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Gelbe Scheinwerfer: In Deutschland erlaubt?

Gelbe Scheinwerfer: Das sagt die Straßenverkehrszulassungsordnung dazu

Scheinwerfer müssen weiß sein. Gelb ist nicht zulässig.

Scheinwerfer müssen weiß sein. Gelb ist nicht zulässig.

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), nicht zu verwechseln mit der Straßenverkehrsordnung (StVO), regelt sehr genau, welche Beleuchtung am Auto vorhanden sein muss. Höhe, Ausrichtung, Farbe und Intensität von Scheinwerfern für Fern- und Abblendlicht sind im § 50 genau festgelegt.

Bereits in Absatz 1 heißt es unmissverständlich: „Für die Beleuchtung der Fahrbahn darf nur weißes Licht verwendet werden.“ Demnach ist ein Scheinwerfer in Gelb unzulässig. Trotzdem gibt es Fahrzeuge auf deutschen Straßen, deren Fahrbahnbeleuchtung eindeutig einen Gelbstich hat. Wie das kommt und in welchen Fällen gelbes Licht verwendet werden darf, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Der Bußgeldrechner zur Beleuchtung am Fahrzeug

Wann sind gelbe Scheinwerfer oder gelbes Licht am Auto erlaubt?

Beim Auto-Tuning muss die StVZO beachtet werden.

Beim Auto-Tuning muss die StVZO beachtet werden.

Tuning am Auto ist gerade für viele Männer ein beliebtes Hobby. Wer aus ästhetischen Gründen gelbe Tönungsfolie oder gelbes Licht am Auto haben möchte, muss sich genau an die StVZO halten.

Manche Tuning-Fans entscheiden sich, ihre Scheinwerfer selbst gelb zu folieren, andere bevorzugen den Einsatz einer gelben Glühbirne. Gelbe Scheinwerferfolie ist aber für die Fahrbahnbeleuchtung ausdrücklich verboten, sie entspricht nicht der zulässigen Beleuchtung. Allerdings gibt es Licht am Auto, das nicht der Fahrbahnbeleuchtung dient.

Es ist nicht nur verboten, gelbes Licht am Scheinwerfer durch eine Folie zu erzeugen. Scheinwerfer dürfen in keinem Fall abgedeckt oder verschmutzt sein. Auch durchsichtige Autofolien auf der Beleuchtung ziehen ein Verwarngeld von 20 Euro nach sich. Die Polizei kann außerdem darauf bestehen, dass Sie das Fahrzeug so lange nicht nutzen, bis die Folie entfernt wurde.

Die Ausnahme: Gelbe Scheinwerfer für starken Nebel

Scheinwerfer für Nebel bilden eine Ausnahme von § 50. Anders als gelbes Abblendlicht dienen gelbe Scheinwerfer für Nebel nicht der Fahrbahnbeleuchtung. Deshalb sind gelbe Nebelscheinwerfer erlaubt, gelbes Abblendlicht aber nicht. Bei starkem Regen, Schneetreiben oder dichtem Nebel wird gelbes Licht eingesetzt, um den Blendeffekt zu reduzieren.

Jeder Autofahrer weiß, dass beispielsweise bei dichtem Nebel die normale Fahrbahnbeleuchtung am Auto wenig ausrichten kann. Meistens erzielt sie sogar den gegenteiligen Effekt und reflektiert das Licht. Der Autofahrer wird geblendet, die Sicht verbessert sich nicht. Gelbes Licht reduziert diesen Effekt und darf deshalb für solche Zwecke eingesetzt werden.

Das heißt, Scheinwerfer für Nebel dürfen gelb sein, müssen es aber nicht. Weißes Licht ist ebenfalls zulässig. Scheinwerfer gelb zu folieren, ist aber trotzdem verboten. Wer gelbe Nebelscheinwerfer möchte, darf keine Scheinwerferfolie in Gelb verwenden. Es muss sich um bauartgenehmigte Scheinwerfer handeln. Wenn Sie unsicher sind, ob die Scheinwerfer, die Sie einbauen möchten, genehmigt sind, erkundigen Sie sich beim TÜV.

Im Übrigen verfügt nicht jedes Fahrzeug über Nebelscheinwerfer, was durchaus zulässig ist. Sind sie vorhanden, so müssen sie auch funktionsfähig sein, sonst gibt es keinen TÜV.

„Selective Yellow“ – gelbes Licht am Auto nach EU-Norm

Beim Nebelscheinwerfer ist Gelb erlaubt.

Beim Nebelscheinwerfer ist Gelb erlaubt.

Nebelscheinwerfer dürfen gelb sein, aber nicht jedes Gelb ist erlaubt. Nach ECE-Regelung Nummer 19 ist nur ein bestimmtes Gelb zulässig. Die sogenannten ECE-Regelungen sind ein Übereinkommen für die Vereinheitlichung technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeugen eingebaut werden.

„Selective Yellow“ war ursprünglich auch für die herkömmliche Fahrbahnbeleuchtung, also auch die normalen Scheinwerfer erlaubt. Seit der ECE-Regelung Nummer 48 beschränkt sich dies aber auf Scheinwerfer für Nebel. Gelbes Licht mildert blaue und violette Lichtanteile, die zum Beispiel bei Nebel den Blendeffekt hervorrufen. „Selective Yellow“, im Vergleich zu anderen Gelbtönen, verbessert die Reduzierung der Blendeffekte um etwa 15 Prozent.

Weil es bei der Einführung dieser Regelung noch keine deutsche Norm gab, bürgerte sich der englische Begriff ein. Die deutsche Übersetzung „Selektivgelb“ kommt seltener zur Anwendung.

Ziehen gelbe Scheinwerfer eine Strafe nach sich?

Das Tunen von Scheinwerfern ist streng geregelt. Farbe und Intensität von Scheinwerfern am Auto sind deshalb so streng in der StVZO, weil die Fahrzeugbeleuchtung bei der Orientierung im Straßenverkehr hilft.

Andere Verkehrsteilnehmer müssen auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Nacht unterscheiden können, ob sich ein Auto auf sie zu bewegt oder vor ihnen fährt. § 50 Abs. 1 StVZO besagt:

„Für die Beleuchtung der Fahrbahn darf nur weißes Licht verwendet werden.“

Gelbe Scheinwerfer sind verboten, aber gelbe Nebelscheinwerfer ziehen keine Strafe nach sich. Das liegt daran, dass diese nach StVZO erlaubt sind, gelbe Scheinwerfer jedoch nicht. Ein Fahrverbot oder gar Punkte in Flensburg gibt es bei diesem Verstoß nicht, allerdings müssen Sie mit einem Bußgeldbescheid rechnen.

Die Höhe des Bußgeldes hängt davon ab, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden. Folierte Scheinwerfer, egal in welcher Farbe, gelten als verdeckt. Das Bußgeld liegt hier zwischen 20 und 35 Euro.

  • Die Beleuchtungseinrichtung des Fahrzeugs war verdeckt/verschmutzt: 20 Euro
  • Die Beleuchtungseinrichtung des Fahrzeugs war verdeckt bzw. verschmutzt, dadurch wurden andere gefährdet: 25 Euro
  • Die Beleuchtungseinrichtung des Fahrzeugs war verdeckt oder verschmutzt, es kam zum Unfall:
    35 Euro

Wer trotzdem nicht aufs Tuning verzichten möchte, muss einfach auf die Genehmigungsnummer achten. Jede lichttechnische Einrichtung muss bauartgenehmigt werden. Wenn Sie ein Teil für Ihr Fahrzeug kaufen, trägt dieses in der Regel eine Genehmigungsnummer, die Aufschluss darüber gibt, in welchen Ländern es verkehrsrechtlich genehmigt ist.

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2 Kommentare

  1. Helmut sagt:

    Also folgendes :: Der TÜV nimmt Gelb nicht ab, egal wie. Aber regulär fahre ich
    mit einer 100 Watt hellgelb H 4 Lampe. Lalülala hat da noch kein Ärger gemacht.
    Bei Regen und Nässe einfach super und sonst auch ein gutes Bild. Ihr könnt auch
    die H 4 Gold nehmen, aber leider nur 60 Watt. Die alte französische mit gelber
    Kappe ist absolut nicht legal. Lichtausbeute ist einfach ungenügend. Bei dem
    Nebelscheinwerfer habe ich weißes Glas und gelbe H 2 Lampen …..

  2. Qwerty sagt:

    Gelb ist nicht gleich Gelb und die subjektive Wahrnehmung eines Beamten ist nicht relevant. In der EU ist lediglich die obere Grenze definiert, diese liegt bei 6000k. Allerdings wird Licht ab 5000k bereites dem blauen Farbspektrum zugeordnet. Zum Vergleich, ein Bildschirm ist regulär auf 10.000K eingestellt, dieses Blau ist nicht Weiß und wäre im Straßenverkehr nicht zulässig!
    Das Farbspektrum Weiß ist demnach zwischen 1500 und 6000k zulässig. 1500k entspricht Kerzenlicht.
    Das blaue Xenon ist nicht weiß, aber zulässig! Vorsicht mit Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren.
    Jedes gelbe Birnchen mit Prüfzeichen ist zulässig, wenn es dem weißen Farbspektrum zugeordnet werden kann. Und scheinbar auch, wenn es mit 5000k+ ausserhalb dieses Spektrums liegt!

    Witzig, oder?

    Habt ihr gewusst, dass auch die vorderen Scheiben inkl. Der Windschutzscheibe getönt werden dürfen? Weiss wieder niemand, aber verboten ist lediglich das Folieren selbiger, wegen Blasenbildung. Es gibt Verfahren die zulässig sind, ‚Lackieren‘ oder Bedampfen etwa. Eintragungspflichtig, aber zulässig…

    Mit Haupt— und Nebenprofil der Reifen fang ich jetzt nich auch noch an.

    Grüße

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