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MPU: Wie der Reaktionstest abläuft

Weshalb das Erkennen akustischer und optischer Signale wichtig ist

Um ein positives Gutachten zu erhalten, muss der MPU-Reaktionstest bestanden werden.

Um ein positives Gut­achten zu erhalten, muss der MPU-Reaktionstest bestanden werden.

Gründe für eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) gibt es viele. Wenn der Führerschein aufgrund von Drogen am Steuer, dem Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder zu vieler Punkte auf dem Flensburger Punktekonto eingezogen wurde, stellt die zuständige Führerscheinstelle gewisse Anforderungen an den auffällig gewordenen Kraftfahrer, bevor sie einer Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zustimmt.

Zu diesen Anforderungen gehört die MPU, die aus mehreren Abschnitten besteht. Neben dem Gespräch mit einem psychologischen Gutachter oder Abstinenznachweisen gehört zur MPU auch ein Reaktionstest. Durch diesen soll festgestellt werden, wie schnell und wie aufmerksam der betroffene Verkehrssünder auf akustische und optische Signale reagiert.

Doch wie läuft der Reaktionstest bei der MPU genau ab? Inwiefern können Betroffene eine Vorbereitung in Anspruch nehmen? Welche Möglichkeiten gibt es, wenn der MPU-Reaktionstest nicht bestanden wurde? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im folgenden Ratgeber.

Welches Ziel verfolgt der MPU-Reaktionstest?

Das Deuten und Verarbeiten optischer sowie akustischer Signale zählt zu den elementarsten Voraussetzungen, um gefahrlos im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Wird beispielsweise das Hupen eines anderen Verkehrsteilnehmers oder das Rotlicht einer Ampel zu spät oder gar nicht erkannt, kann dies weitreichende Folgen haben.

Nicht ohne Grund heißt es in § 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO):

Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Können Sie im MPU-Reaktionstest nicht beweisen, dass Sie dazu in der Lage sind, wird die Führerscheinstelle Ihre Fahrerlaubnis weiterhin einbehalten. Doch wie kann eigentlich festgestellt werden, ob und wie schnell es Ihnen möglich ist, akustische und visuelle Signale im Straßenverkehr wahrzunehmen?

Wie gestaltet sich der Reaktionstest für MPU-Teilnehmer?

Wenn Sie mit dem genauen Ablauf vertraut sind, sollte der Reaktionstest bei der MPU kein Problem darstellen.

Wenn Sie mit dem genauen Ablauf vertraut sind, sollte der Reaktionstest bei der MPU kein Problem darstellen.

Da es zumindest in einigen Fällen verantwortungslos wäre, den MPU-Reaktionstest direkt im Straßenverkehr durchzuführen, gibt es dafür ein anderes Verfahren, das mehr Sicherheit verspricht. Dabei sitzen die betroffenen Kraftfahrer mit Kopfhörern vor einem Bildschirm und durchlaufen ein speziell für die medizinisch-psychologische Untersuchung standardisiertes Computerprogramm.

Unterstützt wird dieses Programm in der Regel durch eine besondere Konsole, die runde bzw. viereckige Tasten in verschiedenen Farben aufweist. Hinzu kommen zwei Pedale, die sich unter dem Tisch befinden. Akustische Signale werden durch kurze Töne, visuelle durch farbige Kreise oder Vierecke auf dem Bildschirm dargestellt.

Bei gewissen akustischen oder optischen Signalen muss dann die entsprechende Taste bzw. Pedale bedient werden. Die Geschwindigkeit steigert sich im Laufe des Tests. Doch bevor der eigentliche MPU-Reaktionstest beginnt, werden folgende Punkte abgearbeitet:

  1. Der Kraftfahrer erhält eine Einführung in das Programm und den Ablauf der Untersuchung.
  2. Es folgt ein Testdurchlauf, mit dem sichergestellt werden soll, dass der Betroffene die Funktionsweise verinnerlicht hat.
  3. Fragen können jederzeit gestellt werden. Sind keine mehr offen, kann der MPU-Reaktionstest gestartet werden.
Es wird demnach nichts Übermenschliches von Ihnen erwartet. Viele Fahrer sind trotzdem verunsichert und versuchen, sich in irgendeiner Weise auf diesen speziellen Test vorzubereiten. Ob dies möglich ist, erfahren Sie im Folgenden.

Ist es möglich, für den MPU-Reaktionstest zu üben?

Die Software, die beim MPU-Reaktionstest eingesetzt wird, ist speziell für diesen Test entwickelt worden und kann in der Regel nicht von Privatpersonen erworben werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie keine Vorbereitung in Anspruch nehmen können.

Im Internet oder im Handel finden sich bestimmte Programme, die einen Einblick in den Ablauf des Tests geben, indem sie ihn simulieren. Im Regelfall ist es jedoch nicht nötig, für den Reaktionstest bei der MPU zu üben, denn der Test kann leicht auch ohne Vorbereitung bestanden werden.

Beim MPU-Reaktionstest durchgefallen? Sie können ihn wiederholen.

Beim MPU-Reaktionstest durchgefallen? Sie können ihn wiederholen.

Beim MPU-Reaktionstest durchgefallen: Und jetzt?

Hatten Sie einen schlechten Tag oder schlichtweg Pech und haben Fehler beim Test gemacht, ist dies kein Welt­untergang. Sie haben die Möglichkeit, den MPU-Reaktionstest zu wiederholen und können so den jeweiligen Gutachter dennoch von Ihrer Reaktionsfähigkeit überzeugen, damit Sie schon bald wieder über einen neuen Führerschein verfügen.

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4 Kommentare

  1. Norbert Q. sagt:

    Guten Tag,

    bin bei der psychologischen Beobachtungsfahrt durchgefallen.
    Kann ich auch einen Reaktionstest bei einem anderen Anbieter
    durchführen ?

    Norbert Q.

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Norbert Q.,
      Sie können sich den Anbieter, bei dem Sie eine MPU absolvieren möchten, prinzipiell selbst wählen. Einzige Voraussetzung: Sie muss akkreditiert sein. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gibt hierzuDas Team von bussgeldrechner.org Auskunft.

  2. Robert sagt:

    Wie oft kann der Reaktionstest wiederholt werden??

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Robert,
      grundsätzlich besteht die Möglichkeit den Reaktionstest zu wiederholen. Genaue Angaben wie oft dies möglich ist, liegen uns allerdings nicht vor. Wenden Sie sich dahingehend ggf. an die zuständige Stelle.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

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