Schmerzensgeld beantragen: Wie bekommen Sie Ihr Geld?

Wie nach einem Autounfall Schmerzensgeld geltend machen?

Wenn Sie Schmerzensgeld beantragen, benötigen Sie ein Attest vom Arzt.
Wenn Sie Schmerzensgeld beantragen, benötigen Sie ein Attest vom Arzt.

Mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr unterwegs zu sein, birgt stets ein Risiko. Ein Verkehrsschild wird übersehen, ein Lichtzeichen ignoriert oder ein Kraftfahrer ist einfach unaufmerksam – schnell kommt es in einer solchen Situation z. B. zu einem Auffahrunfall.

Gut wenn es dann beim Blechschaden bleibt. Kommt es beim Unfall aber zu einem Personenschaden, ist guter Rat oft teuer.

Dieser Ratgeber befasst sich mit dem Schmerzensgeldantrag. Er klärt Sie darüber auf, wie Sie Schmerzensgeld vom Schädiger fordern können, ob stets ein Anwalt Sie unterstützen sollte und wann Sie Ihren Anspruch per Antrag auf Schmerzensgeld gerichtlich durchsetzen sollten.

Schmerzensgeld beantragen – kurz und kompakt

  1. Möchten Sie Schmerzensgeld beantragen, muss dies nicht in jedem Fall gerichtlich geschehen.
  2. Sie können sich dazu auch an die Versicherung des Schädigers wenden.
  3. Bei einem Antrag auf Schmerzensgeld ist die Unterstützung von einem Anwalt empfehlenswert.

Ich will Schmerzensgeld – habe ich überhaupt einen Anspruch?

Nicht selten müssen die Geschädigte aus einem Unfall Schmerzen und ggf. Operationen erleiden. Oft braucht es viel Zeit, bis der Heilungsprozess abgeschlossen wird. Manchmal werden die Lebensverhältnisse aber auch nachhaltig beeinträchtigt.

Behinderungen, Narben oder psychische Störungen können langfristige Folgen haben. Wurde jemandem ein Leid durch eine dritte Person zugeführt, entsteht bei den Geschädigten natürlich der Wunsch nach einer Entschädigung für das durchgemachte Leid. Sie fragen sich dann: „Wie bekomme ich Schmerzensgeld?“ Beim Beantragen muss aber einiges beachtet werden.

Kam es nicht nur zum Blechschaden am Auto, können Sie bei der gegnerischen Versicherung Schmerzensgeld einfordern.
Kam es nicht nur zum Blechschaden am Auto, können Sie bei der gegnerischen Versicherung Schmerzensgeld einfordern.

Bevor Sie Schmerzensgeld beantragen können, muss zunächst auch ein Anspruch bestehen. Beim Schmerzensgeld handelt es sich um einen Spezialfall der Schadensregulierung.

Grundsätzlich gilt, dass, wenn jemand einer anderen Person einen Schaden zufügt, dieser auch den Schaden ersetzen muss. Beim materiellen Schaden (z. B. Sach- bzw. Vermögensschaden) kann dies in einer Reparatur oder in einer Zahlung in Geld bestehen.

Es gilt eine Ausgleichsfunktion, denn der Geschädigte darf durch ein fremdverschuldetes schädigendes Ereignis finanziell nicht schlechter gestellt werden.

Anders ist das bei immateriellen Schäden. Kam es beispielsweise zu einer Körperverletzung wie einem Bruch oder Schleudertrauma, geht es nicht ausschließlich darum, die finanziellen Verluste auszugleichen. Beim sogenannten Schmerzensgeld gibt es eine sogenannte Genugtuungsfunktion, welche den Geschädigten nicht nur für einen Vermögensnachteil, sondern für das erlittene Leid entschädigen soll.

Es soll eine Sühne erfolgen und eine Aussöhnung zwischen Schädiger und Geschädigtem ermöglichen.

Ob tatsächlich auch ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst muss der Schädiger bekannt sein. Außerdem braucht es einen kausalen Zusammenhang zwischen Verletzung und schädigendem Ereignis. Es muss geklärt sein, dass z. B. eine Körperverletzung vom Schädiger herbeigeführt wurde.

Außerdem muss gemäß § 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein gewisses Maß an Verschuldung vorliegen. Der Schädiger muss vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt und dadurch den immateriellen Schaden bewirkt haben. Im Verkehrsrecht gemäß § 7 Straßenverkehrsgesetz (StVG) gilt zudem der Sonderfall, dass bereits eine Gefährdung Schmerzensgeld ermöglicht. Durch die sogenannte Gefährdungshaftung ist somit auch die Regulierung von immateriellen Schäden bei einem Kfz-Unfall gesichert.

Wie und wofür bekommt man Schmerzensgeld?

Sie können Schmerzensgeld nur beantragen, wenn bestimmte immaterielle Güter durch ein schädigendes Ereignis verletzt worden sind. Diese sind im BGB festgeschrieben:

  • Leben
  • Körper
  • Gesundheit
  • Freiheit
  • Eigentum
  • Sonstige Rechte (z. B. Persönlichkeitsrechte)

Um eine Entschädigung erhalten zu können, muss für das Schmerzensgeld ein Antrag gestellt werden. In der Regel kommen Betroffene aber nicht um einen Zivilprozess herum, insbesondere dann, wenn es sich um Ansprüche aus dem Deliktrecht handelt. Bei der Gefährdungshaftung können sich die Konfliktparteien manchmal auch außergerichtlich einigen.

Antrag auf Schmerzensgeld: Welche Höhe ist realistisch?

Bevor Sie einen Antrag auf Schmerzensgeld stellen, sollten Sie mit Ihrem Anwalt sprechen.
Bevor Sie einen Antrag auf Schmerzensgeld stellen, sollten Sie mit Ihrem Anwalt sprechen.

In Deutschland sind die Entschädigungssummen vom Schmerzensgeld nicht mit den astronomischen Beträgen in den USA vergleichbar. Das bedeutet aber nicht, dass es in unseren Breitengraden weniger gerecht zugeht.

Häufig bleiben die Amerikaner nämlich auf ihren gerichtlich bestätigten Ansprüchen sitzen. So wurden beispielsweise in Texas 150 Milliarden Dollar einem Brandopfer zugesprochen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Angehörigen des mittlerweile verstorbenen Kindes diese Summe jemals in den Händen halten werden, ist aber gering.

Die Beträge in Deutschland sind wesentlich geringer, werden allerdings in der Regel auch ausgezahlt. Bei einem Unfall muss Entschädigung gemäß Haftpflichtversicherungsgesetz durch die gegnerische Versicherung übernommen werden.

Wie hoch das Schmerzensgeld letztlich ausfällt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Der Gesetzestext im § 253 BGB spricht von einer „billigen Entschädigung in Geld“. Damit bleibt den Richtern viel Spielraum bei der Bemessung der Entschädigungssumme.

Universale Aussagen, welche Höhe das Schmerzensgeld beispielsweise bei einem Schleudertrauma erreicht, lassen sich nicht treffen.  So wurden z. B. 1994 einem Geschädigten 250 Euro für ein Schleudertrauma zugesprochen (Urteil: LG München, 1994). In einem anderen Fall galten 13.000 Euro als angemessen (OLG München, 2014).

Bei der Berechnung vom Schmerzensgeld kommt es stets auf den Einzelfall und auf die individuellen Umstände an, die zu dem Schaden geführt haben. Berücksichtigt werden folgende Fragen:

  • Welches Ausmaß, welche Intensität und Dauer hatte die Beeinträchtigung?
  • Welche Stärke und Dauer hatten die Schmerzen?
  • Waren schwere medizinische Eingriffe notwendig?
  • Erfolgte eine stationäre Behandlung?
  • Wie alt ist der Geschädigte?
  • Wie ist das Ausmaß der Lebensbeeinträchtigung?
  • Welche Dauer hatte die Arbeitsunfähigkeit?
  • Gibt es bleibende Behinderungen oder Schäden?
  • Gab es ein Mitverschulden?
  • Welche Vermögensverhältnisse haben Schädiger und Geschädigter?
  • Welcher Verschuldungsgrad liegt vor?
  • Wie verhielt sich der Schädiger nach der Schadenszufügung?

Schmerzensgeldtabellen

Zur Orientierung bei der Höhe vom Schmerzensgeld gibt es in Deutschland sogenannte Schmerzensgeldtabellen, in denen eine Vielzahl von Urteilen zum Thema Schmerzensgeld gesammelt worden sind. Es bleibt zwar dabei, dass nur der Einzelfall zählt, dennoch können sich Betroffene an Urteilen zu ähnlichen Fällen orientieren. Richter sind bei der Bemessung vom Schmerzensgeld allerdings nicht an solche Tabellen gebunden.

Wie beantrage ich Schmerzensgeld ohne Anwalt?

Bei Verletzungen durch einen Dritten können Sie Schmerzensgeld fordern.
Bei Verletzungen durch einen Dritten können Sie Schmerzensgeld fordern.

Grundsätzlich ist davon abzuraten, bei der Forderung von Schmerzensgeld auf die Unterstützung eines Anwalts zu verzichten. Juristischen Laien können Fehler unterlaufen, welche später eine korrekte Durchsetzung eines Anspruchs verhindern.

Insbesondere beim fremdverschuldeten Verkehrsunfall ist es sinnvoll, sich einen Anwalt zu nehmen. In der Regel ist die Gegenseite dazu verpflichtet, die Anwaltskosten zu übernehmen.

Ist der Geschädigte darüber hinaus noch rechtsschutzversichert, sollte kein finanzielles Risiko bestehen.

Wer dennoch auf den juristischen Beistand verzichten möchte, kann dies natürlich tun. Bei einem Unfall ist grundsätzlich die gegnerische Versicherung der Ansprechpartner bei der Schadensregulierung. Genauso wie Sie einen Blechschaden begleichen lassen, ließe sich auch das Schmerzensgeld beantragen.

Wichtig ist, dass Sie ärztliche Atteste beibringen, welche Ihre Verletzungen belegen. Anhand der Schmerzensgeldtabelle können Sie vergleichbare Fälle suchen und somit herausfinden, welcher Betrag realistisch ist.

Es ist sicherlich nicht verkehrt, den Betrag für das Schmerzensgeld etwas höher anzusetzen. Versicherungen versuchen stets die Schadenssumme so niedrig wie möglich zu halten, weshalb es ratsam ist, etwas Verhandlungsmasse zu haben. Akzeptieren Sie und die Versicherung das festgesetzte Schmerzensgeld, wird es Ihnen ausgezahlt. Konnten Sie sich nicht einigen oder kommen die Verhandlungen um das Schmerzensgeld ins Stocken, sollten Sie dann doch lieber zum Anwalt für Verkehrsrecht gehen.

Schmerzensgeld beantragen: Folgeschäden mitbedenken!

Geht es lediglich um akute Schmerzen infolge eines Schleudertraumas kann manchmal durchaus auf einen Anwalt verzichtet werden. Bedenken Sie aber dennoch auch Folgeschäden. Durch eine außergerichtliche Einigung kann es sein, dass spätere Ansprüche nicht mehr eingefordert werden können, da mit dem gezahlten Schmerzensgeld diese bereits abgegolten worden sind.

Bei schweren Verletzungen und hohen Schmerzensgeldsummen sollte der Gang zum Anwalt daher Pflicht sein.

Außergerichtliche Einigung: Ein guter Weg Schmerzensgeld zu beantragen?

Auch für einen Schockschaden können Sie Schmerzensgeld beantragen.
Auch für einen Schockschaden können Sie Schmerzensgeld beantragen.

Nicht immer ist der Gang zum Richter notwendig. Grundsätzlich steht auch stets der Weg offen, sich außergerichtlich zu einigen, bevor ein Zivilprozess angestrebt wird. Die Juristen bei den Versicherungen kennen sich im Bezug aufs Schmerzensgeld bestens aus und versuchen die Entschädigungssumme niedrig zu halten, was es häufig schwierig macht, seinen Anspruch adäquat durchzusetzen.

Stellt die Versicherung den gesamten Anspruch auf Schmerzensgeld in Frage, sollte spätestens dann der Gang zum Anwalt folgen. Auch eine Verzögerungstaktik, welche Geschädigte dazu bringt, von ihrem Anspruch abzusehen, wird oftmals eingesetzt. Lässt sich außergerichtlich nichts erreichen, bleibt oft nur noch der Weg zum Richter.

Juristischer Rat sollte auch dann eingeholt werden, wenn die Versicherung sich zu einer Zahlung einer bestimmten Summe bereiterklärt und im Gegenzug die Unterzeichnung einer Abfindungserklärung verlangt. Häufig wird dadurch auf weitere Ansprüche verzichtet, wodurch mögliche Folgeschäden nicht mehr geltend gemacht werden können.

Regulierungsverzögerung durch die Versicherung

Wird durch die gegnerische Versicherung die Schadensregulierung willentlich und bewusst hinausgezögert oder komplett abgelehnt, obwohl bei einer verständig-lebensnahen und objektiven Betrachtungsweise eine Zahlung als gerechtfertigt erscheint, kann die Höhe vom Schmerzensgeld angehoben werden.

Nach einem Unfall Schmerzensgeld vor Gericht einfordern

Ist die Versicherung nicht kooperativ oder geht es um höhere Beträge an Schmerzensgeld, ist der Zivilprozess die nächste Station auf Ihrer Reise. Auch wenn der immaterielle Schaden durch eine strafrechtlich relevante Tat verursacht wurde, ist in der Regel das Gericht die korrekte Adresse, um Schmerzensgeld zu beantragen. Ein Fall für den Richter ist es ebenfalls, wenn das Schuldverhältnis nicht eindeutig geklärt ist, weil beispielsweise eine Teilschuld vorliegt.

Schmerzensgeld: Wo Sie es beantragen können

Adressat Ihrer Schadensersatzforderung ist grundsätzlich der Verursacher bzw. dessen Versicherung. Entsprechend können Sie auch Schmerzensgeld dort beantragen. Zu bedenken ist allerdings, dass beim immateriellen Schaden selten wirklich genau feststeht, was eine „billige Entschädigung in Geld“ bedeutet. Orientierung bieten zwar die Schmerzensgeldtabellen, allerdings hat jeder Einzelfall seine Besonderheiten.

Nicht immer lässt sich in der Verhandlung mit der Versicherung eine Einigung erreichen, weshalb häufig ein Richter entscheiden muss, welcher Ausgleich gerecht ist. Gerade schwierige Fälle, in denen es um höhere Schadensersatzforderungen geht, landen meist vor Gericht.

Häufig muss ein Gericht entscheiden, wenn Geschädigte Schmerzensgeld beantragen.
Häufig muss ein Gericht entscheiden, wenn Geschädigte Schmerzensgeld beantragen.

Welches Gericht ist zuständig?

Schmerzensgeldansprüche entstehen entweder aus dem Deliktrecht oder aus der Gefährdungshaftung.

Im ersten Fall geht es um sogenannte unerlaubte Handlungen, bei denen eine Person zu Schaden kam.

Dabei hat der Schädiger sich schuldhaft verhalten, weil er vorsätzlich oder fahrlässig jemandem eine Verletzung zugefügt hat.

Bei einem Unfall ist ein Verschulden im eigentlichen Sinne nicht notwendig, um einen Anspruch auf Schmerzensgeld zu rechtfertigen. Hier greift die Gefährdungshaftung.

Beim deliktischen Schadensersatz liegt also stets eine Straftat zugrunde, weshalb auch stets das Strafrecht involviert ist und der Geschädigte in der Regel auch eine Anzeige stellt. Beim Verkehrsunfall muss das nicht der Fall sein. Oft reicht ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit oder eine kleine Ordnungswidrigkeit und schon kommt es zum Unfall. Eine Anzeige ist meist nicht notwendig.

Entstanden die Schmerzensgeldansprüche aufgrund einer Straftat ist das Strafgericht zuständig, um Recht gemäß Strafgesetzbuch zu sprechen. Im Prozess erhält der Täter dann die entsprechende Strafe für sein Vergehen. Geschädigten wird allerdings in diesem Prozess noch kein Schmerzensgeld zugesprochen.

Dafür ist der Zivilprozess zuständig. Dieser ist verantwortlich für sämtliche privatrechtlichen Angelegenheiten. Das betrifft beispielsweise das Vertragsrecht, Urheberrechtsverletzungen, Mietrecht, aber auch Schadensersatzforderungen. Wo die Klage auf Schmerzensgeld eingereicht wird, ist abhängig vom Streitwert. Bei Beträgen bis 5.000 Euro ist das Amtsgericht (AG) zuständig, bei Werten darüber hinaus das Landgericht (LG).

Schmerzensgeld beantragen: Wie ist der Verfahrensablauf?

Zunächst sollte eine Beratung mit Ihrem Rechtsanwalt stattfinden. Dieser befragt Sie zum Fall sowie zu ihrer gesundheitlichen Situation und klärt ab, ob der Schädiger bereits Schadensersatzzahlungen geleistet hat. Danach versucht der Anwalt Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld außergerichtlich durchzusetzen. Bleibt dies ohne Erfolg, wird Klage erhoben.

Anschließend wird der Gerichtskostenvorschuss geleistet und die Klage an die gegnerische Partei zugestellt. Nach der mündlichen Verhandlung trifft ein Richter eine Entscheidung. Gegen diese können ggf. Rechtsmittel eingelegt werden.

Wurden Sie häufig operiert, können Sie das beim Schmerzensgeld geltend machen.
Wurden Sie häufig operiert, können Sie das beim Schmerzensgeld geltend machen.

Der unbezifferte Leistungsantrag

Bevor Sie Schmerzensgeld beantragen, sind noch einige Punkte zu beachten. Gemäß Zivilprozessordnung (ZPO) muss bei einer Zivilklage zunächst der Streitgegenstand festgelegt werden.

Bei der Beantragung von Schmerzensgeld ist dies allerdings nur schwerlich möglich, da die Höhe des Schmerzensgeldes das Ergebnis des Prozesses sein soll. Erst der Richter verkündet mit seiner Entscheidung, wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt.

Um dennoch der ZPO Genüge zu tun, gibt es die Möglichkeit eine unbezifferte Leistungsklage einzureichen, in der sämtliche Schätzungs- bzw. Berechnungsgrundlagen enthalten sind. Zu nennen sind:

  • Physische und psychische Schäden
  • Angaben zur Behandlung und zum Heilungsverlauf
  • notwendige Operationen
  • Vorliegen und Dauer einer Arbeitsunfähigkeit
  • Verschuldungsgrad des Verursachers und eigenes Mitverschulden (bzw. ob eine Gefährdungshaftung vorliegt)

Wenn Sie Schmerzensgeld benatragen, ist besonders wichtig, dass der kausale Zusammenhang zwischen schädigendem Ereignis und Verletzung detailliert dargestellt wird. Außerdem sollten Geschädigte einen Mindestbetrag bzw. eine Geldspanne festlegen, um einen Rechtsmittelschutz gewährleisten zu können. Tun sie das nicht, müssen sie mit jedem zugesprochenen Schmerzensgeld, selbst wenn dieses nicht den Vorstellungen entspricht, zufrieden sein. Juristisch gäbe es keinen vernünftigen Grund gegen ein solches Urteil vorzugehen, da der Geschädigte eigentlich gewonnen hat, selbst wenn die Höhe nicht den Erwartungen entspricht.

Darüber hinaus ist auch die Verzinsung zu erwähnen, welche die Schadenssumme entsprechend erhöhen kann. Nach § 288 BGB ist ein Zinssatz von 5 % über dem Basiszins zulässig.

Antrag auf Schmerzensgeld: Muster gemäß ZPO

Namens und im Auftrag des Klägers erheben wir Klage mit dem Antrag,

die Beklagten als Gesamtschuldner zu verurteilen, an den Kläger ein angemessenes Schmerzensgeld, dessen Höhe in das Ermessen des Gerichts gestellt wird, den Betrag von X EUR jedoch nicht unterschreiten soll, nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem tt.mm.jjjj (abzüglich am tt.mm.jjjj gezahlter x EUR) zu zahlen.

Der Feststellungsantrag

Nicht immer ist zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung klar, ob eine Verletzung Folgeschäden mit sich bringen wird, welche erst später auftreten. Um solche Schäden, die auf ein schädigendes Ereignis zurückzuführen sind, vor der Verjährungsfrist zu schützen, können Sie quasi vorsorglich Schmerzensgeld beantragen, um zukünftige Ansprüche geltend machen zu können. Durch den Feststellungsantrag kann somit der Haftungsumfang des Schädigers auch auf noch nicht absehbare Folgeschäden erhalten bleiben.

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25 Kommentare

  1. Gabriele sagt:

    Bin bei Glatteis gefallen und habe mir die rechte Schulter gebrochen. Der Kleingaartenverein der Streupflicht hatte ist nicht versichert und will nichts zahlen. Was kann ich tun? Habe keine Rechtschutzversicherung. Gruß Gaby

  2. Sabine sagt:

    Ich bin Zeitungszustellerin und bin bei der Anfahrt an die Ablagestelle auf nicht sichtbaren Glatteis und auch nicht gestreuten Einfahrt in die Lieferanten Garage mit dem Fahrrad gestürzt. Habe mir dabei eine Rippenprellung und Schulterprellung hinzugezogen. War also ein Arbeitsunfall.
    Es es da sinnvoll Schmerzensgeld zu verlangen?

    MFG Sabine

    • bussgeldrechner.org sagt:

      Hallo Sabine,

      leider dürfen wir keine Rechtsberatung anbieten. In der Frage, ob die Forderung nach Schmerzensgeld sinnvoll ist, kann Ihnen ein Anwalt sicherlich weiterhelfen.

      Ihr Team von bussgeldrechner.org

  3. Waltraud sagt:

    Ich hatte im September 2016 einen unverschuldeten Sturz in einer Straßenbahn. Ich saß im letzten Waggon rückwärts, wobei beim Wegfahren dieser in der engen Kurve ins Schlenkern nach außen fuhr, es mich vom Sitz regelrecht zur Ausgangstür fegte. Aufschlagen an der Haltestange – Kopfbeulen (die heute noch zu fühlen sind, mitunter schmerzen. (Schmerzen sieht man leider nicht), An der relativ noch empfindlichen Bruch-Narbe kam es zu starker Zerrung, Vorwölbung, sowie ein Wirbelkörpereinbruch. Schmerzen sind heute noch gelegentlich spürbar, die Leistungsfähigkeit entspricht noch nicht derjenigen wie vor dem Sturz. Trotz einiger Besserung sind Beschwerden wie Atemnot. Die Untersuchung beim med. Gutachter war mehr als oberflächlich. Es liegt sogar eine Zeugenaussage darüber vor. Man hat mir zwar einen Kostenvoranschlag gemacht, ich finde die Bemerkung im Gutachten „keine starken Schmerzen“, Verletzung kommt von früher, werde als nahezu völlig gesund bzw. überempfindlich charakterisiert. Krankspielen liegt mir nicht.
    Wie verhalte ich mich nun richtig, mit Ende September jährt sich der Fall. Wichtig wäre zu wissen, welche Fristen muss man beachten, um den Anspruch nicht zu verlieren, wenn das Angebot schon vorliegt. Versicherungen sind bekannt, die Ansprüche möglichst zu drücken. Mir selbst geht es einfach um das Prinzip, ich habe nichts zu verbergen.
    Kann man dazu Tipps geben und auf die Fristen hinweisen? Im aufliegenden Kostenvoranschlag (Angebot) sind keine Vermerke einer solchen lesbar. Besten Dank!

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Waltraud,
      wir dürfen keine kostenlose Rechtsberatung geben. Wenden Sie sich daher ggf. an einen Anwalt.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  4. Lukas sagt:

    Hallo,
    Ich hatte am Anfang der Woche einen Autounfall (Ich war Beifahrer im Schuldigen Auto), der Unfall war auf der Autobahn.
    Kann ich in diesem Fall auch Schmerzensgeld beanspruchen, da ich bereits Arbeitstermine aufgrund von kommenden Arztbesuchen absagen musste.

    Danke und mit freundlichen Grüßen,
    Lukas.

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Lukas,
      grundsätzlich besteht bei einer körperlichen Beeinträchtigung infolge von fahrlässigen Handlungen ein Anspruch auf Schmerzensgeld. Ob dieser in Ihrem Fall besteht, sollten Sie ggf. mit einem Anwalt abwägen.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  5. Tom sagt:

    Hallo,

    ich bin beim überqueren einer grünen Ampel von einem Auto angefahren worden und habe eine zerrung im HWS und diverse Prellungen. Besteht hier ein
    Anspruch auf Schmerzensgeld ?

    LG

    Tom

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Tom,
      ob ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht, entscheidet in der Regel ein Gericht. Wenden Sie sich ggf. an einen fachkundigen Anwalt.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  6. Nils sagt:

    Hallo,
    Ich habe einen Titel wegen Schmerzensgeld aus 2006 der ja 30 Jahre Gültigkeit hat. Wie mache ich jetzt meinen Anspruch geltend und stehen mir die 5 Prozentpunkte über den Basiszins seitdem zu ?

    L.G. Nils

  7. B. Ulrike sagt:

    Schmerzensgeld
    Bin mit meinem Hund spazieren gegangen, mein Hund war angeleint. Kurz vor einer Kurve, kam mir ein unangeleinter Hund entgegen. Kurz dahinter kam die Besitzerin mit einem angeleinten Hund. Der unangeleinte Hund griff meinen Hund an. Ich griff mit der linken Hand an das Halsband meines Hundes. Die Besitzerin konnte ihren Hund nicht zurück rufen , war mit der Situation überfordert. Mein Hund drehte sich natürlich und meine Hand mit, dabei renkte ich mir den linken Mittelfinger aus. Unter Schock habe ich mir den Finger selbst wieder eingerenkt. War danach dann im Krankenhaus trage jetzt schon 10 Tage eine Schiene, die mich sehr einschränkt. Kann nicht arbeiten und habe Schmerzen. Wie kann ich ein Schmerzensgeld geltend machen.

    Ulrike B.

    • bussgeldrechner.org sagt:

      Hallo Ulrike B.,

      wie Sie dem obigen Ratgeber entnehmen können, müssen Sie sich hierzu mit Ihrer und der gegnerischen Versicherung auseinandersetzen. Zudem benötigen Sie ärztliche Atteste, die Ihre Verletzung belegen. Bei weiteren Fragen sollten Sie sich mit einem Anwalt auseinandersetzen.

      Die Redaktion von bussgeldrechner.org

  8. Lois sagt:

    Hallo, ich war vor mehr als zwei Monaten bei einem Verkehrsunfall verletzt, hatte einen Schulterbruch, eine große Kopfverletzung und einen geprellten Hals
    Ein Anwalt hat von Anfang an einen Barkredit verlangt, und der Generalstaatsanwalt hat noch keine Entscheidung getroffen was ich mache

  9. Tstjana K. sagt:

    Habe durchreiben vorsätzlichen Tritt meines Ex vor den Augen unseres gemeinsamen Sohnes eine Steißbeinfraktur und Inkontinenz Beschwerden seitdem . Darf nicht länger wie 5 bis 7 h laut Arzt arbeiten . Anzeige bei der Polizei ist erfolgt. In welcher Höhe könnte das Schmerzensgeld und der Verdienstausfall von 5 h pro Woche aussehen
    Vielen Dank im Voraus

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Tstjana,

      wie viel Geld Ihnen in diesem Fall zusteht muss im Einzelfall geklärt werden. Wenden Sie sich ggf. an einen Anwalt.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  10. Siegmund M. sagt:

    Frage: Kann man mit einen Anwalt nach 34 Jahren noch einen Verkehrsunfall anfechten? z. B.: Schmerzensgeld, Schadenersatz, u. s. w.

  11. Tobi sagt:

    Wann sollte nach einem Haftpflichtschaden (Haftpflichtversericherung der Kommune nach Ausrutschen auf nachweislich und bestätigtem Ausrutschen auf öffentlichen Wegen) der Antrag auf Schmerzensgeld eingereicht werden?
    Während der medizinischen Behandlung oder erst nach Abschluss dieser?

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Tobi,
      wir dürfen keine kostenlose Rechtsberatung geben. Wenden Sie sich daher für eine Einschätzung an einen Anwalt.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  12. Maria sagt:

    Hallo zusammen,

    ich musste über Monate Gewalt und Drohungen von meinem Ex Partner ertragen. Habe ihn vor einem Monat ca angezeigt und das Verfahjren läuft nun über gesamt 7 Delikte. meine Psyche ist sehr angeschlagen und ich habe ab Mai Therapien beim Neurologen. Kann man für so wtwas Schmerzensgeld beantragen? Kenne mich da gar nicht aus

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Maria,
      pauschale Einschätzung sind dazu nicht möglich. Wenden Sie sich daher an einen fachkundigen Anwalt.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

  13. Evelyn grüss gott.... sagt:

    Bin leider opfer durch billig brust implantate geworden! Habe entzündung und schmerzen in beiden brüsten und in ultraschall sieht man das die kissen kaputt sind!

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