Euro 2: Rote Plakette besser als gar keine Plakette – oder?

Von bussgeldrechner.org, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

Schadstoffgruppen: Welche Umweltplakette erhält mein Kfz?

Umwelt­plaketteBenziner*Diesel*
Grün (Euro 4)01, 02, 14, 16, 18-75, 7732, 33, 38, 39, 43, 53, 55-59, 60-70, 73-75
Gelb (Euro 3)-30-31, 36, 37, 42, 44-52, 72
Rot (Euro 2)-25-29, 35, 41, 71
Keine Plakette (Euro 1)00, 03-13, 15, 17, 88, 980-24, 34, 40, 77, 88, 98

*Die genannten Ziffern beziehen sich auf die Schlüsselnummern in den Fahrzeugpapieren.

Euro-2-Abgasnorm: Was lässt sich mit dieser Schadstoffklasse noch anfangen?

Euro 2: Damit erhalten Sie die rote Umweltplakette.
Euro 2: Damit erhalten Sie die rote Umweltplakette.

Umweltzonen gibt es in Deutschland schon seit geraumer Zeit. Damit sollen „schmutzige“ Autos, das heißt Kfz mit hohem Feinstaubausstoß, aus bestimmten Bereichen einer Stadt ferngehalten werden.

Damit die Einhaltung der Zonen besser kontrolliert werden kann, gibt es die Umweltplakette. Sie vereinfacht die Zuordnung eines Autos zur jeweiligen Schadstoffklasse (Euro-Abgasnorm 1-4). Je höher die Schadstoffgruppe, desto sauberer das Auto.

Kfz mit der Emissionsklasse (auch: Schadstoffklasse) Euro 2 bekommen die Plakette in Rot. Allerdings werden die Umweltzonen inzwischen so streng geregelt, dass es fast keinen Unterschied macht, ob ein Auto die rote oder gar keine Plakette trägt.

Was Sie mit einem Euro-2-Auto mit roter Umweltplakette noch anfangen können und ob eine Umrüstung etwas an der Schadstoffklasse ändern kann, erklären wir Ihnen in diesem Ratgeber.

FAQ: Rote Umweltplakette

Welche Fahrzeuge erhalten eine rote Umweltplakette?

Die rote Plakette bekommen Diesel-Fahrzeuge, die die Abgasnorm Euro 2 erfüllen.

Darf ich mit einer roten Umweltplakette in eine Umweltzone fahren?

Nein. In nahezu allen Umweltzonen wird inzwischen die grüne Plakette benötigt. Eine einzige Umweltzone erlaubt zudem die gelbe Plakette, aber die rote ist in allen Zonen ausgeschlossen.

Womit muss ich rechnen, wenn ich mit einer roten Plakette in eine Umweltzone fahre?

Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit 100 Euro Bußgeld geahndet wird.

Umweltzone – Autos der Euro-2-Norm müssen draußen bleiben

Ein Kfz mit Euronorm 2 hat einen geringeren Schadstoffausstoß als ein Euro-1-Auto.
Ein Kfz mit Euronorm 2 hat einen geringeren Schadstoffausstoß als ein Euro-1-Auto.

Die Luft in den Städten wird dicker, weshalb Umweltzonen immer strenger geregelt werden. Aufgrund der hohen Feinstaub-Belastung sind Euro-2-Autos, obwohl sie immerhin noch die rote Umweltplakette erhalten, nicht mehr in den Umweltzonen erlaubt.

Nicht nur Autos mit Euro-2-Norm, auch die etwas besseren Euro-3-Autos mit gelber Plakette sind von den strengen Einschränkungen betroffen.

Mit Euro-2-Umweltplakette in die Umweltzone

Mit einer Euro-2-Umweltplakette (in Rot) dürfen sich die wenigstens Fahrzeuge in einer Umweltzone blicken lassen. Das kann mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro geahndet werden.

Allerdings regeln die Gemeinden und Städte ihre Umweltzonen selbst. Das gilt auch für die Höhe des Bußgeldes. Die Stadt Köln beispielsweise beschloss 2015, statt eines Bußgeldes ein Verwarngeld für den Verstoß gegen die Plakettenpflicht zu erheben.

Wer hier mit einem Kfz unterwegs ist, das eigentlich eine grüne Umweltplakette tragen dürfte, dies aber nicht tut, kommt mit einem Verwarngeld und der Aufforderung, sich eine entsprechende Plakette zu besorgen, davon.

Anders verhält es sich grundsätzlich, wenn Sie eine ungültige Plakette nutzen. Befestigen Sie die grüne Plakette eines anderen Kfz an einem Fahrzeug, welches laut Fahrzeugschein nur die rote Plakette bekommt, droht eine Strafe (Geld- oder Freiheitsstrafe).

Ungültig ist die Umweltplakette auch dann, wenn die Schrift darauf verblasst oder unleserlich geworden ist oder die Plakette stark beschädigt wurde. In diesen Fällen müssen Sie eine neue Plakette für fünf bis zehn Euro kaufen. Gleiches gilt, wenn die Frontscheibe ausgewechselt werden muss. Der Grund: Das Klebeschild lässt sich nicht wiederverwenden.

Ausnahmeverordnung: In diesen Fällen ist auch die rote Feinstaubplakette in der Umweltzone erlaubt

Schadstoffklasse Euro 2 muss draußen bleiben? Es gibt Ausnahmen von der Plakettenpflicht.
Schadstoffklasse Euro 2 muss draußen bleiben? Es gibt Ausnahmen von der Plakettenpflicht.

Im Anhang zur Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz finden sich allgemeine Ausnahmeregeln. Demnach können folgende Kfz auch ohne entsprechende Plakette oder Sondergenehmigung eine Umweltzone befahren:

  • Mobile Maschinen und Geräte
  • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen
  • Zugmaschinen der Land- und Forstwirtschaft
  • zwei- und dreirädrige Kfz (einschließlich Quads)
  • Einsatzfahrzeuge oder Kfz mit Sonderrechten (Krankenwagen, Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr etc.)
  • Fahrzeuge für den Transport von Personen mit Schwerbehinderung (Ausweis mit Kennzeichen „aG“, „H“ oder „Bl“
  • Oldtimer (H-Kennzeichen oder 07-Kennzeichen)

Je nach Stadt und Umweltzone sind weitere Ausnahmen möglich. So können beispielsweise Anwohner einer Umweltzone weiterhin mit ihrem Euro-2-Auto ohne grüne Plakette bis nach Hause fahren. Das Bürger- oder Bezirksamt gibt Auskunft über örtliche Ausnahmeregelungen.

Beachten Sie jedoch, dass Einzelausnahmen bzw. Sondergenehmigungen, meist kostenpflichtig und zeitlich begrenzt sind.

Rote Plakette auf Grün umrüsten – unmöglich?

Grundsätzlich können Sie ein Euro-2-Auto umrüsten.
Grundsätzlich können Sie ein Euro-2-Auto umrüsten.

Wenn heute von Um- oder Nachrüstung gesprochen wird, dann meistens im Zusammenhang mit Euro-5-Dieseln. Aufgrund drohender Dieselfahrverbote möchten Verbraucher durch Software-Updates und Partikelfilter diese zu Euro-6-Autos machen.

Auch von Umrüstungen alter Euro 3 auf Euro 4 oder Euro 2 auf Euro 3 ist oft die Rede. Das Erreichen einer besseren Schadstoffgruppe durch Nachrüstung ist also nicht unmöglich, aber gilt das auch für einen Sprung von Euro 2 nach Euro 4? Kann ein Euro-2-Kfz die grüne Plakette erhalten, wenn es entsprechend umgerüstet wird? Ein eher unwahrscheinliches und kostspieliges Unterfangen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Feinstaubausstoß des eigenen Autos zu reduzieren:

  • Dieselpartikelfilter bzw. Rußpartikelfilter
  • Oxidationskatalysatoren (OXI-KAT)
  • Austauschkatalysatoren oder Aufrüstkatalysatoren (Upgrade-KAT)
  • Kaltlaufregelsysteme

Jede der genannten Möglichkeiten kann den Schadstoffausstoß eines Fahrzeugs bis zu einem gewissen Grad verringern, ob damit jedoch ein Euro-2-Auto zum Euro-4-Auto wird, können letztlich nur Experten von TÜV, Dekra oder ähnlichen Stellen beurteilen.

Selbst die Umrüstung von Rot auf Gelb scheint wenig lohnenswert, da auch die gelbe Umweltplakette der Euro-3-Abgasnorm aus beinahe allen Umweltzonen verbannt wurde.

Keine staatliche Förderung mehr für die Umrüstung

Euro-2-Autos dürfen nicht mehr in die Umweltzone.
Euro-2-Autos dürfen nicht mehr in die Umweltzone.

In der Vergangenheit konnten sich Verbraucher mit einer Umweltplakette Euro 2 noch an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wenden und dort für die Umrüstung einer schlechteren Schadstoffklasse (z. B. Euro 2) staatliche Förderung beantragen.

Die Umrüstung kann teuer werden, zwischen 650 und 1.500 Euro kostet der Einbau eines Rußpartikelfilters. Der damalige Zuschuss belief sich auf 260 Euro. 2016 war allerdings das letzte Förderungsjahr. Wer seine Schadstoffklasse Euro 2 aufrüsten möchte, muss dies derzeit aus eigener Tasche tun.

Ausländische Kfz sind von der Plakettenpflicht in Umweltzonen nicht ausgenommen. Derzeit sind die Umweltplaketten aber noch nicht europaweit vereinheitlicht.

Hat die rote Umweltplakette ausgedient?

Eine Zeit lang durften Fahrzeuge mit der Feinstaubplakette Euro 2 (in Rot) noch begrenzt in Umweltzonen einfahren. Ein Zusatzzeichen unterhalb des Umweltzonenschildes gab an, ob neben der grünen auch die rote oder gelbe Umweltplakette erlaubt war.

Seit 2012 hat die Euro-2-Plakette ausgedient. Flächendeckend wurde die Nutzung der Umweltzone auf die gelbe und grüne Umweltplakette (also Euro 3 und 4) beschränkt. Inzwischen ist auch die gelbe Plakette der Euro-3-Norm großräumig aus den Umweltzonen verbannt worden.

Die Kfz-Steuer mit Euro 2

Kfz-Steuer: Hier spielt es eine Rolle, ob Sie Euro 2 oder Euro 1, ob Sie einen Diesel oder Benziner fahren.
Kfz-Steuer: Hier spielt es eine Rolle, ob Sie Euro 2 oder Euro 1, ob Sie einen Diesel oder Benziner fahren.

Macht es dann überhaupt einen Unterschied, ob ich ein Auto mit Euro-2-Schadstoffklasse fahre oder Euro 1, wenn doch weder das eine noch das andere in die Umweltzone darf? Ja, für die Umwelt und nicht zuletzt auch für die Kfz-Steuer. Euro-2-Autos (auch ohne Plakette an der Scheibe, also nur den Fahrzeugpapieren nach) sind steuerlich günstiger als Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1.

Dieselautos werden grundsätzlich höher besteuert als Benziner, allerdings gibt es auch Abstufungen je nach Schadstoffgruppe. Der Steuersatz für Euro-2-Autos beträgt je 100 Kubikzentimeter Hubraum:

  • 7,36 Euro für Benziner
  • 17,25 Euro für Diesel

Zum Vergleich: Autos mit Abgasnorm Euro 1, also solche, die gar keine Plakette mehr erhalten, haben je 100 Kubikzentimeter Hubraum einen Steuersatz von:

  • 15,13 Euro für Benziner
  • 28,55 Euro für Diesel

Wer nun eine Umrüstung in Erwägung zieht, um wenigstens bei der Steuer zu sparen, sollte allerdings die Kosten einer solchen bedenken. Wie bereits erklärt, gibt es für die Umrüstung derzeit keine staatliche Förderung.

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