Haaranalyse: Alkohol und Drogen mittels Haartest nachweisen

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Wann kommt es zur Haaranalyse bei einer MPU?

Eine Haaranalyse kann den Konsum von Drogen und Alkohol aufdecken.
Eine Haaranalyse kann den Konsum von Drogen und Alkohol aufdecken.

Wurden Sie als Kraftfahrer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt und im Anschluss daran mit der Entziehung Ihrer Fahrerlaubnis konfrontiert, zweifelt die zuständige Behörde logischerweise zunächst einmal an Ihrer Fahreignung.

Dementsprechend knüpft sie gewisse Bedingungen an eine mögliche Neu-erteilung des Führerscheins. Dazu gehört unter anderem das Bestehen einer medi-zinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Vor allem, wenn eine solche Untersuchung wegen Alkohol oder Drogen angeordnet wurde, verlangt die Behörde zusätzlich einen Abstinenznachweis, um zu überprüfen, ob Sie Ihr Konsumverhalten geändert haben. Ein solcher Nachweis wird bei einer MPU häufig mittels Haaranalyse erbracht. Was Sie dabei beachten sollten, erklären wir im Ratgeber.

FAQ: Haaranalyse

Wann kommt der Nachweis der Abstinenz mittels Haaranalyse in Frage?

Soll eine Haaranalyse durchgeführt werden, muss es sich um unbehandelte Haare handelt. Färben Sie Ihr Haar regelmäßig oder tönen dieses, fällt die Methode in der Regel raus. Ein Abstinenznachweis kann dann mittels Urinalayse erfolgen.

Wie gestaltet sich der Ablauf bei einer Haaranalyse?

Nach der Überprüfung der Identität, wird eine Haarprobe entnommen, die im Anschluss entsprechend gekennzeichnet und analysiert wird. Ergebnisse liegen nach etwa zwei Wochen vor. Wie viele Proben üblicherweise entnommen werden, können Sie hier nachlesen.

Was kostet die Haaranalyse?

Die Preise können ganz unterschiedlich aussehen je nachdem, wo Sie die Haaranalyse im Zuge einer MPU durchführen lassen. Meist Fallen Kosten zwischen 140 und 300 Euro an.

Was verraten Haare über ihren Besitzer?

Das Vorkommen des Abbauproduktes von Alkohol, Ethylglucuronid (ETG), kann eine Haaranalyse beweisen.
Das Vorkommen des Abbauproduktes von Alkohol, Ethylglucuronid (ETG), kann eine Haaranalyse beweisen.

Jegliche Substanzen, die der Körper bildet oder die ihm von außen zugeführt und über das Blut transportiert werden, reichern sich in der Regel in den Haarzellen an. Dies ist in einer Verbindung junger Haarzellen über die Wurzel mit dem Blutkreislauf begründet. Sobald die Bildung neuer Zellen abgeschlossen ist, sterben die älteren ab und werden durch die neu nachgewachsenen an die Oberfläche der Haut geschoben. Durchschnittlich wachsen die Haare eines Menschen pro Monat einen Zentimeter.

Durch eine Haaranalyse kann demzufolge nachvollzogen werden, welche Stoffe sich zu welchem Zeitpunkt im Körper ange-reichert haben. Wird beispielsweise eine drei Zentimeter lange Haarprobe bei der MPU entnommen, fungiert diese als Abstinenznachweis für einen Zeitraum von drei Monaten.

Im Gegensatz zu einem Urintest, bei dem mehrere Kontrollen notwendig sind, um einen Abstinenznachweis zu erbringen, reicht bei einem Alkohol- oder Drogentest der Haare oft schon eine einzige Probe aus.

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Welche Substanzen können durch eine Haaranalyse nachgewiesen werden?

Wie bereits erwähnt, lagern sich normalerweise alle Stoffe, die sich im Blut einer Person befinden, in den Haarwurzeln ab und gelangen so nach einer gewissen Zeit an die Hautoberfläche. Zu diesen Substanzen zählen unter anderem die folgenden:

  • Amphetamin
  • Morphin
  • Methadon
  • Kokain
  • Benzodiazepine (wie z. B. Diazepam bzw. Valium)
  • THC (Abbauprodukt von Cannabis)
  • Ethylglucuronid (ETG), was als Alkoholnachweis gilt

Basische Verbindungen, wie beispielsweise Kokain oder Morphin, gelangen dabei leichter in die Haare, wobei THC es als saure Verbindung etwas schwerer hat, sich dort einzunisten. Außerdem kann dunkleres Haare mehrere Substanzen speichern als helleres, was an der Stärke der Pigmentierung liegt. Beim Konsum der gleichen Menge kann eine Haaranalyse daher bei einer blonden Person eine andere Konzentration ergeben als bei einer brünetten.

Was sollten Betroffene vor einer Haaranalyse beachten?

Was gilt es zu beachten, wenn eine Haarprobe einem Drogentest unterzogen werden soll?
Was gilt es zu beachten, wenn eine Haarprobe einem Drogentest unterzogen werden soll?

Müssen Sie einen Abstinenznachweis durch einen Alkohol- oder Drogentest mittels Haaranalyse erbringen, sollten Sie bedenken, dass gewisse Faktoren das Ergebnis beeinflussen können. In manchen Fällen können in der Haarprobe Alkohol oder Drogen zu finden sein, obwohl Sie weder das eine noch das andere aktiv konsumiert haben. Um dies zu verhindern, sollten Sie sich die folgenden Ratschläge zu Herzen nehmen:

  • Vermeiden Sie nicht nur alkoholische Getränke. Auch Speisen oder frei verkäufliche (Grippe-)Medikamente können Alkohol enthalten.
  • Achten Sie darauf, keine mohnhaltigen Lebensmittel zu sich zu nehmen. Dies könnte bei einem Haartest Rückschlüsse auf Drogen, genauer gesagt Opiate, zulassen. Hanfprodukte sind ebenfalls tabu.
  • Selbst auf alkoholfreie Getränke sollten Sie verzichten. Schließlich können diese dennoch geringe Mengen Alkohol aufweisen.
  • Halten Sie sich nicht in Räumen auf, in denen Drogen konsumiert werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob beispielsweise Cannabis geraucht oder Kokain geschnupft wird. Durch die Luft kann Ihr Haar den Rauch bzw. den Staub möglicherweise trotzdem aufnehmen.

Wichtig: Soll eine Abstinenz von Alkohol durch eine Haaranalyse nachgewiesen werden, dürfen die Haare weder gefärbt noch gebleicht sein. Halten Sie sich nicht daran, wird in der Regel ein Nachweis mittels Urintest angeordnet. Bei Drogen darf die erste Haarprobe zwar gebleicht oder coloriert worden sein, allerdings nur in Kombination mit einer zusätzlichen Urinanalyse für einen Zeitraum von sechs Monaten oder einem extra Haartest mit sechs Zentimetern unbehandelten Haares, nachdem Sie aufgehört haben, dieses zu färben bzw. zu bleichen.

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Wie läuft eine Haaranalyse ab?

Soll im Rahmen einer MPU durch eine Haaranalyse eine Alkohol- oder Drogenabstinenz bewiesen werden, können sich Betroffene in der Regel auf folgenden Ablauf einstellen:

  • Erst einmal findet eine Überprüfung der Identität des betroffenen Fahrers statt. So soll sichergestellt werden, dass nicht fälschlicherweise die Probe einer anderen Person beim anschließenden Haartest auf Alkohol oder Drogen untersucht wird.
  • Danach folgt die Entnahme von zwei Haarbündeln, meist vom Hinterkopf des Betroffenen. Diese Bündel sind ca. so dick wie ein Bleistift.
  • Sollte es sich um eine Person handeln, die relativ kahl ist, können in seltenen Fällen Haare von anderen Körperstellen als dem Kopf entnommen werden. Üblicherweise wird jedoch stattdessen ein Urintest angeordnet.
  • Um eine Verfälschung des Ergebnisses der Haaranalyse auszuschließen, muss der betroffene Fahrer beglaubigen, dass er nicht mehr mit der Probe in Kontakt gekommen ist, nachdem ihm diese entnommen wurde.
  • Im Anschluss werden beide Bündel in Alufolie eingewickelt. Die jeweiligen Stellen, die sich an der Kopfhaut befanden, werden entsprechend gekennzeichnet.
  • Dem folgt eine genaue Dokumentation der Länge der Haarprobe als auch der des Resthaares.
  • In der Regel können Betroffene nach etwa 14 Tagen mit Ergebnissen rechnen.
Was kann eine Haaranalyse bei Alkohol kosten?
Was kann eine Haaranalyse bei Alkohol kosten?

Soll das Vorhandensein von Drogen bei einem Haartest untersucht werden, braucht es normalerweise zwei Analysen von jeweils sechs Zentimetern, um den Zeitraum von einem Jahr abzudecken.

Bei der Überprüfung auf Alkohol in einer Haarprobe bedarf es wiederum vier Untersuchungen von jeweils drei Zentimetern, wenn eine Abstinenz von einem Jahr erbracht werden soll.

Was kann eine Haaranalyse kosten?

Kraftfahrer, die im Zuge einer MPU durch eine Haaranalyse einen Abstinenznachweis erbringen müssen, stellt sich häufig die Frage, welche Kosten dabei letztendlich auf Sie zukommen. Eine pauschale Antwort ist in diesem Fall allerdings nicht möglich, da die Preise je nach Anbieter variieren können. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld einige Preise zu vergleichen.

Üblicherweise verursacht eine Haaranalyse wegen Drogen höhere Kosten als eine solche Untersuchung wegen Alkohol. Bei Letzterer werden in etwa 140 bis 250 Euro fällig. 150 bis 300 Euro müssen Betroffene normalerweise bei einem Haartest aufgrund von Drogen einplanen.

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