Autoaufkleber – Klebespaß für Tuning-Fans

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Inbetriebnahme eine Kfz ohne (mit erloschener) Betriebserlaubnis und wesentliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit901

Mit einem Kfz-Aufkleber Akzente setzen

Um aus der Masse herauszustechen, sind Autoaufkleber eine praktische Gestaltungsmöglichkeit.
Um aus der Masse herauszustechen, sind Autoaufkleber eine praktische Gestaltungsmöglichkeit.

In den 90er Jahren wurde zu Grundschulzeiten nicht mit Geld oder Spielkarten gehandelt. Nein, hier waren Aufkleber die goldene Währung unter den Jungen und Mädchen. Wer einen „Stoffie“ hatte, war der King auf dem Schulhof.

Und auch wenn diese Zeiten längst nostalgische Erinnerung geworden sind, erfreuen sich Sticker nach wie vor großer Beliebtheit. Im Tuning dienen Aufkleber fürs Auto dazu, das Gefährt aufzumotzen und ihm das individuelle i-Tüpfelchen zu verleihen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Autobeklebung sind schier unendlich. Schwer fällt da so manchem die Wahl der Tuning-Aufkleber für sein Auto. Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für den richtigen Autoaufkleber ist die Technik, mit welcher die Verschönerung angebracht werden soll. Was gilt es hierbei zu beachten? Sollte die Kfz-Beschriftung nass oder trocken verklebt werden?

In unserem Ratgeber zeigen wir Ihnen die Vor- und Nachteile beider Klebeverfahren auf. Außerdem stellen wir Ihnen eine Anleitung bereit, die Ihnen Schritt für Schritt erklärt, wie Sie Ihren Autosticker erfolgreich applizieren.

Design fürs Auto: Diese Sticker gibt es

Der Welt der Autoaufkleber sind kaum Grenzen gesetzt. Form, Farbe, Größe – es gibt nahezu nichts, was es nicht gibt. Hier kann der Autotuner seinen Geschmack voll und ganz entfalten und seinem Fahrzeug eine besondere Note verleihen.

Als Autoaufkleber beliebt sind beispielsweise Streifen, die dem Auto einen sportlichen Schein verleihen sollen, oder Elemente aus dem Rallye-Sport. Auch Comic-Bilder, Flammen und ähnliches werden gerne auf der Motorhaube angebracht.

Welche Autoaufkleber gibt es?
Welche Autoaufkleber gibt es?

Doch nicht nur Hobbybastler, auch so manch Fahranfänger, der gerade erst seinen Pkw-Führerschein gemacht hat, nutzt eine Autobeschriftung. Gerade unsichere Fahrer weisen durch einen entsprechend am Auto platzierten Heckscheiben­aufkleber darauf hin, dass hier ein Anfänger fährt. Dies soll andere Verkehrsteilnehmer zu mehr Rücksicht animieren.

Viele junge Fahrzeugbesitzer bedanken sich mittels eines Autotattoos auch für die finanzielle Hilfe durch Familien­mitglieder. So finden sich des Öfteren Aufschriften wie „Sponsored by Oma und Opa“ auf dem Fahrzeug.

Selbstverständlich beschränkt sich diese Schönheitsmaßnahme nicht nur auf Pkw. Sie können auch das Design von einem Lkw oder Motorrad mit einem Aufkleber gestalten. Im Folgenden beziehen wir uns vorrangig auf die Verzierung von Pkw durch derartige Aufkleber. Auf das Motorrad oder den Lkw sind die Ausführungen aber analog zu übertragen.

Wenn Sie Autoaufkleber verwenden, stehen Ihnen also diverse Varianten zur Verfügung. Von Sportstreifen über Tribals bis hin zu Schriftzügen sind Ihrer Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Neben vorgefertigten Produkten bieten viele Dienstleister auch die individuelle Gestaltung der Aufkleber für das Auto an. So können Sie ein Unikat entwerfen, welches es so auf keinem anderen Fahrzeug zu sehen gibt.

Die Fahrzeugbeklebung kann verschiedenste Funktionen erfüllen und ist je nachdem auch mit unterschiedlich großem Aufwand verbunden. Grundsätzlich handelt es hierbei aber um eine Tuningmaßnahme, die im Gegensatz zu anderen Umbauarbeiten, beispielsweise der Tieferlegung, weniger technisches Fachwissen erfordert.

Gerade kleine Aufkleber können auch selbst appliziert werden. Eine Werkstatt muss dafür nicht zwangsläufig aufgesucht werden. Ob Sie ein Autonarr sind oder nicht, spielt kaum eine Rolle, um ein ansehnliches Ergebnis zu erzielen. Auch die Kosten müssen nicht ins Unermessliche ansteigen, wenn Sie sich selbst dem Projekt „Auto bekleben“ annehmen.

Beachten Sie einfach nur unsere Tipps im Umgang mit einem Autoaufkleber und schon steht der Veredlung Ihres Fahrzeuges auch bei mangelnder Expertise und schmalem Geldbeutel nichts mehr im Wege.

Bestandteile vom Autoaufkleber

Gerade junge Fahrer wollen ihrem Pkw durch einen Autoaufkleber zu einem sportlicheren Aussehen verhelfen.
Gerade junge Fahrer wollen ihrem Pkw durch einen Autoaufkleber zu einem sportlicheren Aussehen verhelfen.

Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen zum Tunen in Eigenarbeit. Dort wird Ihnen gezeigt, was bei einer Spurverbreiterung zu beachten ist, und auch, wie Sie einen Autoaufkleber richtig anbringen. Im Lieferumfang mancher Sticker sind derartige Erklärungen ebenfalls enthalten. Bevor aber das Auto mit einem Seitenaufkleber oder ähnlichem verziert wird, ist es sinnvoll, sich einen Überblick über einige Begrifflichkeiten zu verschaffen. Denn nicht jeder weiß auf Anhieb, was der Unterschied zwischen Träger- und Transferfolie ist.

  • Motiv

Ist bei einem Aufkleber in der Anleitung vom „Motiv“ die Rede, dann ist damit der eigentliche Autoaufkleber gemeint, also die Fläche, die letztlich auf dem Fahrzeug zu sehen sein soll.

  • Trägerfolie

Die Trägerfolie beim Aufkleber ist meist ein dickes, weißes Papier. An diesem klebt das Motiv. Sie dient als Schutz vor Verschmutzungen und Beschädigungen.

  • Transferfolie

Diese Folie am Aufkleber besteht üblicherweise aus einem transparenten Material. Es ist nicht bei jedem Pkw-Aufkleber vorhanden. Seine Funktion ist es, den Klebevorgang bzw. die Übertragung des Motivs auf die Klebefläche des Fahrzeugs zu vereinfachen.

Klebeverfahren

Wie auch beim Tönen von Scheiben, bei welchem ein Fensteraustausch oder eine Folierung erfolgen kann, existieren zwei Methoden zur Anbringung von einem Autoaufkleber. Der Hobby- oder Profituner kann bei der Anbringung vom Autoaufkleber am Auto zwischen einer Trocken- und einer Nassklebung wählen. Beide Methoden bergen Vor- und Nachteile. Welche das sind, erläutern wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Trocken kleben: Pro und Contra

Für Motive, die ca. eine Armspannweite einnehmen, eignet sich die Trockenklebung. Dabei handelt es sich um ein schnelles Applikationsverfahren, bei dem sofort eine hohe Haftung erzielt wird. Nach rund 24 Stunden hat sich die volle Klebkraft entfaltet.

Trotz geringer Kosten kann ein Autoaufkleber eine große Wirkung entfalten.
Trotz geringer Kosten kann ein Autoaufkleber eine große Wirkung entfalten.

Gerade für Anfänger birgt diese Variante jedoch die Gefahr von Fehlklebungen oder Luftbläschen. Denn wird ein Autoaufkleber auf diese Weise angebracht, muss die Position von Anfang an sitzen. Es gibt keinerlei Korrekturmöglichkeiten. Wer sich dann verschätzt hat, der muss im Zweifel mit einem schiefen Autoaufkleber auf der Heckscheibe leben.

Nass kleben: Pro und Contra

Großflächige oder mehrzeilige Autoaufkleber für Motorhaube und Co. lassen sich gut nass kleben. Der Vorteil hier besteht darin, dass beim Klebevorgang der Aufkleber nachjustiert werden kann. Der Autoaufkleber haftet nicht sofort, sondern lässt sich aufgrund der Feuchtigkeit beliebig verschieben.

Eine spezielle, silikonfreie Applikationsflüssigkeit kann von manchen Anbietern, die auch Autoaufkleber verkaufen, erworben werden. Alternativ lässt sich auch destilliertes Wasser verwenden. Abzuraten ist von Wasser, welches mit Spülmittel versetzt ist.

Doch wenn Zeitmangel im Spiel ist, weil beispielsweise ein wichtiges Tuningreffen ansteht, ist die Nassklebung nicht zu empfehlen. Die Transferfolie kann hier meist nicht sofort abgezogen werden. Da nur eine geringe Haftung zwischen Motiv und Fahrzeug besteht, kann es sonst zu unfreiwilligen Verschiebungen kommen.

Die Fahrzeugbesitzer sollte mindestens 48 Stunden geduldig sein, denn erst dann hat sich die volle Haftwirkung entfaltet.

So bringen Sie Ihren Autoaufkleber an

Jede Umbau- oder Veränderungsmaßnahme setzt gewisse Vorbereitungen und Utensilien voraus. Das ist bei dem Anbau eines Spoilers nicht anders als bei der Verwendung eines Autoaufklebers.

Egal, ob am Auto ein Seitenaufkleber oder ein Sticker auf der Scheibe angebracht werden soll, folgende Materialien werden benötigt:

  • Kunststoffrakel
  • Scharfes Messer (z. B.: Cutter- bzw. Teppichmesser) oder Schere
  • Saugfähige Tücher und Handtuch
  • evtl. Lackreiniger und Entfetter
  • Bei Nassklebung: Sprühflasche mit Applikationsflüssigkeit
  • Fön
  • Lineal
  • Krepp- oder Klebeband

Auto bekleben – Schritt für Schritt

Autoaufkleber trocken kleben: Diese Methode ist sehr zeiteffektiv. Die Klebehaftung entfaltet sich sofort.
Autoaufkleber trocken kleben: Diese Methode ist sehr zeiteffektiv. Die Klebehaftung entfaltet sich sofort.

Um ein Auto beim Tuning mit einem Aufkleber zu versehen, müssen zunächst die Grundvoraussetzungen stimmen. Demnach sollte die Umgebungs­temperatur mindestens 10 Grad betragen. Direkte Sonnenein­strahlung oder Staub sollten vermieden werden. Optimal ist es, die Beklebung in einer Garage durchzuführen.

Nehmen Sie sich außerdem Zeit für diese „Schönheits-OP“. Bringen Sie den Motorhauben- oder Scheibenaufkleber am Auto unter großer Eile an, passieren schnell Fehler — und die prangen Ihnen dann jeden Tag von Ihrem Fahrzeug entgegen. Auch kann es nicht schaden, sich Hilfe zu holen. Vier Augen sehen bekanntermaßen mehr als zwei, was gerade bei der richtigen Positionierung vom Aufkleber von unschätzbarem Wert sein kann.

Wichtig ist es zudem, den Aufkleber im Vorhinein zu präparieren. Entfernen Sie unnötiges Trägerpapier und schneiden Sie sich den Autoaufkleber auf eine handliche Größe zu. Gerade bei mehrteiligen Motiven ist es sinnvoll, diese auch einzeln anzubringen. Sehen Sie jedoch davon ab, Wörter in einzelne Buchstaben zu zertrennen. Dies erschwert den Klebevorgang unnötig.

Sind all diese Punkte bedacht, kann es ans Kleben gehen. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie Ihr Auto ganz leicht selbst verzieren:

Die Verwendung vom Autoaufkleber muss gesetzeskonform erfolgen. Sonst drohen Sanktionen.
Die Verwendung vom Autoaufkleber muss gesetzeskonform erfolgen. Sonst drohen Sanktionen.
  • Schritt 1: Untergrund reinigen
  • Schritt 2: Position bestimmen/Klebefläche ausmessen und markieren
  • Schritt 3: Transferfolie mit Rakel anreiben
  • Schritt 4: Trägerfolie entfernen
  • Schritt 5 bei Nassklebung: Untergrund und Aufkleber mit Applikations­flüssigkeit benetzen
  • Schritt 6 bei Nassklebung: Transferfolie und Motiv durch Schieben ausrichten
  • Schritt 6 bei Trockenklebung: Transferfolie und Motiv an Markierungen ausrichten
  • Schritt 7 bei Nassklebung: Aufkleber mit Rakel andrücken und Wasser restlos herausstreichen
  • Schritt 7 bei Trockenklebung: Transferfolie mit Autoaufkleber von oben nach unten mit Rakel fest andrücken
  • Schritt 8: Mit Fön die Klebewirkung vom Aufkleber beschleunigen
  • Schritt 9: Transferfolie vollständig abziehen

Nach ungefähr drei Tagen hat der auf der Motorhaube oder den Autoscheiben angebrachte Aufkleber seine vollständige Haftung erreicht. Nun kann auch wieder wie gewohnt die Waschanlage genutzt werden.

Was ist beim Autoaufkleber überhaupt erlaubt?

Wenn es nach so manchem Tuner geht, wäre womöglich das komplette Auto zugepflastert mit Bildern, Sprüchen oder Emblemen. Doch auch wenn bei der Fahrzeuggestaltung durchaus viele Freiheiten herrschen, dürfen diese immer nur im Rahmen des Gesetzes ausgeschöpft werden. Auf der Motorhaube oder an den Türen kann in der Regel nach Lust und Laune geklebt werden. Anders sieht das bei den Scheiben aus.

Grundsätzlich gilt bei einem Aufkleber an der Heckscheibe: Das Bekleben mit Folien lässt die Betriebserlaubnis erlöschen, wenn keine Bauartgenehmigung gemäß § 22a Absatz 1 Nummer 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) erteilt wurde. Zudem müssen die angebrachten Aufkleber über Prüfzeichen verfügen, wie es beispielsweise in § 22a Absatz 2 StVZO bestimmt ist.

 

Die Scheibeneinfassung muss stets frei bleiben. Zuwiderhandlungen können ein Bußgeld nach sich ziehen.

Informieren Sie sich vorab bei TÜV oder DEKRA ob Ihr Autoaufkleber erlaubt ist, um Geldbußen zu vermeiden.
Informieren Sie sich vorab bei TÜV oder DEKRA ob Ihr Autoaufkleber erlaubt ist, um Geldbußen zu vermeiden.

Diese Kennzeichnung- und Bauart­genehmigungspflicht entfällt nur dann, wenn der Autoaufkleber kleiner als 0,1 Quadratmeter ist und weniger als 25 % der Fläche bedeckt. Zudem muss eine uneingeschränkte Sicht des Fahrers gewährleistet sein.

Als Fläche für Autoaufkleber gänzlich verboten sind Windschutzscheiben. Nicht-amtliche Aufkleber haben hier nichts zu suchen. Es dürfen hier ausschließlich Vignetten oder Umweltzonensticker angebracht werden.

Eine weitere wichtige Ausnahme für die Veränderung vom Design durch einen Aufkleber bildet das Nummernschild. Ein Aufkleber auf dieser Fläche ist immer tabu. Gemäß § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) ist es verboten, hier Veränderungen vorzunehmen. Im Straßenverkehrs-Gesetz (StVG) ist in § 22 sogar der Kennzeichenmissbrauch unter Strafe gestellt. Hier kann eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe verhängt werden.

Informieren Sie sich im Zweifel bei TÜV oder DEKRA, wenn Sie sich unsicher sind, ob der bevorzugte Autoaufkleber an der entsprechenden Stelle angebracht werden darf, um etwaige Sanktionen bei einer Polizeikontrolle zu verhindern.
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2 Kommentare

  1. Jens B sagt:

    Hallo zusammen,

    ich fahre einen etwas älteren Fiat 500 (Baujahr 1970) und möchte diesem gerne einen neuen Look verpassen. Komplett neu zu lackieren kommt für mich nicht in Frage, das wäre quasi schon ein wirtschaftlicher Totalschaden :)
    Darum habe ich mir überlegt, den kleinen in so einer knalligen Folie hier einzukleiden: [Link von der Redaktion entfernt]

    Wenn ich das gemacht habe, muss ich das im Fahrzeugbrief ändern lassen? Schließlich ist die tatsächliche Lackfarbe unter der Folie ja noch das Original…
    Wenn ich das nicht ändere obwohl man es muss, mit was für Strafen habe ich dann zu rechnen?

    Danke für die Hilfe!

    LG
    Jens

    • bußgeldrechner.org sagt:

      Hallo Jens,
      Sie müssen die Änderung der Farbe erst in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen, wenn der Wagen umgemeldet wird oder andere Änderungen in die Papiere eingetragen werden müssen.

      Ihr Team von Bußgeldrechner.org

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