bussgeldrechner.org Suchen

Promillegrenze in Europa: Zu viel Alkohol hat Konsequenzen

Auch außerhalb von Deutschland sollte auf Promille geachtet werden

Die Promillegrenze ist in Europa weit verbreitet.

Die Promillegrenze ist in Europa weit verbreitet.

Wer mit dem Auto oder einem anderen Kraftfahrzeug unterwegs ist, muss fahrtüchtig sein. Andernfalls besteht eine hohe Unfallgefahr, die im schlimmsten Fall Menschenleben kosten kann. Strafen, die in Deutschland bei Alkohol am Steuer anfallen, richten sich zu großen Teilen nach festgelegten Promillegrenzen.

Doch welche Rolle spielt die Promille außerhalb deutscher Grenzen? Gibt es auch eine offizielle Promillegrenze im europäischen Ausland? Mit diesen Fragen befasst sich der vorliegende Ratgeber. Hier erhalten Sie unter anderem Informationen zu den Unterschieden, die zwischen den einzelnen Ländern herrschen, dem Zweck der Promillegrenze und der Rechtskraft eines ausländischen Bußgeldbescheids. So erhalten Sie einen umfangreichen Überblick zum Thema „Promillegrenze in Europa“.

Promillegrenzen in Europa unterscheiden sich vom deutschen Modell

Tatsächlich kommen Promillegrenzen weltweit zum Einsatz. Dabei sind deutsche Autofahrer schon lange mit dem Konzept vertraut. Wer in Deutschland das erste Mal gegen die 0,5-Promillegrenze verstößt, darf in der Regel mit einem Bußgeld über 500 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Ab 1,1 Promille kommt es zudem nicht selten zum Führerscheinentzug.

Alkoholgrenzen kommen in Europa auch in anderen Ländern zum Tragen. Es zeigen sich jedoch klare Unterschiede in Bezug auf Strenge, die Promillegrenzenhöhen und den daraus resultierenden Bußgeldern.

In Bezug auf die Promillegrenze in Europa zeigen sich die Verkehrsbehörden in Tschechien und Ungarn besonders strikt. Selbst Fahrer, die viele Jahre mit dem Auto unterwegs sind, müssen sich dort an die Vorgabe von 0,0 Promille halten. Bußgelder, die bei Verstößen in Tschechien fällig werden, beginnen bei 100 Euro.

Nicht nur in Europa: Eine Promillegrenze findet sich weltweit in verschiedenen Nationen wieder.

Nicht nur in Europa: Eine Promillegrenze findet sich weltweit in verschiedenen Nationen wieder.

In Ungarn nähern sich die höchsten Bußgelder sogar der 1000-Euro-Grenze.

Viele europäische Länder ähneln jedoch auch dem deutschen Modell. Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz erlauben ebenfalls bis zu 0,4 Promille. Wer nicht durch Konsum von Alkohol darüber liegt oder gar durch Fahruntauglichkeit auffällt, muss auch keine Konsequenzen befürchten.

Besonders interessant ist die Lage in Großbritannien. In den meisten Teilen des Landes gilt zwar eine großzügig erscheinende Grenze von 0,8 Promille, bei Verstößen können jedoch Bußgelder bis über 7000 Euro fällig werden.

Fahranfänger müssen vereinzelt besonders aufpassen

Nicht nur auf deutschen Straßen gelten für Fahranfänger besonders strenge Regeln bei der Promillegrenze. In Europa müssen sich Neulinge in vielen Ländern erst einmal bewähren. Deutsche Fahrer, die erst kürzlich den „Lappen“ erworben haben, fühlen sich beispielsweise in Italien, Slowenien und Ungarn fast wie zu Hause. Denn auch dort dürfen Sie vor der Fahrt mit dem Auto keinen Tropfen Alkohol konsumiert haben. Andere Mitgliedsstaaten zeigen sich in Bezug auf die Promillegrenze in Europa minimal toleranter. Es folgen einige Beispiele:

  • Österreich und die Schweiz besitzen jeweils eine Grenze von 0,1 Promille.
  • Frankreich, Polen und die Niederlande übertrumpfen dies mit einem Grenzwert von 0,2, welcher in der Probezeit gilt.
  • In Dänemark müssen sich Fahranfänger an keine speziellen Grenzen halten. Für sie gilt die allgemeine Promillegrenze von 0,5. Dafür können Verstöße zu Zahlungen eines Nettomonatsverdiensts führen.

Was passiert mit dem Bußgeldbescheid aus dem Ausland?

Hat die Promillegrenze im Ausland einen Bußgeldbescheid zur Folge, ist dieser nicht immer gültig.

Hat die Promillegrenze im Ausland einen Bußgeldbescheid zur Folge, ist dieser nicht immer gültig.

Dadurch, dass es eine Promillegrenze vielerorts in Europa gibt, kommt es nicht selten vor, dass vor allem Urlauber einige Wochen nach der Heimkehr einen ausländischen Bußgeldbescheid erhalten. Dabei stellen sich Betroffene oft die Fragen: „Muss ich den Bescheid wirklich ernst nehmen? Was passiert, wenn ich ihn einfach nicht bezahlte?“

Endet der Erholungstrip, kann das für die Urlauber besonders ärgerlich sein. In der Tat gibt es einige Situationen, in denen Empfänger der Bescheide nicht bezahlen müssen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Brief in einer Sprache verfasst ist, welche nicht der Landessprache des Verkehrssünders entspricht. Eine Übersetzung ist je nach Land durchaus erforderlich.

Um die Bezahlung verständlicher Bescheide kommen Vielreisende jedoch oft nicht herum. Denn es kommt womöglich der Tag, an dem sie das betreffende Land wieder mit dem Auto bereisen wollen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bei der Einreise festgesetzt werden und es zum Vollzug der Strafe kommt. Das gilt zumindest dann, wenn die Verjährungsfristen noch nicht abgelaufen sind. Und diese können, je nach Land, einige Jahre betragen.

Haben Sie durch die Promillegrenze in Europa einen ausländischen Bußgeldbescheid erhalten und sind sich nicht sicher, wie Sie sich verhalten sollten? Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann Ihnen in dieser Situation immer beratend zur Seite stehen. Diesem fällt es auch leicht, wenn nötig, den Kontakt zu ausländischen Behörden herzustellen und so beispielsweise eine Akteneinsicht zu fordern.

Wirkung von Alkohol im Verkehr

Führen Promillegrenzen in Europa zu Problemen, hilft auch in Deutschland ein Anwalt für Verkehrsrecht.

Führen Promillegrenzen in Europa zu Problemen, hilft auch in Deutschland ein Anwalt für Verkehrsrecht.

Wie bereits erwähnt, dient die Promillegrenze, die in Europa in verschiedenen Ländern gilt, einem wichtigen Zweck: Der Verkehr soll sicherer und Unfälle unwahrscheinlicher werden.

Und Alkoholkonsum spielt dabei eine entscheidende Rolle. Schon ab 0,3 Promille steigt die Unfallhäufigkeit an, ab 0,8 sogar rapide. Das ist nicht erstaunlich, wenn man sich der Wirkung bewusst ist, welche das Rauschmittel auf Verkehrsteilnehmer hat:

  • Schon ein niedriger Konsum führt zu Einschränkungen des Sichtfeldes und löst Probleme bei der Einschätzung von Entfernungen aus.
  • Wer beim Trinken mehr zulangt, muss außerdem damit rechnen, dass seine Reaktionsfähigkeit nachlässt, was besonders bei roten Ampeln fatal sein kann.
  • Hinzu kommen oft ein Tunnelblick und eine erhöhte Risikobereitschaft.

Alle diese Wirkungen sorgen dafür, dass die Fahrtauglichkeit der Betroffenen, teilweise sehr stark, abnimmt. Die Promillegrenze, die in Europa in vielen Ländern gilt, zieht daher nicht willkürlich hohe Bußgelder und weitere Strafen nach sich. Die hohen Sanktionen sollen auch verdeutlichen, wie gefährlich Alkohol am Steuer ist. Fahrer sollen entsprechend von dem Gedanken abgeschreckt werden, berauscht ins Auto zu steigen und loszufahren.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (44 Bewertungen, Durchschnitt: 4,30 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar