Kleinkraftrad fahren: Infos zu Bußgeldern, Versicherung und Führerschein

Von bussgeldrechner.org, letzte Aktualisierung am: 18. März 2021

Bußgeldtabelle: Verkehrsverstöße mit einem Kleinkraftrad

Ver­stoßBuß­geldPunk­te
Beförde­rung einer Per­son auf einem Klein­kraft­rad ohne beson­deren Sitz5 €
Fahr­ten mit einem Klein­kraft­rad mit einem Kind, das keinen Schutz­helm trägt60 €1
… mit mehre­ren Kindern70 €1
Fahrten mit einem Klein­kraft­rad ohne Schutz­helm15 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad auf der Auto­bahn20 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad auf dem Geh­weg10 €
… mit Behin­derung15 €
… mit Gefähr­dung20 €
… mit Sachbe­schädi­gung25 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad ohne gültige Betriebs­erlaubnis50 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad ohne Kenn­zeichen40 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad ohne Versiche­rungs­schutzGeld- oder Freiheits­strafe von bis zu einem Jahr
Fahrten mit einem Klein­kraftrad ohne Führer­schein10 €
Fahrten mit einem Klein­kraftrad ohne Fahr­erlaubnisGeld- oder Freiheits­strafe von bis zu einem Jahr

Welche Kfz zählen zu den Kleinkrafträdern?

Wie schnell kann ein Kleinkraftrad fahren? Normalerweise maximal 45 km/h.
Wie schnell kann ein Kleinkraftrad fahren? Normalerweise maximal 45 km/h.

Kleinkrafträder verfügen in der Regel über eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, eine Leistung von nicht mehr als 4 kW und einen Hubraum von bis zu 50 cm³. Demzufolge kann es sich dabei um einen Roller, ein Mofa, ein Moped oder ein Mokick handeln.

Welchen Führerschein Sie als Fahrer dafür benötigen, ob Sie für das Kleinkraftrad eine Versicherung abschließen müssen und welche Verkehrsvorschriften einzuhalten sind, erklären wir in diesem Ratgeber. Darüber hinaus erfahren Sie hier, welche Konsequenzen drohen können, wenn Sie mit einem Kleinkraftrad gegen die Verkehrsregeln verstoßen.

FAQ: Kleinkraftrad

Was sind Kleinkrafträder und was sind Leichtkrafträder?

Kleinkrafträder weisen eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, eine Leistung von nicht mehr als 4 kW und einen Hubraum von bis zu 50 cm³ auf. Leichtkrafträder hingegen verfügen über einen Hubraum von mehr als 50 cm³, aber höchstens 125 cm³. Um solche Kfz steuern zu dürfen, ist die Führerscheinklasse A1 notwendig.

Welchen Führerschein brauche ich für Fahrten mit einem Kleinkraftrad?

Wer ein Kleinkraftrad auf öffentlichen Straßen steuern möchte, benötigt dafür eine Fahrer‌laubnis der Klasse AM. Diese ist Teil der Führerscheinklasse B, daher ist es Ihnen ebenfalls gestattet, ein Kleinkraftrad mit einem Autoführerschein zu fahren.

Wann darf ich ein Kleinkraftrad auch ohne Führerschein steuern?

Möchten Sie Fahrten mit einem Mofa unternehmen, das eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h aufweist, benötigen Sie keinen Führerschein der Klasse AM, sondern lediglich eine Prüfbescheinigung. Sofern Ihr Geburtstag vor dem 1. April 1965 liegt, müssen Sie sogar nur Ihren Personalausweis bei einer möglichen Polizeikontrolle vorzeigen, um Ihr Alter nachzuweisen. In diesem Fall brauchen Sie weder eine Prüfbescheinigung noch einen Führerschein, um ein solches Mofa zu fahren.

Wo liegt das Mindestalter, um ein Kleinkraftrad bis 45 km/h fahren zu dürfen?

Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, kann das Mindestalter für die Fahrerlaubnisklasse AM variieren. In Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg und Niedersachsen liegt es bei 16 Jahren. In Bayern (Ausnahmegenehmigung), Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen dürfen Sie bereits mit einem Kleinkraftrad unterwegs sein, wenn Sie das 15. Lebensjahr vollendet haben.

Ab wie viel Jahren dürfen Sie mit einem Kleinkraftrad unterwegs sein?

Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, dürfen Sie ab 15 bzw. 16 Jahren mit einem Kleinkraftrad fahren.
Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, dürfen Sie ab 15 bzw. 16 Jahren mit einem Kleinkraftrad fahren.

Allgemein benötigen Sie einen Führerschein, um ein Kleinkraftrad steuern zu dürfen, genauer gesagt: eine Fahrerlaubnis der Klasse AM. Das Mindestalter für diese Führerscheinklasse liegt in der Regel bei 16 Jahren.

Seit dem 29. November 2019 ist es den Bundesländern jedoch gestattet, dieses Alter auf 15 Jahre herabzusetzen. Dies besagt § 6 Absatz 5a des Straßenverkehrsgesetzes (StVG). Im Folgenden haben wir Ihnen zusammengefasst, welche Bundesländer diese Option bislang wahrgenommen haben:

  • Bayern (nur mit Ausnahmegenehmigung)
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Doch Vorsicht: Werden Sie in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg oder Niedersachsen mit 15 Jahren dabei erwischt, wie Sie mit einem Kleinkraftrad unterwegs sind, begehen Sie eine Straftat! Dies wird schließlich als Fahren ohne Fahrerlaubnis angesehen. Gemäß § 21 StVG kann daraufhin eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr auf Sie zukommen. In diesen Bundesländern müssen Sie daher entweder abwarten, bis Sie das 16. Lebensjahr vollendet haben, oder Sie beschränken sich auf ein Mofa mit einer bauartbedingten Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h.

Für diese Art von Kleinkraftrad ist keine Fahrerlaubnis vorgeschrieben, sondern lediglich eine Prüfbescheinigung. Eine solche können Sie normalerweise bereits mit 15 Jahren erwerben. Wenn Sie vor dem 1. April 1965 geboren wurden, brauchen Sie nicht einmal diese Bescheinigung, um ein solches Mofa legal fahren zu dürfen. Sollten Sie in eine Verkehrskontrolle geraten, reicht es aus, wenn Sie Ihr Geburtsdatum anhand Ihres Personalausweises nachweisen können. Die Führerscheinklasse AM ist außerdem automatisch im Autoführerschein enthalten, weshalb Sie auch mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B mit einem Kleinkraftrad unterwegs sein dürfen.

Grundsätzliche Voraussetzungen für Fahrten mit dem Kleinkraftrad

Jedes Kleinkraftrad braucht einen ausreichenden Versicherungsschutz.
Jedes Kleinkraftrad braucht einen ausreichenden Versicherungsschutz.

Neben der vorgeschriebenen Fahrerlaubnis bzw. Prüfbescheinigung gibt es noch weitere Punkte, die bei Fahrten mit einem Kleinkraftrad von Bedeutung sind. Dazu zählen die folgenden:

  • Das Kleinkraftrad muss eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) aufweisen, wenn Sie damit am öffentlichen Verkehr teilnehmen möchten. Ist eine solche nicht vorhanden, erwartet Sie ein Bußgeld von 50 Euro.
  • Es muss eine entsprechende Versicherung für das Kleinkraftrad abgeschlossen worden sein, die durch das Kennzeichen nachgewiesen wird. Fahren Sie ohne Nummernschild mit einem Kleinkraftrad, müssen Sie 40 Euro zahlen. Ohne vorhandene Versicherung hingegen kann laut § 6 des Pflichtversicherungsgesetzes (PflVG) eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr fällig werden.

Wichtig: Mopeds, Mofas, Roller und Co. zählen im Gegensatz zu Pkw oder Motorrädern zu den zulassungsfreien Fahrzeugen, weshalb Sie keine Zulassung für das Kleinkraftrad brauchen. Auch die regelmäßige Vorführung zur Hauptuntersuchung (HU), wie sie beispielsweise bei Pkw oder Lkw vorgeschrieben ist, fällt bei diesen Kfz weg. Daher müssen Sie mit einem Kleinkraftrad nicht zum „TÜV“.

Kleinkraftrad fahren: Welche Verkehrsregeln sind besonders wichtig?

Wenn Sie mit einem Kleinkraftrad unterwegs sind, sollten Sie vor allem auf die Einhaltung der folgenden Verkehrsvorschriften achten:

  • Sie sind dazu verpflichtet, bei jeder Fahrt mit dem Kleinkraftrad Ihren Führerschein dabeizuhaben. Können Sie das Dokument bei einer Verkehrskontrolle nicht vorweisen, müssen Sie 10 Euro zahlen.
  • Mit einem Kleinkraftrad dürfen Sie weder auf dem Radweg, noch auf dem Gehweg oder der Autobahn fahren.
  • Nicht nur Sie als Fahrer, sondern auch alle Mitfahrenden müssen bei Fahrten mit einem Kleinkraftrad einen entsprechenden Schutzhelm tragen. Dies ergibt sich aus § 21a Absatz 2 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).

Verhält es sich nicht nur so, dass Sie Ihren Führerschein – also das Dokument – vergessen haben, sondern gar nicht über eine Fahrerlaubnis für das Kleinkraftrad verfügen und trotzdem damit fahren, handelt es sich um eine Straftat. § 21 StVG zufolge erwartet Sie in diesem Fall eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Quellen und weiterführende Links

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