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Erste Hilfe – Was ist zu tun?

Was ist Erste Hilfe?

Die Erste Hilfe kann Leben retten. Wie Sie am besten im Notfall vorgehen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Die Erste Hilfe kann Leben retten. Wie Sie am besten im Notfall vorgehen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Ein Unfall auf der Autobahn ruft bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl hervor. Verletzte Menschen, zerstörte Autos, Sanitäter, Blaulicht, Feuerwehr und Polizei. Das will wohl niemand erleben. Doch obwohl Deutschland ein sehr gutes Rettungssystem etabliert hat, in dem ein Notarztwagen innerhalb weniger Minuten am Unfallort eintrifft, braucht es doch die sogenannte Erste Hilfe.

Diese kann nicht ausschließlich von den Rettungskräften geleistet werden. Da bereits die ersten Minuten nach einem Unfall zählen, sollte jeder in der Lage sein, als sogenannter Laienhelfer einzugreifen.

Doch was ist zu tun? Wie gehen sie am besten vor? Für viele bedeutet, Erste Hilfe zu leisten, auch sich erstmal überwinden. Denn ein Unfall oder eine schwerwiegende Verletzung sind für alle Beteiligten zunächst ein Schock. In einer solchen Situation ist jeder mit etwas Bedrohlichem, im Einzelfall sogar Lebensbedrohlichem konfrontiert und das kann Angst machen.

Doch es existieren ein paar grundlegende Regeln und Anweisungen, die jeder befolgen kann, um sich durch eine derartige Situation zu manövrieren und um die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte gekonnt zu überbrücken. Was Sie zu beachten haben? Und was wirklich wichtig an einem Unfallort ist, erfahren Sie im nachstehenden Ratgeber.

Was ist unter der Ersten Hilfe zu verstehen?

Zunächst sei an dieser Stelle festzuhalten, dass Erste Hilfe all jene Maßnahmen umfasst, die jedermann durchführen kann, um ein menschliches Leben zu retten. Sei es bei einem Unfall, einer plötzlich auftretenden Erkrankung oder bei einer Vergiftung. Gefahren oder Gesundheitsstörungen können mithilfe dieser Vorgehensweisen abgemildert oder abgewendet werden.

Bei der Ersten Hilfe sind drei Komponenten von großer Bedeutung:

  • Das Absetzen eines Notrufs
  • Die Absicherung der Unfallstelle
  • Die Betreuung der Verletzten
Erste Hilfe kann jeder leisten - schon das Absetzen eines Notrufs, wenn Sie einen Unfall beobachten, kann den Verletzten helfen.

Erste Hilfe kann jeder leisten – schon das Absetzen eines Notrufs, wenn Sie einen Unfall beobachten, kann den Verletzten helfen.

Ersthelfer sind dabei nicht ausschließlich medizinisch ausgebildete Personen. Es kann jeder ein Ersthelfer sein, der Zeuge eines Unfalls geworden ist und diese Maßnahmen einleitet. Vor allem Autofahrer haben einmal, zu mindestens, einen Erst-Hilfe-Kurs belegt. Zudem gibt es in Deutschland eine Verbandskastenpflicht. Außerdem lernen bereits Grundschüler, dass bei einem Unfall die Notrufnummer 112 zu wählen ist. Dennoch ist die Hemmschwelle, zu helfen, groß. Viele befürchten, etwas falsch zu machen.

Was ist die Rettungskette?

Unter der sogenannten Rettungskette ist die optimale Versorgung eines Betroffenen zu verstehen. Sie beschreibt die einzelnen Etappen und Aufgaben bei der Behandlung eines Patienten aus dieser Notsituation heraus. Sie reicht vom Notfallort bis hin zur Behandlung in der Klinik.

Mittlerweile gibt es verschiedene Interpretationen der Rettungskette, mit einer unterschiedlichen Anzahl an Kettengliedern. Dieser vorliegende Ratgeber orientiert sich an dem Modell mit sechs Gliedern. Diese sind:

  1. Absichern der Unfallstelle und Eigenschutz des Retters
  2. Notruf 112
  3. Sofortmaßnahmen: Wiederbelebungsmaßnahmen, stabile Seitenlage, Blutungen stillen oder stoppen, Schockbekämpfung
  4. Weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen: Frühdefibrillation, Wundversorgung, Betreuung, fachgerechte Lagerung, Ruhigstellen von Knochenbrüchen
  5. Rettungsdienst: Anknüpfen an Maßnahmen der Ersthelfer und Herstellung der Transportfähigkeit
  6. Notaufnahme im Krankenhaus

Aktuell werden die ersten beiden Komponenten weggelassen. Doch hier sind sie nochmal explizit aufgeführt, um die Bedeutung dieser Handlungen hervorzuheben. Denn bereits ein rechtzeitiger Anruf der Notarzt-Nummer kann Leben retten oder Personen vor Schlimmerem bewahren.

Erste Hilfe – Eine kurze Anleitung

Die Rettungskette sichert eine lückenlose Versorgung von Verletzten.

Wichtig! Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Sie zählt in Deutschland zu den sogenannten Gemeingefährlichen Handlungen, die in den §§ 306 bis 323c Strafgesetzbuch (StGB) zusammengefasst sind.

§ 323c StGB:

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Soweit muss es nicht kommen. Sie können helfen. Doch was ist genau zu beachten in diesen einzelnen Phasen der Ersten Hilfe?

Absicherung und Eigenschutz bei einem Unfall

Zur Verhütung eines weiteren Unfalls sollten Sie in Notsituationen zunächst auf Ihren eigenen Schutz achten. Bei einem Verkehrsunfall ist das eigene Fahrzeug in einer Entfernung von 10 bis 20 Meter zum Unfallort abzustellen. Die Aktivierung der Warnblickanlage ist zwingend erforderlich. Außerdem sollten Sie darauf achten, Ihre Warnweste anzuziehen und das Warndreieck aufzustellen, etwa 100 Meter entfernt vom Unfall.

Auf der Autobahn sollte diese Entfernung ungefähr bei 150 bis 400 Metern liegen. Vor allem dort ist es ratsam, sich hinter den Leitplanken aufzuhalten. Denn für das Betreten der Autobahn droht Ihnen im schlimmsten Fall ein Verwarngeld von 10 Euro. Im Übrigen ist ein Bußgeld auch beim Nicht-Mitführen einer Warnweste und eines Warndreiecks fällig.

Der erste Schritt in der Rettungskette ist der eigene Schutz der Helfer und die Absicherung der Unfallstelle. Dabei sollten Sie sich immer die drei Schritte Erkennen, Überlegen und dann Handeln bewusst machen.

Der erste Schritt in der Rettungskette ist der eigene Schutz der Helfer und die Absicherung der Unfallstelle. Dabei sollten Sie sich immer die drei Schritte Erkennen, Überlegen und dann Handeln bewusst machen.

Zunächst geht es also um die richtige Einschätzung der Situation und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um etwaige Risiken zu minimieren. Erkennen, Überlegen und Handeln bilden hierbei die wichtigsten Komponenten.

  • Welche Art von Notfall liegt vor?
  • Welche Gefahren bestehen noch?
  • Wie ist am besten vorzugehen?

Die Beachtung des Eigenschutzes gilt vor allem dann, wenn Sie bei einem Verkehrsunfall, die verletzte Person aus dem Auto bergen beziehungsweise holen müssen. Bei Feuer oder ähnlich bedrohlichen Situationen ist auf die Rettungskräfte zu warten, damit Sie sich als Ersthelfer nicht selbst in Gefahr begeben.

Andernfalls lösen Sie den Gurt und schneiden diesen gegebenenfalls durch. Ziehen Sie die bewusstlose Person vorsichtig aus dem Fahrzeug – am besten Schritt für Schritt. Anschließend sollten Sie den Menschen an einen sicheren Ort bringen, wo Sie diesen weiter betreuen und behandeln können.

Den Notarzt rufen

Bevor Sie jedoch überhaupt irgendwelche Maßnahmen einleiten, sollten Sie zum Telefon greifen und unter der europaweit geltenden Nummer 112 den Notarzt anrufen. Unter 110 erreichen Sie die Polizei.

Gerade wenn mehrere Personen Hilfe leisten können, sollten diese Schritte parallel passieren, um keine Zeit zu verlieren. Vor allem mit dem Handy oder Smartphone ist es mittlerweile nicht schwer oder zeitaufwendig, den Krankenwagen zu rufen.

Falls Sie wider Erwarten keinen Empfang oder ein Handy dabei haben sollten, besteht die Möglichkeit an einer Notrufsäule, den Notarzt unter der Telefonnummer 112 zu informieren, wählen Sie diese. Bei Unfällen in Tunneln nutzen Sie am besten die Notrufnischen.

Wichtig! Für den Krankenwagen-Notruf sollte nach Möglichkeit ein Beobachter beauftragt werden. Denn es ist wichtig, dass immer eine helfende Person beim Betroffenen bleibt, um die Sofortmaßnahmen zeitnah einleiten zu können.

In diesen frühen Phasen für die Erste Hilfe ist es von großer Bedeutung, dass Sie ruhig bleiben und durch ein sicheres Auftreten, die Verletzten beruhigen.

Was ist in Bezug auf den Notruf beim Notarzt zu beachten?
Sie sollten den Notarzt rufen, wenn Sie Zeuge eines Unfalls wurden.

Sie sollten den Notarzt rufen, wenn Sie Zeuge eines Unfalls wurden.

Diese Ruhe ist nicht nur gegenüber den Beteiligten und Betroffenen wichtig, sondern auch, wenn Sie Informationen beim Notruf vermittelt müssen. Dabei gilt es nämlich knappe und präzise Angaben zu machen. Die „Fünf W“ sollten hier beachtet werden:

  • WO ist der Unfall oder Notfall?
  • WAS ist passiert?
  • WIE VIELE Verletzte oder Betroffene gibt es?
  • WELCHE Verletzungen oder Krankheitszeichen sind vorhanden?
  • WARTTEN Sie auf etwaige Rückfragen seitens der Rettungsstelle!

Die Sofortmaßnahmen am Unfallort

In dieser Phase der Rettungskette steht die Feststellung der vitalen Funktionen an oberster Stelle. Unter den Vitalfunktionen sind die Lebensfunktionen zu verstehen. Das betrifft die Frage nach dem Bewusstsein oder der Bewusstlosigkeit des Verletzten. Daneben sollte die Atmung und der Blutkreislauf überprüft werden.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen sind genau dafür da, um die Vitalfunktionen zu erhalten oder wieder herzustellen.

Ist jemand bei Bewusstsein, kann er sich räumlich sowie zeitlich orientieren. Er ist in der Lage auf Fragen zur eigenen Person zu antworten und reagiert auf Schmerz oder andere Reize. Falls dies der Fall sein sollte, haben Sie als Ersthelfer die Möglichkeit, Informationen über die Beschwerden, Schmerzen, über den Unfallhergang und Ähnliches zu bekommen. Reagiert der Betroffene nicht auf die Fragen und Reize, ist er bewusstlos.

Wichtig! Lebensbedrohliche Zustände sind unter anderem:

  • Atemstillstand
  • Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Schock
  • Starke Blutungen
  • Starke Verbrennungen

Wenn die verletzte Person ansprechbar ist, sollte der Ersthelfer diese vor allem auch psychisch betreuen und beruhigen. Dazu gehört auch, den Betroffenen vor etwaigen Schaulustigen abzuschirmen, sowie beruhigend mit diesem zu reden und auf Fragen zu antworten. Vermitteln Sie in einer solchen Situation Zuversicht und informieren Sie das Opfer, zum Beispiel darüber, dass Hilfe beziehungsweise ein Krankenwagen unterwegs ist.

Die Atmung kontrollieren

Die regelmäßige Kontrolle von Puls und Atmung ist auch wichtig bei Betroffenen, die noch bei Bewusstsein sind. Doch vor allem bei bewusstlosen Verletzten ist die Atmung zunächst zu überprüfen. Dabei sollten Sie sich auf all Ihre Sinne verlassen. Sind Atembewegungen sichtbar, hörbar oder fühlbar? Können Sie Unregelmäßigkeiten feststellen?

Befindet sich das bewusstlose Opfer in Rückenlage besteht die Gefahr durch das Erschlaffen der Muskeln, dass die Zunge zurückfällt und die Atemwege blockiert. In diesem Falle sollten Sie den Hals des Betroffenen leicht überstrecken. Das heißt, den Kopf nach hinten neigen und das Kinn anheben. Die Überprüfung der Atmung sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern. Ist keine Atembewegung feststellbar, sollte in Bezug auf die Erste Hilfe, die Beatmung beginnen.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie das Überprüfen der Atmung und die Herzdruckmassage, sollten bereits an der Unfallstelle eingeleitet werden.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie das Überprüfen der Atmung und die Herzdruckmassage sollten, bereits an der Unfallstelle eingeleitet werden.

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Reanimation

Ist die Person bewusstlos und atmet nicht, muss mit der sogenannten Herzdruckmassage begonnen werden. Dabei sollten im Rhythmus von 30 Stößen auf den Brustkorb zwei Atemspenden folgen. In der Minute müssen etwa 100 Stöße auf den Brustkorb erfolgen. Dabei sollte so viel Druck ausgeübt werden, dass sich der Oberkörper fünf oder sechs Zentimeter absenkt.

Diese Sofortmaßnahme sollte ununterbrochen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte erfolgen. Für die Erste Hilfe ist die Herzdruckmassage ein essentieller Bestandteil, der vor allem in den ersten Sekunden und Minuten viel bewirken kann. Denn bereits nach drei Minuten ohne Sauerstoff können im Gehirn Schäden auftreten.

Bei der Beatmung sind zwei Arten zu unterscheiden, die Mund-zu-Nase- und die Mund-zu-Mund-Beatmung. Entgegen der landläufigen Auffassung und den Bildern, die aus Funk und Fernsehen bekannt sind, hat die Mund-zu-Mund-Beatmung einen gravierenden Nachteil. Durch diese Form der Wiederbelebung gelangt viel Luft in den Magen und kann im schlimmsten Fall zum Erbrechen führen.

Wichtig! Bevor Sie mit der Beatmung beginnen, sollten möglich Fremdkörper aus der Nase und dem Mund entfernt werden.

Setzt die Atmung wieder ein, ist es dringend erforderlich, den Verletzten in die stabile Seitenlage zu bringen.

Wichtig! Bei Kindern ist zu beachten, dass nicht zu viel Luft in die Lungen gepustet wird und der Druck auf den Brustkorb ebenso angepasst ist. Bei vielen ist die Hemmschwelle in Bezug auf Kinder besonders hoch. Aber in einer solchen Situation ist eine gebrochene Rippe zu verschmerzen, wenn die Beatmung den Tod des Kindes durch Herzstillstand verhindern kann.

Die Erste Hilfe und die stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage ist wohl die bekannteste Maßnahme im Bereich der Ersten Hilfe. Sie sollte immer dann ihre Anwendung finden, wenn der Betroffene atmet. Dabei ist es besonders gut, wenn Bewusstlose in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit sie eventuell nicht am Erbrochenen ersticken oder ein Zurückfallen der Zunge den Atemweg versperrt.

Setzt die Atmung zwischenzeitlich aus, ist das Opfer umgehend wieder in Rückenlage zu bringen.

Die stabile Seitenlage sollte in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden.

Die stabile Seitenlage sollte in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden.

Dabei ist, wie folgt, vorzugehen:

  1. Die verletzte Person mit ausgestreckten Beinen auf den Rücken legen.
  2. Einen Arm nach oben anwinkeln.
  3. Sie als Ersthelfer müssen dann den Arm, der am weitesten von Ihnen entfernt ist, greifen und legen diesen auf die andere Schulter.
  4. Mit dem von Ihnen weiter entfernt liegenden Oberschenkel ziehen Sie den Betroffenen zu sich auf die Seite.
  5. Öffnen Sie leicht den Mund des Verletzten und bewegen Sie den Kopf leicht nach oben.

Die Erste-Hilfe-Decke ist an dieser Stelle anzuwenden, um den Verletzten vor den Witterungsverhältnissen zu schützen sowie vor einer zu großen Auskühlung oder eine Überhitzung.

In der stabilen Seitenlage sollten weiterhin die Vitalfunktionen regelmäßig überprüft werden.

Knochenbrüche – Wie sollten Sie vorgehen?

Neben der Atemnot haben vor allem Verkehrsopfer diverse andere Verletzungen, die Sie bei ansprechbaren Personen erfragen können. Knochenbrüche gehen in der Regel mit starken Schmerzen einher. Die Gliedmaßen können aber auch eine unnatürliche Haltung einnehmen.

Bei Verletzungen an der Wirbelsäule, sofern diese erkennbar sind, sollte der Körper nicht bewegt werden, um weitere Verschiebungen und Verschlimmerungen auszuschließen.

Letztlich können Ersthelfer an dieser Stelle wenig ausrichten. Die Bruchstellen sollten nicht bewegt und ruhig gestellt werden. Durch das Kühlen der betroffenen Stellen können Sie lediglich eine Schmerzlinderung erreichen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Wundversorgung

Vor allem bei Blutungen oder stark blutenden Wunden sind ein paar Vorkehrungen sowie Maßnahmen zu treffen. An dieser Stelle spielt der verpflichtende Verbandskasten eine wichtige Rolle. Deshalb sollte auf seine Vollständigkeit und Aktualität Wert gelegt werden.

Doch wie gehen Sie bei der Wundversorgung richtig vor?

  1. Auf die Wunde kommt die Wundauflage.
  2. Mit dem Verband ein paarmal um die Wunde.
  3. Das Druckpolster auflegen.
  4. Den Verband auch um das Polster legen.
  5. Fixierung des Verbands.

Aus den offenen Wunden sollten nur größere Fremdkörper entfernt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass Sie medizinische Einmalhandschuhe tragen um, um die Infektion zu minimieren. Die Wunde selbst sollte keinesfalls berührt werden.

Dabei sind Sprays oder gar Desinfektionsmittel zu vermeiden. Sie können den Blutverlust verringern, indem Sie die betroffenen und verbundenen Körperteile hoch ablegen.

Das mindert zudem die Wahrscheinlichkeit für einen Kreislaufzusammenbruch aufgrund eines übermäßigen Blutverlustes. Die Ziele dieser Maßnahmen sind der Schutz vor Infektionen, die Schmerzlinderung und das Stillen der Blutung.

Ersthelfer sollten an einem Unfallort, den Betroffenen vor allem in einem Gespräch beruhigen und ablenken, denn oftmals stehen diese unter einem Schock.

Ersthelfer sollten an einem Unfallort, den Betroffenen vor allem in einem Gespräch beruhigen und ablenken, denn oftmals stehen diese unter einem Schock.

Die Schockbehandlung in der Ersten Hilfe

Die Ausnahmesituation eines Unfalls ruft in vielen Fällen einen Schockzustand bei den Betroffenen hervor. Neben einer derartigen psychischen Belastung kann dieser auch immer dann auftreten, wenn der Blutverlust zu groß ist.

Eindeutige und allgemeine Symptome für einen Schock sind schwer zu beschreiben, da es sich bei jedem Menschen anders verhält. Die einen sind vollkommen ruhig und schon fast teilnahmslos mit leerem Blick, die anderen sind unruhig und nervös oder sogar hysterisch. Den meisten ist jedoch gemein, die bleiche Haut und kalter Schweiß auf der Stirn.

In einer solchen Situation ist mal wieder das Gespräch mit dem Betroffenen für die Erste Hilfe enorm wichtig. Denn der Schock beschreibt im Allgemeinen eine schwere Kreislaufstörung. Das bedeutet für den Ersthelfer, den Betroffenen von einer Ohnmacht fernzuhalten. Dabei kann es helfen, den Verletzten anzusprechen und auch abzulenken.

Das Beine-Hochlegen ist auch eine sehr effektive Methode, vor allem um den gesamten Kreislauf wieder etwas zu stabilisieren. Es empfiehlt sich, die Person vom Unfallgeschehen fernzuhalten.

Wenn trotz aller Maßnahmen die Ohnmacht eintritt, sollten die bereits erwähnten Maßnahmen greifen, wie die stabile Seitenlage und die ständige Kontrolle der Atmung.

Die Erste Hilfe bei Verbrennungen

Ein Schock kann unter anderem auch dann auftreten, wenn es zu Verbrennungen kommt. Ein Verkehrsunfall mit Explosionen und Bränden ist dabei vor allem für die Ersthelfer gefährlich. Hier sollte auch der Eigenschutz zunächst gewährleistet sein.

Wenn Sie dem Opfer nahe kommen können, ohne sich und andere zu gefährden, ist es zu Beginn wichtig, die verbrannte Kleidung zu entfernen.

Ist diese jedoch mit der Wunde verkrustet, sollte sie nicht entfernt werden. Das Kühlen steht bei derartigen Wunden im Mittelpunkt. Aber Vorsicht: Denn großflächige Brandwunden dürfen zur Vermeidung einer Unterkühlung nicht umfänglich gekühlt werden.

Wie bei blutenden Wunden ist es wichtig, vor einer Infektion zu schützen. Dies können Sie unter anderem mit dem Verbandtuch gewährleisten. Dieses sollte nur am Rand festgehalten werden, um es weitestgehend keimfrei zu halten. Ist das Verbrennungsopfer bewusstlos, ist auch hier wiederum eine stabile Seitenlage erforderlich.

Wenn Sie den Helm abnehmen bei einem Unfall, sollte dies nur im äußersten Notfall geschehen.

Wenn Sie den Helm abnehmen bei einem Unfall, sollte dies nur im äußersten Notfall geschehen.

Für die Erste Hilfe den Helm abnehmen – ja oder nein?

Vor allem Unfälle mit der Beteiligung von Motorradfahrern oder Fahrradfahrern sind besonders schwerwiegend. Doch wie sollten Sie vorgehen, wenn Sie für die Erste Hilfe den Motoradhelm abnehmen sollen? In dieser Situation ist es ratsam zu zweit vorzugehen, um etwaige Verletzungen an der Halswirbelsäule nicht zu verschlimmern. Beim Motorradfahrer gilt ins besondere Vorsicht walten zu lassen, da ein solcher Helm den Nacken stabilisiert.

Ein Ersthelfer sollte zunächst den Hals stabilisieren, in dem mit beiden Händen der Unterkiefer und der Helm fixiert werden. Ein zweiter Helfer klappt nun das Visier hoch und öffnet die Kinnriemen. Bei dem vorsichtigen Abziehen des Helms sollte die Halspartie weiterhin gut gestützt und fixiert sein.

Bei weiteren Sofortmaßnahmen sollte in einem solchen Fall der Kopf immer gut gestützt werden.

Wichtig! Sollten Sie im Falle eines Unfalls mit Motorradbeteiligung allein als Ersthelfer sein, gehen Sie am besten Schritt für Schritt vor und wechseln Sie die beschriebenen Positionen (oberhalb des Kopfes und seitlich des Kopfes des verletzten Fahrers).

Ist der Fahrer ansprechbar und bei Bewusstsein, sollten die Maßnahmen für die Erste Hilfe mit dem Motorradhelm erfolgen, um mögliche Folgeschäden auszuschließen.

Der Verbandskasten

Eine kurze Anleitung für die Erste Hilfe finden Sie auch im Verbandskasten.

Eine kurze Anleitung für die Erste Hilfe finden Sie auch im Verbandskasten.

Ganz allgemein gesprochen, ist der Verbandkasten ein Behältnis zur Aufbewahrung von Verbandmitteln und weiterer Ausrüstung, die für die Erst Hilfe notwendig sind.

Das Mitführen eines Verbandskastens im Fahrzeug ist in Deutschland in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StZVO) geregelt im § 35h. Es ist für die meisten Fahrzeuge Pflicht. Einzige Ausnahme: Krafträder.

Der Inhalt ist nach der DIN-Norm 13164 definiert. Dabei fand im Jahre 2014 eine Anpassung statt. Die Norm macht jedoch entgegen der landläufigen Meinung keine Angaben über die Verfallsdaten der Kästen. Somit sind Verwarngelder bezüglich des Ablaufens weiterhin rechtlich strittig.

Ein Nicht-Mitführen des Materials hat mögliche Verwarngelder zwischen fünf und 25 Euro zur Folge.

Was sollte enthalten sein?

  • Heftpflaster
  • 14-teiliges Fertigpflasterset (Wundschnellverband, Fingerkuppenverbände, Fingerverbände, Pflasterstrips)
  • Verbandpäckchen K
  • Verbandpäckchen M
  • Verbandpäckchen G
  • Verbandtuch
  • Fixierbinde
  • Rettungsdecke
  • Kompresse
  • Dreieckstuch
  • Verbandkastenschere
  • Feuchttuch
  • Medizinische Handschuhe
  • Broschüre
  • Inhaltsverzeichnis
  • Die Rettungsdecke oder auch Erst-Hilfe-Decke schütz eine verletzte Person vor äußeren Einflüssen wie Nässe, Sonneneinstrahlung, vor Wind oder einfach vor Kälte. Wenn Sie die Person vor dem Erfrieren schützen wollen, sollte die silberne Seite der Decke nach innen zeigen. Für den Schutz vor einer übermäßigen Sonneneinstrahlung und der damit verbundenen Überhitzung sollte wiederum die goldene Seite innen liegen.
  • Mit den verschiedenen Pflastern und Verbänden können nicht nur kleinere Wunden versorgt werden, sondern mit einem zusätzlichen Druckverband oder einer Kompresse können Sie eine Blutung stillen.
  • Wie bereits erwähnt, sind die medizinischen Handschuhe vor allem für eine Vorsorge der Infektionsgefahr notwendig. Das betrifft sowohl den Schutz der Ersthelfer als auch den des Patienten.
  • In der Broschüre finden Sie als Ersthelfer eine kurze Zusammenfassung und Anleitung einzelner Schritte bei der Ersten Hilfe. Vor allem wenn Sie sich nicht ganz sicher sind oder kurz aus dem Konzept geraten, kann diese Broschüre eine gute Gedankenstütze sein. Diese Informationen ersetzen jedoch keine fundierte Einführung in die Erst-Hilfe-Regeln während eines Kurses. Sollten Sie sich diesbezüglich unsicher fühlen, empfiehlt es sich einen Kurs zur Auffrischung zu belegen.

Und trotz aller Anleitung für die Erste Hilfe kann es in der Notsituation passieren, dass Sie blockiert sind und vollkommen nervös. Und vielleicht ist die Hemmschwelle für eine Herzdruckmassage oder eine stabile Seitenlage zu hoch.

Den Notarzt oder Krankenwagen kann aber jeder rufen, wenn ein Unfall beobachtet wird.

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