Kann Schmerzensgeld ohne Anzeige eingefordert werden?

Schmerzensgeldansprüche ohne Verfahren durchsetzen

Schmerzensgeld ohne Anzeige erhalten: Ist das möglich?
Schmerzensgeld ohne Anzeige erhalten: Ist das möglich?

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld ergibt sich meist dann, wenn beispielsweise im Zuge eines Verkehrsunfalls Menschen unverschuldet Verletzungen davontrugen.

Die Versicherung des Unfallverursachers muss in diesem Fall unter anderem für die Kosten aufkommen, die dem Geschädigten durch die Reparatur des Fahrzeugs, das Beauftragen eines Gutachters oder die Inanspruchnahme eines Mietwagens entstanden sind.

Doch auch für erlittene immaterielle Schäden kann ein Schadensersatz verlangt werden. Oft ist ein solcher Schaden infolge eines Vorfalls entstanden, der einen Straftatbestand erfüllt (z. B. eine Körperverletzung). Dementsprechend scheint eine Anzeige die logische Konsequenz zu sein.

Aber ist das eine der Voraussetzungen für die Entschädigungszahlung? Kann Schmerzensgeld überhaupt ohne Anzeige eingefordert werden? Dieser Frage gehen wir im folgenden Ratgeber auf den Grund.

Besteht die Pflicht einer Anzeige beim Schmerzensgeld?

Im Strafrecht muss zunächst einmal zwischen Antragsdelikt und Offizialdelikt unterschieden werden. Einige Taten können demnach nur dann verfolgt werden, wenn das Opfer selbst diese zur Anzeige gebracht hat. Dies ist beispielsweise bei einer einfachen Körperverletzung der Fall. Bei einer gefährlichen oder schweren Körperverletzung handelt es sich hingegen um Offizialdelikte, die ohnehin von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden.

Sie können Schmerzensgeld mit oder ohne Anzeige durchsetzen.
Sie können Schmerzensgeld mit oder ohne Anzeige durchsetzen.

Bei einem Unfall im Straßenverkehr muss jedoch nicht immer auch ein Straftat­bestand erfüllt sein, zu einer Anzeige kommt es demzufolge ebenfalls nicht immer.

Außerdem ist eine Anzeige wegen Körperverletzung von einer Anzeige wegen Schmerzensgeld zunächst abzugrenzen, da es sich bei ersterem um strafrechtliche und bei letzterem um zivilirechtliche Ansprüche handelt.

Daher ist es durchaus möglich, Schmerzensgeld auch ohne Anzeige wegen Körperverletzung einzufordern. Geschädigte haben die Möglichkeit, mit der Hilfe von einem Anwalt Schmerzensgeld zu beantragen oder sich selbst mit ihren Forderungen an die gegnerische Versicherung zu wenden.

Wichtig: Grundsätzlich hängen eine Verhandlung über Schmerzensgeld und eine strafrechtliche Verfolgung der Tat nicht zusammen. Sie erhalten also als Unfallopfer nach einer Verletzung Ihrer Gesundheit auch Schmerzensgeld, ohne einen Strafantrag gestellt zu haben. Die Höhe wird davon nicht beeinflusst. Trotzdem kann es empfehlenswert sein, sich von einem Anwalt beraten zu lassen, wenn der Anspruch auf Schmerzensgeld mit oder ohne Anzeige durchgesetzt werden soll.

Schmerzensgeld ohne Strafanzeige: Mit oder ohne Anwalt geltend machen?

Entscheiden Sie sich dazu, das Ihnen aufgrund Ihrer Verletzungen zustehende Schmerzensgeld mit der Hilfe von einem Anwalt durchzusetzen, so sind Sie mit seinem rechtlichen Beistand in jedem Fall auf der sicheren Seite. Bei vielen Versicherungen ist eine systematische Kürzung der Ansprüche keine Seltenheit.

Betroffene wenden sich meist erst an einen Rechtsanwalt, wenn dies schon geschehen ist oder die Versicherung gar nicht erst für die Schäden aufkommt.

Ein Anwalt kann Ihnen dabei helfen, Schmerzensgeld mit oder ohne Anzeige einzufordern.
Ein Anwalt kann Ihnen dabei helfen, Schmerzensgeld mit oder ohne Anzeige einzufordern.

Bei der Durchsetzung von Schmerzens­geld mit oder ohne Anzeige können Sie sich von einem Anwalt unter die Arme greifen lassen, um solchen Vorkomm­nissen bereits entgegenzuwirken.

Zu einer Verhandlung vor Gericht muss es ebenfalls dann gar nicht erst kommen, da Ihr Rechtsanwalt zunächst mit der Versicherung des Unfallgegners über die Höhe des jeweiligen Betrags verhandelt. Erst wenn diese Besprechungen scheitern, geht es in der Regel vor Gericht.

Übrigens: Selbst wenn es sich um Schmerzensgeld ohne Anzeige handelt, muss die gegnerische Versicherung im Regelfall die Kosten für Ihren Anwalt übernehmen.
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