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Der Gefahrguttransport mit dem Lkw – welche Vorgaben gelten?

VergehenBußgeld (in €)
Beförderung nicht rechtzeitig angehalten oder ordnungswidrig fortgesetzt500
Füllungsgrad, Masse oder Befülltemperatur nicht eingehalten250
Dichtheit nicht überprüft250
Großzettel nicht angebracht250
Orangene Tafel nicht richtig angebracht oder nicht richtig sichtbar angebracht100
Orangene Tafel nicht angebracht oder nicht sichtbar angebracht300
Schriftliche Weisung nicht mitgeführt oder nicht rechtzeitig ausgehändigt150
Beförderungspapier nicht mitgeführt oder nicht rechtzeitig ausgehändigt150
Lichtbildausweis nicht mitgeführt oder nicht rechtzeitig ausgehändigt150
Großcontainer- oder Fahrzeugzertifikat nicht mitgeführt oder nicht rechtzeitig ausgehändigt150
Zulassungsbescheinigung nicht mitgeführt oder nicht rechtzeitig ausgehändigt150 - 400
Bescheinigung über Basiskurs oder Aufbaukurs des Fahrzeugsführers nicht mitgeführt300
Bescheinigung über Basiskurs und Aufbaukurs des Fahrzeugsführers nicht mitgeführt500
Feuerlöschgerät nicht mitgeführt150
Ordnungswidrige Zusammenladung250
Nach dem Entladen erfolgte keine Reinigung250
Be- oder Entladung an unzulässiger Stelle100
Rauchverbot nicht beachtet250

Diese Strafen sieht der Bußgeldkatalog Gefahrgut vor

Beim Gefahrguttransport gelten zahlreiche Vorgaben und Regelungen, die der Verkehrssicherung dienen.

Beim Gefahrguttransport gelten zahlreiche Vorgaben und Regelungen, die der Verkehrssicherung dienen.

Bei der Beförderung gefährlicher Güter haben Lkw-Fahrer besondere Regeln einzuhalten – gefährdet ein unachtsames oder riskantes Fahrverhalten doch andere Verkehrsteilnehmer schlimmstenfalls erheblicher als bei einem normalen Unfall. Sie haben sich deshalb noch sorgsamer an die Straßenverkehrsordnung (StVO) zu halten.

Im Zweifelsfall gilt: Achten Sie auf Ihre Geschwindigkeit und fahren lieber langsamer, anstatt sich selbst und andere gefährlichen Situationen auszusetzen. Das gilt insbesondere auch bei schlechter Sicht. In diesem Fall muss die Fahrt unterbrochen werden, um Gefahren zu umgehen. Widersetzen Sie sich diesen und anderen Vorschriften, drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und unter Umständen sogar ein einmonatiges Fahrverbot.

Bevor es daher zum Transport gefährlicher Güter im Verkehr kommt, informieren Sie sich, was laut geltendem Verkehrsrecht beim Führen eines Gefahrgut-Lkw in Deutschland zu beachten ist. Bei welchen Stoffen handelt es sich um Gefahrgut? Welche Vorgaben macht die Gefahrgutverordnung Straße (GGVS)? Und welche Ahndungen drohen bei Missachtung der rechtlichen Vorgaben?

Diese Gefahrgutklassen gibt es

Gefahrguttransporte bewegen Stoffe und Gegenstände, die wegen ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes die öffentliche Sicherheit bzw. Ordnung sowie Gesundheit und Leben von Tieren und Menschen gefährden können.

Gefahrgüter und gefährliche Stoffe werden deshalb von den Vereinten Nationen in verschiedene Gefahrgutklassen eingeteilt. Grundsätzlich existieren 9 verschiedene Klassen, welche wiederum in Unterklassen unterteilt sind. Sie verfügen über spezifische Symbole, anhand derer sie ebenfalls zu differenzieren sind.

  • Klasse 1: Sprengstoffe (u. a. Schwarzpulver, Schießbaumwolle)
  • Klasse 2: Gase (jeweilige Unterklassen: entzündbar, nicht entzündbar, giftig) (z. B. Wasserstoff, Propangas)
  • Klasse 3: entzündbare flüssige Stoffe (u. a. Benzin, Alkohol)
  • Klasse 4: entzündliche Stoffe (z. B. Schwefel, Kohle)
  • Klasse 5: entzündend wirkende Stoffe (u. a. „Unkraut-Ex“, Düngemittel mit Ammoniumanteil)
  • Klasse 6: giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe (z. B. Blausäure, Pestizide )
  • Klasse 7: radioaktive Stoffe (u. a. Uran, Plutonium)
  • Klasse 8: ätzende Stoffe (z. B. Schwefelsäure, Natronlauge)
  • Klasse 9: verschiedene gefährliche Stoffe bzw. Gegenstände (u. a. Airbags, Lithiumbatterien)

Gefahrgutverordnung Straße (GGVS)

Die Gefahrgutverordnung schreibt vor, welche Bestimmungen beim Transport von Gefahrgut auf Straßen, Schienen, Binnengewässern, in der Luft und auf See einzuhalten sind. Die Gefahrgutverordnung Straße fordert bei der Beförderung von sensibler Ladung mit einem Gefahrgut-Lkw: Neben einer Warntafel, welche die UN-Nummer enthält, ist auch das Anbringen von spezifischen Gefahrgutzeichen oder auch wahlweise Gefahrgutaufklebern Pflicht.

Ein Gefahrgut-Lkw muss mittels bestimmter Kennzeichen auf seine Ladung hinweisen.

Ein Gefahrgut-Lkw muss mittels bestimmter Kennzeichen auf seine Ladung hinweisen.

Werden Sie auf der Straße transportiert, muss eine besondere Kennzeichnung erfolgen, um andere Verkehrsteilnehmer über die Sensibilität der beförderten Ladung zu informieren. Auch für Rettungskräfte sind Gefahrgutaufkleber sehr wichtige Indikatoren dafür, wie sie sich korrekt zu verhalten haben, um Leib und Leben Unfall-Beteiligter und Helfer so gut wie möglich zu schützen.

Darüber hinaus bestimmt die Verordnung, dass der Lkw-Führer sowohl Gefahrgutzettel als auch Unfallmerkblätter dabei haben muss, die ebenfalls der Deklaration dienen.

Abgesehen von der Gefahrgutverordnung Straße (GGVS) existieren noch weitere Regelwerke wie zum Beispiel die ADR – das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route). Die ADR Gefahrgut unterliegt in einem regelmäßigen zweijährigen Rhythmus Änderungen. Gefahrgut-Lkw-Fahrer, Spediteure und Verlader sollten sich daher kontinuierlich auf dem Laufenden halten, um keinen Bußgeldbescheid zu riskieren.

Die Strafen sieht der Bußgeldkatalog vor

Wer sich den Vorgaben zum Gefahrgut-Transport widersetzt, muss mit harten Ahndungen rechnen. Welche dies im Detail sind, entnehmen Sie der oben stehenden Bußgeldtabelle.

Angesichts des großen Gefährdungspotenzials, das von einem Gefahrguttransport ausgeht, ahndet der Bußgeldkatalog die Missachtung oder Vernachlässigung der Sicherungspflichten durch den Fahrzeugführer vergleichsweise hart. Neben hohen Bußgeldern erwartet ihn ebenfalls ein zusätzlicher Punkt in Flensburg.

Während das erstmalige Befahren einer durch das Verkehrszeichen 261 gesperrte Straße ein Bußgeld von 100 Euro und einen Punkt nach sich zieht, erhöht die Bestrafung bei Wiederholung auf 250 Euro Bußgeld, einen Punkt sowie ein zusätzliches Fahrverbot von einem Monat Länge.

Richtig teuer wird es für Spediteure und solche, die eine Lkw-Gefahrgut-Fahrt anordnen, obwohl das Fahrzeug sich in nicht vorschriftsmäßigem Zustand befand. Allein hierfür werden 405 Euro und ein Punkt fällig. Kommt es in Folge auch noch zu einem Unfall müssen 585 Euro berappt werden. Auch mit einem Flensburg-Punkt ist zu rechnen.

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