Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung: Entschädigung für ein eingeschränktes Sichtfeld

Das Ausmaß von Verletzungen am Auge ist oft schwer einzuschätzen

Wann können Sie Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung beantragen?
Wann können Sie Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung beantragen?

Eine Augenverletzung kann viele Ursachen haben. Wurden Sie z. B. im Zuge eines Verkehrsunfalls gegen das Lenkrad geschleudert oder haben bei einer Schlägerei einen Faustschlag ins Gesicht bekommen, können die Augen leicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Doch auch Fremdkörper wie Äste oder Glassplitter können eine Augen­verletzung mit sich bringen, wenn sie in das Sehorgan geraten. Bei einer extrem starken Gewalteinwirkung kann es sogar passieren, dass die Augapfelwand einreißt. Die Folgen einer Augenverletzung reichen von Bindehautentzündungen über Netzhautablösungen bis hin zur totalen Erblindung.

Je nachdem, wie schwer der Schaden ist, können die Symptome lediglich aus einem unangenehmen Gefühl oder aber auch aus enormen Schmerzen bestehen. Wann Sie Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung beanspruchen können und in welcher Höhe sich die zu zahlende Entschädigungssumme bewegt, erklären wir im Ratgeber.

Wann besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung?

In Deutschland regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) den Anspruch auf einen Schadensersatz in Form von Schmerzensgeld. § 253 BGB sieht als Voraussetzung dafür eine Beeinträchtigung der körperlichen oder gesundheitlichen Unversehrtheit vor. Diese muss der geschädigten Person zudem durch Fremdeinwirkung beigebracht worden sein.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung ist im BGB geregelt.
Der Anspruch auf Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung ist im BGB geregelt.

Entscheiden sich Geschädigte dazu, Schmerzensgeld bei einer Augen­verletzung zu beantragen, so muss diese demzufolge auf das Fehlverhalten einer dritten Person zurückgeführt werden können.

Dies wäre beispielsweise bei einem teil- bzw. unverschuldeten Unfall oder einem ärztlichen Behandlungsfehler der Fall. Normalerweise muss die Versicherung des Schädigers die jeweilige Entschädigungssumme tragen.

Bei der Festsetzung der Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung spielen jedoch einige Faktoren eine Rolle. Da stets die individuellen Umstände des Vorfalls berücksichtigt werden müssen, bedarf es einer Einzelfallentscheidung.

Wie viel Schmerzensgeld zieht eine Augenverletzung nach sich?

Um die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung zu bestimmen, müssen unter anderem folgende Aspekte genau beleuchtet werden:

  • Wie schwer ist die vorliegende Verletzung?
  • Wie viel Zeit wird die benötigte ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen?
  • Wie alt ist die geschädigte Person?
  • Wie lange wird sie womöglich nicht in der Lage sein, ihrer Arbeit nachzugehen?
  • Werden Folge- oder Dauerschäden zurückbleiben?

Es steht außer Frage, dass das Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung um einiges höher ausfällt, wenn die Person in ihrer Sehkraft erheblich eingeschränkt ist oder aufgrund des Schadens sogar erblindete. Geschädigte haben bei der Festsetzung der Schmerzensgeldhöhe zwei Möglichkeiten:

Schmerzensgeld: Bei einer Augenverletzung kann die Höhe variieren.
Schmerzensgeld: Bei einer Augen­verletzung kann die Höhe variieren.

Sie können sich in außergerichtlichen Verhandlungen mit der Versicherung des Schädigers auf eine bestimmte Summe einigen oder das Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung einklagen.

In diesem Fall würde die Summe in einer entsprechenden Verhandlung vor Gericht von einem Richter festgelegt. Unab­hängig davon, für welche Variante sie sich entscheiden, wird eine sogenannte Schmerzensgeldtabelle verwendet.

Sie enthält Urteile, die in der Vergangenheit von diversen Gerichten getroffen wurden, inklusive der damals zu zahlenden Entschädigungssummen bei ähnlichen Verletzungen. Um sich einen Überblick über die mögliche Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung zu verschaffen, können Sie den folgenden Auszug aus einer solchen Schmerzensgeldtabelle nutzen:

VerletzungSchmer­zens­geld­summeGericht / Jahr
(Akten­zeichen)
Leichte Augen­verletzung500 €AG Menden / 2013
(Az. 4 C 363/12)
Kurz­zeitige Erblin­dung auf dem linken Auge und vor­überge­hende Lähmung3.750 €OLG Köln / 2016
(Az. 5 U 255/05)
Verlet­zung des Aug­apfels30.000 €OLG Celle / 2005
(Az. 14 U 17/05)
Total­erblin­dung (Ent­fernung des rechten Auges, Verlust der Sehkraft des linken Auges)ca. 260.000 €LG Hanau / 1995
(Az. 4 O 944/87)
Total­erblin­dung nach ärzt­lichem Diagnose­fehler90.000 €OLG Karlsruhe / 2007
(Az. 7 U 251/06)
Vor allem, wenn Sie Ihr Augenlicht durch den entstandenen Schaden verloren haben, sollten Sie einen Anwalt mit ins Boot holen, um Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung geltend zu machen. Aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissens kann er als Anwalt dafür sorgen, dass Sie auch wirklich die Entschädigungssumme erhalten, die Ihnen zusteht.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertungen, Durchschnitt: 4,02 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar