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Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall: So werden sie gebildet

Wer zahlt wie viel Prozent und wieso?

Wie werden Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall gebildet?

Wie werden Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall gebildet?

Kam es zu einem unverschuldeten Unfall im Straßenverkehr, so hat die ge­schädigte Partei im Regelfall Anspruch auf Schadensersatz. Kosten, die im Zusammenhang mit dem entstandenen Schaden stehen (Reparatur, Nutzungs­ausfall, Mietwagen, etc.) müssen demnach von der Versicherung des Unfallgegners übernommen werden.

Diese Vorgehensweise im Verkehrsrecht ist wohl den meisten Autofahrern bekannt. Unsicher werden die meisten erst, wenn die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt werden kann. Liegt beispielsweise auf beiden Seiten ein Mitverschulden vor, kommen sogenannte Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall ins Spiel. Sie sollen für eine gerechte Aufteilung der Haftung bzw. der Kosten sorgen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie darüber, wie Haftungsquoten bei Verkehrsunfällen erstellt werden, ob diese möglicherweise bei bestimmten Unfallarten schon im Vorfeld festgelegt sind und in welchen Verhältnissen die Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall angegeben werden.

Welche Funktion haben Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall?

Eine Haftungsquote bei einem Verkehrsunfall wird normalerweise nur dann wirklich benötigt, wenn es keinen alleinigen Unfallverursacher gibt, sondern eine Teilschuld vorliegt. Denn ist nur eine Partei schuld, so liegen die Haftungsquoten bei 100 zu 0.

Haftungsquoten legen bei Verkehrsunfällen fest, wer wie viel an den anderen zahlen muss, um den Schaden zu ersetzen.

Haftungsquoten legen bei Verkehrs­unfällen fest, wer wie viel an den anderen zahlen muss, um den Schaden zu ersetzen.

Es geht dabei um den prozentualen Anteil, der letzten Endes gezahlt werden muss.

Der Verursacher des Unfalls ist demnach dazu verpflichtet, 100 Prozent der Kosten zu tragen, dem Unfallopfer werden 0 Prozent abgeknüpft.

In einer solchen Situation könnte eigentlich auch auf die Erstellung von Haftungsquoten verzichtet werden, da die Schuldfrage eindeutig geklärt ist und somit feststeht, wer für den Schaden aufkommt.

Liegt ein beidseitiges Verschulden am Zusammenprall vor, ist es Aufgabe der jeweiligen Versicherungen, die Haftungsquoten nach einem Verkehrsunfall zu erstellen, um festzulegen, wer wie viel an den anderen zahlen muss.

Wie werden Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall erstellt?

Zunächst bedarf es einer genauen Untersuchung des Unfallgeschehens, um die jeweiligen Haftungsquoten nach einem Verkehrsunfall zu erstellen. Dabei kann unter anderem der von beiden Parteien noch am Unfallort ausgefüllte Unfallbericht oder ein polizeiliches Protokoll nach der Unfallaufnahme hilfreich sein.

Reichen diese Nachweise nicht aus, um zu rekonstruieren, weshalb es überhaupt gekracht hat, wird in der Regel ein Kfz-Gutachter von der Versicherung hinzugezogen. Anhand der vorliegenden Schäden ist er in der Lage, zu analysieren, weshalb es zum Unfall kam und kann daraufhin ein Gutachten erstellen.

Folgende Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall stehen ihm dabei zur Auswahl:

Die Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall werden meist von einem Kfz-Gutachter festgelegt.

Die Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall werden meist von einem Kfz-Gutachter festgelegt.

  • 90 zu 10
  • 80 zu 20
  • 70 zu 30
  • 60 zu 40
  • 50 zu 50

Sind beide Fahrer gleichermaßen Schuld am Unfall, müssen sie in Bezug auf die Haftung jeweils 50 Prozent der Kosten des anderen tragen. Wird einer Partei hingegen eine Schuld von 70 Prozent zugeschrieben, muss die andere demnach für 30 Prozent des Schadens aufkommen.

Wichtig: Es geht bei den Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall nicht darum, den gesamten Schaden unter den Unfallbeteiligten aufzuteilen! Die Quote, die Sie zu zahlen haben, bezieht sich lediglich auf die Kosten, die mit dem Schaden am Fahrzeug Ihres Unfallgegners zusammenhängen.

Haftungsquoten bei einem Verkehrsunfall: Ein Beispiel

Fahren Sie beispielsweise einen VW Golf (Schaden: 900 Euro) und werden in einen Unfall mit einem Porsche (Schaden: 9.000 Euro) verwickelt, verhält es sich trotz einer Haftungsquote von 50 zu 50 so, dass Sie höhere Kosten zu tragen haben als Ihr Unfallgegner.

Dieser bzw. seine Versicherung schuldet Ihnen nämlich in diesem Fall 450 Euro, wobei Ihre Versicherung 4.500 Euro berappen muss. Selbst bei einem beidseitigen Verschulden mit einer jeweiligen Haftung von 50 Prozent muss dies demzufolge nicht für die gleichen Kosten sprechen.

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