Legal Highs: Legale Ersatzstoffe für illegale Drogen?

Von bussgeldrechner.org, letzte Aktualisierung am: 4. November 2021

Mit Badesalz legale Highs erleben?

Legal Highs werden unter anderem getarnt als Badezusatz verkauft.
Legal Highs werden unter anderem getarnt als Badezusatz verkauft.

Wer an seinem Führerschein hängt, aber gleichzeitig den Rauschzustand, den Drogen erzeugen können, erleben möchte, stellt sich unter Umständen die Frage: Was macht high und ist legal? Aufgrund ihrer Bezeichnung als Legal Highs werden Interessenten früher oder später auf entsprechende Kräutermischungen, Badezusätze oder Lufterfrischer stoßen.

Doch handelt es sich dabei tatsächlich um legale psychoaktive Substanzen? Was ist in den sogenannten Legal Highs drin? Wie gefährlich kann ein angeblich legaler Rausch sein? Müssen Konsumenten mit Sanktionen rechnen? Und welche Auswirkungen kann die Einnahme auf den Führerschein haben? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Legal Highs

Was sind Legal Highs?

Bei Legal Highs oder Herbal Highs handelt es sich um künstlich hergestellte Versionen von illegalen Drogen, die entgegen ihrer Bezeichnung in der Regel nicht als legale Rauschmittel gelten. Offiziell ist daher meist von „neuen psychoaktive Substanzen“ (NPS) die Rede.

Was macht Legal Highs so gefährlich?

Neben der irreführenden Bezeichnung, die suggeriert, dass Konsumenten mit den entsprechenden Substanzen legal high werden können, führt auch der Verkauf als Badesalz oder Kräutermischung zur Verharmlosung. Darüber hinaus birgt der Konsum eine erhebliche Gesundheitsgefährdung. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Kann ich durch Legal Highs meinen Führerschein verlieren?

Wer Legal Highs konsumiert, ist nicht mehr fahrtauglich. Die Führerscheinstelle kann infolgedessen die Fahreignung anzweifeln, den Führerschein entziehen und eine MPU verlangen.

Droht durch NPS der Verlust des Führerscheins?

Führerschein weg statt legaler Rausch.
Führerschein weg statt legaler Rausch.

Durch die Imitation illegaler Drogen kann ein Legal High wie Speed oder Ecstasy wirken und sich damit erheblich auf die Fahreignung des Konsumenten auswirken. Aus diesem Grund ist das Führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Legal High grundsätzlich untersagt und kann gemäß § 315c Strafgesetzbuch (StGB) als Gefährdung des Straßenverkehrs gewertet werden. Der Gesetzgeber sieht dafür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren vor.

Unter Umständen besteht auch die Möglichkeit, dass Drogen bzw. berauschende Mittel am Steuer als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, allerdings muss die entsprechende Substanz dafür in der Anlage zu § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG) aufgelistet sein. Dem Verkehrssünder droht dann mindestens ein Bußgeld von 500 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot.

Allerdings gestaltet sich der Nachweis der entsprechenden Substanzen mitunter schwierig, denn vor allem Drogenschnelltests können dies nicht erkennen. Haben die Beamten der Polizei bei Verkehrskontrolle genügend Anhaltspunkte für den Konsum, können diese aber auch eine Blutabnahme mit anschließendem Drogentest in die Wege leiten.

Etwaige Auffälligkeiten werden auch der Führerscheinstelle gemeldet. Bestehen von Seiten der Behörde Zweifel an der Fahreignung, kann dies zum Fahrerlaubnisentzug führen. Wer seinen Führerschein wiedererlangen möchte, muss dann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) erfolgreich absolvieren. Bei einem nachgewiesenen Drogenkonsum werden dafür Abstinenznachweise verlangt.

Wie gefährlich sind Legal Highs?

Was ist an Legal Highs illegal?
Was ist an Legal Highs illegal?

Zahlreiche Internetshops bieten vermeintlich legale Ersatzprodukte zu illegalen Drogen an. Diese synthetisch hergestellten Substanzen werden gemeinhin als Legal Highs (dt. legale Rauschmittel) und offiziell als „Neue psychoaktive Substanzen“ (NPS) bezeichnet. Der Verkauf der Fertigprodukte erfolgt dabei unter anderem als Badesalz, Düngerpillen, Lufterfrischer oder Kräutermischungen. Die gezielte Irreführung wird dabei durch Hinweise wie „Nicht für den menschlichen Konsum bestimmt“ unterstützt.

Mittlerweile gibt es zahlreiche vermeintlich legale Drogen. Eine Liste der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht führt dabei mehr als 730 verschiedene NPS auf. Diese Vielzahl begründet sich vor allem dadurch, dass sich die Substanzen chemisch leicht verändern lassen. Aus diesem Grund werden seit 2016 durch das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) nicht mehr einzelne Substanzen, sondern ganze Stoffgruppen verboten. Dazu zählen:

  • von 2-Phenethylamin abgeleitete Verbindungen
  • Cannabimimetika/synthetische Cannabinoide
  • Benzodiazepine
  • von N-(2-Aminocyclohexyl)amid abgeleitete Verbindungen
  • von Tryptamin abgeleitete Verbindungen

Wichtig! Das Verbot für Legal Highs bzw. die dafür genutzten Stoffgruppen umfasst insbesondere den Handel, die Herstellung, den Erwerb, den Besitz sowie das Verabreichen der Substanzen.

Legal Highs imitieren die Wirkung von illegalen Drogen, wobei die tatsächliche Zusammensetzung unbekannt ist. Gerade dieser Umstand birgt eine erhebliche Gesundheitsgefährdung, denn es gibt keine Auflistung der Wirkstoffe oder Angaben zur Konzentration. Darüber hinaus wird die Zusammensetzung teilweise häufig verändert. Sicherheit gibt es also auch dann nicht, wenn eine Person mehrfach das als Legal oder Herbal High deklarierte Präparat konsumiert. Nicht zuletzt fehlt es an Qualitätskontrollen. So soll es auch schon Fälle gegeben haben, in denen Legal Highs mit Rattengift gestreckt waren und zu schweren inneren Blutungen geführt haben. Häufig berichten Konsumenten unter anderem von folgenden Symptomen:

  • Herzrasen
  • Kreislaufprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • Magenschmerzen
  • Angstzustände
  • Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit
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