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Unfall wegen Handy am Steuer: Grobe Fahrlässigkeit hat Folgen

Bußgeldtabelle: Handy am Steuer

Tatbe­standBuß­geldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
Handy am Steuer ohne Frei­sprech­einrich­tung benutzt100 €1Hier prüfen
...mit Gefähr­dung150 €21 Monat1 MHier prüfen
...mit Sach­beschä­digung200 €21 Monat1 MHier prüfen

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Risiko für Unfall steigt durch Handy-Nutzung am Steuer

Unfall wegen Handy am Steuer: Die Strafe kommt auf das Ausmaß des Schadens an.

Unfall wegen Handy am Steuer: Die Strafe kommt auf das Ausmaß des Schadens an.

Schon eine kurze Ablenkung durch das Smartphone, etwa zum Lesen einer SMS, kann zum Unfall führen. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten bedeutet das kurze Abwenden des Blickes von der Fahrbahn eine Blindfahrt über eine nicht unerhebliche Strecke.

70 Meter Blindflug können das bei Tempo 130 sein, wenn der Fahrer für zwei Sekunden auf das Handy schaut. Ein Autounfall ist da nicht unwahrscheinlich. Die Statistiken sind alarmierend: Immer häufiger kommt es zum Unfall wegen Handy-Nutzung am Steuer.

Welche Strafen drohen bei einem Unfall, der durch das Handy am Steuer verursacht wurde? Zahlt die Versicherung in solchen Fällen oder muss der Betroffene selbst für den Schaden aufkommen? Dieser Ratgeber liefert die Antworten.

Handy am Steuer führt zum Unfall: Welche Strafe droht?

Unfall wegen Handy: Jede Ablenkung erhöht das Unfallrisiko, auch wenn das Handy nur in der Hand gehalten wird.

Unfall wegen Handy: Jede Ablenkung erhöht das Unfallrisiko, auch wenn das Handy nur in der Hand gehalten wird.

100 Euro und ein Punkt in Flensburg fallen an, wenn Sie mit dem Handy am Steuer erwischt werden. Dabei ist es unerheblich, ob Sie das Handy nur in der Hand gehalten oder zum Telefonieren benutzt haben. Ist ein Fahrer in den vergangenen zwei Jahren bereits durch mehr als einen Handy-Verstoß auffällig geworden, kommt außerdem ein Fahrverbot dazu.

Grobe Fahrlässigkeit heißt es im deutschen Recht, wenn es durch Unachtsamkeit oder einer Pflichtverletzung zum Schaden kommt. Wie dem Bußgeldkatalog für Handy-Verstöße zu entnehmen ist, erhöhen sich Bußgeld, Punkte und Fahrverbot, wenn zum Handy-Verstoß noch eine Gefährdung oder Sachbeschädigung hinzukommt.

Nicht immer lässt sich nachweisen, ob ein Unfall wegen einer Handy-Nutzung herbeigeführt wurde. Trotzdem wird dem Fahrer in solchen Fällen meist eine Teilschuld zugesprochen.

Das Strafmaß richtet sich im Einzelfall nach dem Umfang des Schadens. Wurden Personen verletzt, droht eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Ein Unfall wegen Handy-Nutzung kann nicht nur Autofahrern passieren. Gefährlich ist das auch für Fahrradfahrer und Fußgänger. Personen, die während der Fortbewegung permanent auf das Smartphone blicken (sogenannte „Smombies“) verhalten sich unaufmerksam und setzen sich so einer erhöhten Unfallgefahr aus.

Unfall wegen Handy am Steuer: Eine Frage der Versicherung

Autounfall wegen Handy: Bei grober Fahrlässigkeit zahlt oft selbst die Kaskoversicherung nicht.

Autounfall wegen Handy: Bei grober Fahrlässigkeit zahlt oft selbst die Kaskoversicherung nicht.

Bei einem selbstverschuldeten Unfall zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung nur den Schaden des Unfallgegners, nicht aber den am eigenen Auto. Handelt es sich um einen Unfall wegen Handy am Steuer, das heißt, ist das Handy ganz oder teilweise als Unfallursache zu werten, wird der Schaden höchstens von einer Vollkaskoversicherung übernommen.

War der Fahrer unmittelbar vor dem Unfall mit dem Handy am Steuer zugange und lässt sich nachweisen, dass dies die Unfallursache war, kann die Versicherung verlangen, dass der Fahrer den Schaden selbst zahlt.

Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken stufte in einem Fall bereits das Ablesen der Uhrzeit am Handy als einen Verstoß ein (Az.: 1 Ss 1/14). In einem anderen Fall bekam eine Autofahrerin recht, die das klingelnde Handy an den Beifahrer weiterreichte. Da sie nicht darauf gesehen hatte, konnte das Amtsgericht die Handlung nicht als „Handy-Nutzung“ werten und damit keinen Handy-Verstoß erkennen (OLG Köln, Az.: III-1 RBs 284/14).

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