Verjährung der Fahrerflucht: Wann gilt die Tat als verjährt?

Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung

Wann tritt bei Fahrerflucht die Verjährung ein?

Wann tritt bei Fahrerflucht die Verjährung ein?

Laut § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) gilt das unerlaubte Entfernen vom Unfallort bei Unfallbeteiligten als Straftat. Dabei räumen diese den Unfallgegnern keine Chance ein, ihre Adresse oder persönliche Daten zu erfahren, um nach dem Unfall eine Schadensabwicklung durchzuführen.

Besonders gefährlich wird eine solche Fahrerflucht dann, wenn beim Unfall Personen zu Schaden kamen und auf Erste Hilfe angewiesen wären.

Je nachdem, wie schwer der Unfall war oder ob der Fahrerflucht lediglich ein Parkrempler zugrunde liegt, kann sich das Strafmaß auf bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bemessen, die unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Blieb die Fahrerflucht von Ihnen unbemerkt, kann der Vorwurf auch ganz entfallen. Aber ab wann tritt bei einer Unfallflucht die Verjährung ein? Wann können Sie für die Tat nach dem Unfall nicht mehr belangt werden?

Wann verjährt Fahrerflucht?

Die Verjährungsfrist für eine Unfallflucht wird in § 78 des Strafgesetzbuches geregelt. Da für den Tatbestand der Fahrerflucht eine Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren vorgesehen ist, bemisst sich die Verjährungsfrist anhand dieser Angabe. Laut § 78 Absatz 3 StGB gilt:

Soweit die Verfolgung verjährt, beträgt die Verjährungsfrist […]
4. fünf Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren bedroht sind, […].

Demnach können Sie nach spätestens fünf Jahren nicht mehr für eine Fahrerflucht zur Verantwortung gezogen werden und keine Strafe mehr erhalten. Wichtig dabei: Egal, welche Folgen Ihre Unfallflucht hatte, die Verjährungsfrist für die Fahrerflucht beläuft sich immer auf fünf Jahre. Eine Verjährung wegen Fahrerflucht bei Sachschaden dauert dementsprechend genauso lange, wie bei einem tödlichen Autounfall. Anders als bei der Festlegung der Freiheits- bzw. Geldstrafe ist diese Angabe nicht veränderbar.

Neben der Verfolgungsverjährung gibt es noch die Vollstreckungsverjährung. Diese bezeichnet die Zeitspanne, in der die Strafe vollstreckt werden muss, ehe sie verjährt. Bei Straftaten, für die eine Freiheitsstrafe zwischen einem und fünf Jahren angesetzt wurde – also wie beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort möglich – beträgt die Vollstreckungsverjährung zehn Jahre.

Kann die Verjährungsfrist unterbrochen werden?

Die Verjährung bei Fahrerflucht beträgt normalerweise fünf und maximal zehn Jahre.

Die Verjährung bei Fahrerflucht beträgt normalerweise fünf und maximal zehn Jahre.

Der Beginn der Verjährungsfrist ist laut StGB der Tag, an dem Sie die Fahrerflucht begangen haben.

Grundsätzlich kann sich die Verjährungsfrist aber auch verlängern und somit mehr Zeit als die angegebenen fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Das ist dann der Fall, wenn die Verjährung der Unfallflucht unterbrochen wird.

Aber welche Vorkommnisse können die Verjährungsfrist des unerlaubten Entfernens vom Unfallort genau unterbrechen? Dazu können laut § 78c StGB unter anderem folgende zählen:

  • erste Vernehmung des Beschuldigten,
  • Eröffnung des Hauptverfahrens,
  • Erhebung öffentlicher Klage,
  • ein Strafbefehl,
  • eine richterliche Vernehmung des Beschuldigten oder deren Anordnung.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Situationen laut StGB, die bei einer Fahrerflucht die Verjährung für den Täter unterbrechen können. Tritt eines dieser Vorkommnisse ein, wird die Verjährungsfrist unterbrochen und beginnt von neuem.

Maximal kann jedoch die Frist zur Verjährung der Fahrerflucht auf einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren ausgereizt werden. Danach gilt das unerlaubte Entfernen vom Unfallort – egal, wie groß der Schaden war – offiziell als verjährt.

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