Urintest: Worüber die Harnflüssigkeit Aufschluss gibt

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Wann kommt es zu einer Urinkontrolle im Straßenverkehr?

Wann droht Kraftfahrern ein Urintest?
Wann droht Kraftfahrern ein Urintest?

Nach dem Konsum von Alkohol oder Drogen noch ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen, bringt nicht nur den berauschten Kraftfahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr.

Sobald die Polizei auf einen Fahrer aufmerksam wird, der sich auffällig verhält, kann sie ihn daher sofort aus dem Verkehr ziehen.

Um ihren Anfangsverdacht zu bestätigen, steht es den zuständigen Beamten in einem solchen Fall zu, einen Urintest durchzuführen. Doch wie lange sind Drogen oder Alkohol im Urin nachweisbar? Wie läuft eine Urinanalyse überhaupt ab? Und welche Rolle spielt eine Urinuntersuchung in Bezug auf die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)? Antworten auf diese Fragen sowie weitere Informationen finden Sie im Ratgeber.

FAQ: Urintest

Wann wird üblicherweise ein Urintest angeordnet?

Haben die Verkehrspolizisten bei einer Kontrolle den Eindruck, dass Sie unter Einfluss von Dogen oder Alkohol fahren, können Sie dazu aufgefordert werden, einen Drogentest durchzuführen. Auch als Abstinenznachweis im Zuge einer MPU kommt ein Urintest in Frage.

Wie läuft ein Urintest für die MPU ab?

Die Termine, an denen Sie eine Probe abgeben müssen, werden Ihnen spontan nach keinem festen Muster mitgeteilt. So soll nicht die Chance bestehen, dass Sie den Test verfälschen können, etwa weil Sie vor den Terminen mehr trinken als üblich und so den Urin verdünnen. Die Probe geben Sie unter ärztlicher Aufsicht ab. Je nachdem, wie lange Sie eine Abstinenz nachweisen müssen, sind vier oder sechs Proben üblich.

Welche Stoffe können im Urin nachgewiesen werden?

Unter anderem können Stoffe wie Cannabis, Ecstasy, Kokain oder Opiate im Urin nachgewiesen werden. Die Nachweiszeiten können Sie unserer Tabelle entnehmen.

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Welche Verfahren zur Urinuntersuchung gibt es?

Um sich selbst zu entgiften, filtert der menschliche Körper über die Nieren Fremdstoffe aus dem Blut, welche diesen über den Urin verlassen. Zu diesen Fremdstoffen zählen auch die Abbauprodukte von Alkohol und Drogen. Dementsprechend können ebendiese Produkte durch einen Urintest nachgewiesen werden. Bei einer Analyse des Urins können normalerweise zwei Methoden zum Einsatz kommen:

  1. Urinuntersuchung mittels Teststreifen
  2. Urinscreening in einem Labor
Bei Verdacht auf vorherigen Alkoholkonsum können die Beamten den Urin einem Schnelltest unterziehen.
Bei Verdacht auf vorherigen Alkoholkonsum können die Beamten den Urin einem Schnelltest unterziehen.

Haben die zuständigen Polizeibeamten den Verdacht, dass ein Fahrer im Vorfeld Drogen oder Alkohol konsumiert hat, können sie bei einer anschließenden Verkehrskontrolle seinen Urin per Teststreifen untersuchen. Es handelt sich dabei um einen Urinschnelltest, der direkt vor Ort durchgeführt werden kann. Dazu werden spezielle Teststreifen in den Urin getaucht. Verfärben sie sich bei diesem Urintest an einer oder mehreren Stellen, gilt dies als Nachweis gewisser Substanzen.

Die Abgabe einer solchen Urinprobe im Zuge einer Polizeikontrolle ist freiwillig. Als betroffener Fahrer steht es Ihnen dementsprechend zu, den Urintest zu verweigern. Diesen Schritt sollten Sie sich allerdings genauestens abwägen, denn in einem solchen Fall steht es den Beamten zu, einen Bluttest anzuordnen, wenn der Erfolg der Untersuchung gefährdet sein sollte (§ 81a Absatz 2 StPO). Für die Durchführung einer solchen Blutuntersuchung bedarf es dann nicht einmal Ihrer Einwilligung.

Der Test mittels Urinsticks dient lediglich der Bestätigung des Anfangsverdachts der Polizei. Sollten Sie weder Drogen noch Alkohol zu sich genommen haben, empfiehlt es sich daher, die Untersuchung über sich ergehen zu lassen. Das Ergebnis kann übrigens nicht als Nachweis vor Gericht verwendet werden. Ergibt der Urintest, dass Sie Alkohol oder Drogen konsumiert haben, muss daher im Anschluss ein Screening im Labor durchgeführt werden, um etwas gegen Sie in der Hand zu haben.

Urintest: Welche Faktoren beeinflussen die Nachweisbarkeit von Alkohol oder Drogen?

Es existieren einige Faktoren, die ausschlaggebend dafür sind, ob bei einem Urintest beispielsweise THC – der psychoaktive Wirkstoff von Cannabis – noch nachgewiesen werden kann oder nicht. Beispiele dafür sind unter anderem

  • die Häufigkeit des Konsums,
  • die konsumierte Menge,
  • die Zeitspanne zwischen dem Konsum und dem Urintest,
  • der Zeitpunkt des letzten Konsums und
  • die generelle körperliche Verfassung des Betroffenen.
Beim Test mittels Urinstreifen kann die Auswertung von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden.
Beim Test mittels Urinstreifen kann die Auswertung von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden.

Das Ergebnis der Untersuchung mittels Harnteststreifen kann demzufolge selbst bei Personen anders ausfallen, welche die exakt gleiche Menge an Alkohol oder Drogen zu sich genommen haben.

Je nach körperlicher Verfassung oder Häufigkeit des Konsums können gewisse Substanzen bei einem Urintest noch nachgewiesen werden oder eben nicht. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, hat daher in der Regel schlechtere Karten als ein Gelegenheitstrinker.

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Auch die Nachweiszeiten der Substanzen sind bei einem Urintest von Belang

Neben den individuellen körperlichen Umständen einer Person spielen bei einem Drogenscreening vom Urin ebenfalls die jeweiligen Nachweiszeiten der konsumierten Substanz eine Rolle. Schließlich sind manche Drogen länger im Urin nachweisbar als andere. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über die Nachweiszeiten diverser Drogen in Blut oder Urin:

Sub­stanz & Wir­kungs­dauerNach­weis­bar­keit im U­rinNach­weis­bar­keit im Blut
Ca­nna­bis
(THC)

1-4 Stunden
(geraucht)

2-10 Stunden (oral)
einmaliger Konsum:
2-3 Tage

regel­mäßiger Konsum:
6-8 ­Wochen

Dauer­konsum:
bis zu 12
Wochen
gelegent­licher Konsum:
3 Tage

regel­mäßiger Konsum:
bis zu 30­ Tage
Ecs­tasy

3-12 Stunden
1-4
Tage
bis zu
24 Stunden
Speed
(Am­phe­ta­min)

6-12 Stunden
1-3
Tage
1 Tag
Crys­tal (Meth­am­phe­ta­min)

bis zu 30 Stunden
1-3
Tage
1 Tag
Ko­ka­in

1-3 Stunden
(gesnieft)

10-30 Minuten
(geraucht)
2-4
Tage
bis zu
24 Stunden
O­pi­ate

Je nach Substanz 3-24 Stunden
1-4
Tage
Je nach
Substanz
8 Stunden
bis zu 2 Tagen
Benzo­diaze­pine

12-24 Stunden
(oral)
1-3
Tage

4-6
Wochen
bei Langzeit­einnahme
einige Stunden
bis Tage
Barbit­ura­te

3-24 Stunden
(oral)
kurz
wirkende:
2-4 Tage

lang
wirkende:
mehrere
Wochen
einige Stunden
bis Tage
Wie lange kann bei einem Urintest Alkohol nachgewiesen werden?
Wie lange kann bei einem Urintest Alkohol nachgewiesen werden?

Doch nicht nur bei Drogen gibt es gewisse Nachweiszeiten in Bezug auf einen Urintest. Das Gleiche gilt für Alkohol. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Stoff-wechselprodukt Ethylglucuronid (EtG), das sich nach dem Alkoholkonsum in der Leber bildet und durch den Urin ausgeschieden wird. Je nachdem, wie viel der Betroffene getrunken hat, kann das EtG bzw. der Alkohol ungefähr 12 bis 48 Stunden noch durch einen Urintest nachgewiesen werden.

Dabei kommt es jedoch stets darauf an, wie schnell der Körper der jeweiligen Person den Alkohol abbaut. Interessant: Jedem Fahrer, bei dem THC durch einen Schnelltest im Urin festgestellt wurde, drohte bis zum Jahr 2004 unweigerlich die Entziehung der Fahrerlaubnis. Dabei war es völlig unerheblich, wie hoch die Menge an Cannabis war, die festgestellt wurde.

Mittlerweile gilt ein Nanogramm THC pro Milliliter Blut als Grenzwert. Da sich der Stoff leicht in fettstoffreichem Gewebe ansiedelt und daher langsamer abgebaut wird, kann THC mittels Teststreifen im Urin allerdings in der Regel auch dann noch nachgewiesen werden, wenn der Fahrer längst nicht mehr berauscht ist.

Der Urintest im Rahmen einer MPU

Nicht nur bei einer polizeilichen Verkehrskontrolle kann der Urin einem Test unterzogen werden, sondern auch im Zuge einer MPU. In letzterem Fall geht es darum, eine Abstinenz von Alkohol oder Drogen nachzuweisen. Dabei ist häufig ein Zeitraum von sechs oder zwölf Monaten maßgeblich. Vier oder sechs Mal muss der betroffene Fahrer dabei für einen Alkohol- oder Drogentest seinen Urin abgeben.

Um sicherzustellen, dass dabei alles mit rechten Dingen zugeht, ist die Einhaltung folgender Vorschriften bei einem Urintest essentiell:

Im Zuge einer MPU müssen beim Urintest spezielle Vorgaben eingehalten werden.
Im Zuge einer MPU müssen beim Urintest spezielle Vorgaben eingehalten werden.
  • Wann Sie als auffällig gewordener Kraftfahrer bei einem Abstinenz-nachweis im Zusammenhang mit einer MPU für einen Test Ihren Urin abgeben müssen, darf Ihnen immer erst kurze Zeit vorher mitgeteilt werden. Bei den Terminen darf kein Schema erkennbar sein, damit ausgeschlossen ist, dass Sie nur zu gewissen Zeiten abstinent leben und so den Urintest verfälschen.
  • Nachdem Ihre Identität zweifelsfrei bestätigt wurde, müssen Sie die Urinprobe abgeben. Dabei werden Sie in der Regel von einem Arzt beaufsichtigt.
  • Der Urin, der den Drogentest durchlaufen soll, wird anschließend in drei Proben aufgesplittet. Eine Analyse wird zunächst einmal nur bei der ersten vorgenommen. Die zweite Probe bleibt verschlossen, die dritte wird wiederum eingefroren.
  • Sollten beispielsweise Alkohol oder THC bei diesem Urintest festgestellt werden, findet eine Untersuchung der zweiten Probe statt, um eine Bestätigung des Ergebnisses zu haben. Gleichen sich die Ergebnisse beider Proben, gilt dies als offizieller Drogen- bzw. Alkoholnachweis im Urin.

In diesem Fall haben Sie den von Ihnen verlangten Abstinenznachweis nicht erbracht und erhalten dementsprechend ein negatives MPU-Gutachten. Erst wenn bei einem Urintest im Labor keine Alkohol- oder Drogenrückstände mehr entdeckt werden, können Sie die MPU bestehen und Ihren Führerschein zurückerhalten.

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