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Die Sperrfrist beim Führerschein

Wie lange darf keine neue Fahrerlaubnis beantragt werden?

Viele Kraftfahrer können es kaum abwarten, nach dem Ende der Sperrfrist eine neue Fahrerlaubnis zu beantragen.

Viele Kraftfahrer können es kaum abwarten, nach dem Ende der Sperrfrist eine neue Fahrerlaubnis zu beantragen.

Fahren unter Alkoholeinfluss, Drogen am Steuer oder die maximale Anzahl von acht Punkten auf dem Flensburger Punktekonto – all diese Verstöße gegen das Verkehrsrecht führen zur Entziehung der Fahrerlaubnis.

Möchten auffällig gewordene Kraftfahrer im Anschluss einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen, so müssen sie erst einmal den An­forderungen der zuständigen Führerscheinstelle gerecht werden.

Diese können beispielsweise aus diversen Abstinenznachweisen oder der Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) bestehen. Was einigen Verkehrssündern außerdem Kopfschmerzen bereitet, ist die mit dem Führerscheinentzug einhergehende Sperrfrist. Bevor diese nicht abgelaufen ist, bleibt es ihnen nämlich verwehrt, einen neuen Führerschein zu beantragen.

Was es mit der sogenannten „Sperrzeit“ beim Führerschein auf sich hat, wie lange sie in der Regel dauert, ob auch lebenslängliche Sperrfristen möglich sind und was Autofahrer tun können, um die Sperrzeit zu verkürzen, erklären wir in diesem Ratgeber.

Welchen Zweck erfüllt die Sperrfrist und wie lange dauert sie?

Oft muss zusätzlich eine MPU nach der Sperrfrist absolviert werden, damit dem Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis zugestimmt wird.

Oft muss zusätzlich eine MPU nach der Sperrfrist absolviert werden, damit dem Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis zugestimmt wird.

In der Regel sind die Entziehung vom Führerschein und die Sperrfrist eng miteinander verknüpft. Begründet ist dies in der Tatsache, dass einiges nötig ist, bis einem Kraftfahrer der „Lappen“ entzogen wird und dieser – wenn es denn dazu kommt – augenscheinlich nicht über die notwendige Fahreignung verfügt.

Die Sperrfristen sorgen dafür, dass sich solche Fahrer zum Wohle der Allgemeinheit nicht mehr frei im Straßenverkehr bewegen dürfen. Wie lange sie bestehen bleibt, liegt im Ermessen des zuständigen Gerichts.

Dabei müssen jedoch weitere Vorschriften aus § 69a des Strafgesetzbuches (StGB) beachtet werden:

  • Eine Sperrfrist muss grundsätzlich für mindestens sechs Monate und kann für maximal fünf Jahre verhängt werden (§ 69a StGB).
  • Hat der auffällig gewordene Kraftfahrer nie eine Fahrerlaubnis besessen, kann sie ihm auch nicht entzogen werden. Von einer Sperrfrist wird er trotzdem nicht verschont, denn es könnte sein, dass er sich dazu entschließt, doch noch einen Führerschein zu beantragen.
  • Ist in den letzten drei Jahren vor dem Verstoß bereits eine Sperrfrist angeordnet worden, muss die nächste mindestens ein Jahr andauern.
  • Bestimmte Arten von Kraftfahrzeugen können unter gewissen Umständen von der Sperrzeit ausgenommen werden, wenn dies den Zweck dieser nicht infrage stellt.

Existiert eine dauerhafte Sperrfrist?

Laut § 69a StGB ist auch eine dauerhafte Sperrfrist möglich.

Laut § 69a StGB ist auch eine dauerhafte Sperrfrist möglich.

§ 69a StGB besagt weiterhin, dass es durchaus Situationen gibt, die eine lebenslängliche Sperrfrist rechtfertigen. Dies geschieht jedoch sehr selten und oft nur nach Straftaten im Verkehr:

Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht.“

Wann ist eine Verkürzung der Sperrfrist möglich?

Da die Sperrfrist dem Zweck dient, ungeeignete Kraftfahrer vom Straßenverkehr fernzuhalten, kann sie laut § 69a StGB vor ihrem eigentlichen Ablauf aufgehoben werden, wenn betroffene Fahrer nicht mehr als ungeeignet gelten. Eine solche Sperrfristverkürzung ist jedoch frühestens nach drei Monaten möglich.

Wurde in den vergangenen drei Jahren vor der Tat, die zum Führerscheinentzug, der Sperrfrist sowie der MPU führte, bereits eine Sperre verhängt, kann einer Verkürzung der Frist erst nach einem Jahr zugestimmt werden. Zudem muss in jedem Fall nachgewiesen werden, dass Sie als Autofahrer keine Gefahr mehr darstellen, Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben und sich in Zukunft dem Verkehrsrecht entsprechend verhalten werden.
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