand halten, damit niemand gefährdet wird. Dasselbe gilt übrigens für Fahrzeuge, die sich im Gegenverkehr befinden.

Sind Fahrer von Krankenfahr- oder Rollstühlen im Fußgängerverkehr unterwegs, müssen diese gemäß § 24 Absatz 2 StVO ebenfalls eine Schrittgeschwindigkeit einhalten. Eine Besonderheit in Bezug auf die Anschnallpflicht findet sich in § 21a Absatz 1 Nr. 3.

Sind Sie als Lkw- oder Pkw-Fahrer unterwegs und fahren auf einem Parkplatz rückwärts mit Schrittgeschwindigkeit, etwa um ein- oder auszuparken, so entfällt diese nämlich.

Schrittgeschwindigkeit: Welches Schild weist darauf hin?

Ein spezielles Schild, welches verlangt, Schrittgeschwindigkeit zu fahren, gibt es nicht. Vielmehr existieren mehrere Verkehrszeichen, die auf Schrittgeschwindigkeit hinweisen. Eines davon ist das Zeichen 239, welches eine Fußgängerzone bzw. einen Gehweg ankündigt. Sofern es überhaupt erlaubt ist, in solchen Bereichen zu fahren, sollten Autofahrer hier lediglich Schritttempo an den Tag legen.

Auch das Zeichen 325.1, welches einen verkehrsberuhigten Bereich beschreibt, ist eng mit der Schrittgeschwindigkeit im Straßenverkehr verknüpft. Weshalb es dort so wichtig ist, das Tempo herunterzuschrauben, erfahren Sie im Folgenden.

Weshalb ist die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit in einer Spielstraße so entscheidend?

In einem sogenannten verkehrsberuhigten Bereich, der umgangssprachlich auch als Spielstraße bezeichnet wird, gelten spezielle Regeln. Kinder dürfen beispielsweise auch auf der Straße spielen, es sind oft mehr Fußgänger unterwegs als gewöhnlich.

Unter anderem weist dieses Schild auf Schrittgeschwindigkeit hin.

Unter anderem weist dieses Schild auf Schrittgeschwindigkeit hin.

Ein blaues, rechteckiges Schild, auf dem ein Haus, ein Auto sowie spielende Kinder zu sehen sind, weist darauf hin, dass das Tempo gedrosselt werden sollte. Doch welche Fahrzeuge dürfen hier nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren?

Das Verkehrsrecht macht an dieser Stelle keinen Unterschied zwischen Lkw, Transporter oder Pkw: Die Schrittgeschwindigkeit gilt durch die Bank weg für alle motorisierten Fahrzeuge.

Auch Radfahrer sollten aufmerksam fahren, um nicht in einen Unfall verwickelt zu werden, weil beispielsweise spielende Kinder zu spät wahrgenommen wurden.

In einem verkehrsberuhigten Bereich ist die Gefährdungslage extrem hoch. Halten Sie sich daher stets an die Schrittgeschwindigkeit und planen ggf. etwas mehr Zeit ein, um notfalls anhalten und warten zu können, wenn Kinder einem Ball hinterherjagen oder auf der Straße Fangen spielen.

Schrittgeschwindigkeit überschritten und geblitzt?

Sind Sie beispielsweise in einen verkehrsberuhigten Bereich eingefahren, ohne Ihr Tempo zu drosseln, so kommen in der Regel 20 Euro Verwarngeld auf Sie zu. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn Sie als Autofahrer nicht mehr als 10 km/h auf dem Tacho hatten.

Geschwindigkeiten, die darüber liegen, werden gemäß Bußgeldkatalog strenger geahndet. Dann geht es schließlich nicht mehr nur darum, dass Sie die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit, sondern auch ggf. die erlaubte Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften nicht eingehalten haben.

Halten Sie sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit, kann ein Bußgeld die Konsequenz sein.

Halten Sie sich nicht an die Schrittgeschwindigkeit, kann ein Bußgeld die Konsequenz sein.

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 11 bis 15 km/h wird dabei mit 25 Euro sanktioniert, bei 16 bis 20 km/h sind es bereits 35 Euro.

Punkte in Flensburg drohen erst dann, wenn Sie innerorts mit 21 km/h zu schnell oder mehr unterwegs waren.

Sind Sie maximal 25 km/h zu schnell, müssen Sie insgesamt mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Um andere Verkehrsteilnehmer – vor allem in einer Spielstraße – nicht unnötig zu gefährden und um die gerade genannten Ahndungen zu vermeiden, sollten Sie sich demnach an die vorgeschriebene (Schritt-)Geschwindigkeit halten.
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