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Geschwindigkeitsmessung und Blitzer: Verfahren und Technik

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Geschwindigkeitsmessung in der Verkehrsüberwachung

Bei der Geschwindigkeitsmessung am fahrenden Auto oder stationär erfolgen.

Bei der Geschwindigkeitsmessung am fahrenden Auto oder stationär erfolgen.

Es gibt inzwischen zahlreiche verschiedene Arten der Geschwindigkeitsmessung. Ein Auto, das zu schnell unterwegs ist, kann nicht mehr nur durch den klassischen Blitzer erfasst werden. Dieser Artikel informiert Sie über gängigeMessverfahren und Messgeräte in der Verkehrsüberwachung. Darüber hinaus erfahren Sie, wie sie eingesetzt werden dürfen, um die Geschwindigkeit am Auto korrekt zu messen.

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Mobile und stationäre Geschwindigkeitsmessung

Ganz allgemein gibt es zwei Wege die Geschwindigkeit zu messen am Auto: die mobile und die stationäre Geschwindigkeitsmessung. Das Messgerät für die Erfassung der Geschwindigkeit ist stationär, wenn es permanent im Straßenverkehr angebracht und immer im Einsatz ist. Eine mobile Geschwindigkeitsmessung kann flexibel an immer wieder neuen Standorten eingesetzt werden, wie beispielsweise die Geschwindigkeitsmessung durch die Polizei am Straßenrand. Interessieren Sie sich für technische Details einzelner Geräte, dann informieren Sie sich in unserer Übersicht über derzeit eingesetzte Blitzgeräte zur Geschwindigkeitsmessung. Allerdings kann eine Geschwindigkeitsmessung auch ohne Blitz erfolgen. Manche Geschwindigkeitsmessungen finden auch per Video statt.

Stationäre Messgeräte haben den Nachteil, dass gerade Anwohner ihren Standort genau kennen. Sie bremsen daher nur vorübergehend unmittelbar vor dem Blitzer ab. Mobile Geschwindigkeitskontrollen gelten deshalb als erfolgreicher.

Ein Beispiel für die Geschwindigkeitsmessung mit Laser ist die Laserpistole.

Ein Beispiel für die Geschwindigkeitsmessung mit Laser ist die Laserpistole.

  • Radarmessverfahren: Dabei handelt es sich um meist dunkelgrüne Kästen, besser bekannt als Blitzerkästen. Sie senden elektromagnetische Wellen aus, die vom Fahrzeug reflektiert werden. Um die Geschwindigkeit zu ermitteln, wird die Zeit bis zum Wiedereintreffen der Wellen im Gerät gemessen. Zu schnelle Fahrzeuge werden von der integrierten Kamera fotografiert.
  • Induktionsmessverfahren: Induktionsschleifen werden in der Regel unter der Fahrbahn installiert. Das Magnetfeld der Induktionsschleifen verändert sich, wenn ein Auto darüber fährt. So gelingt es, bei einem heranfahrenden Pkw die Geschwindigkeit zu messen.
  • Abstandsmessverfahren (auch Section Control): Diese Art der Geschwindigkeitskontrolle befindet sich in Deutschland noch in der Pilotphase und wird bislang nur auf designierten Teststrecken eingesetzt. Dabei wird ein bestimmter Abschnitt im Straßenverkehr festgelegt, an dessen Start- und Endpunkt jeweils eine Kamera installiert wird, die an beiden Stellen das Kennzeichen des vorbeifahrenden Fahrzeugs erfasst. Daraus lässt sich die Geschwindigkeit errechnen und feststellen, ob zu schnell gefahren wurde.
  • Piezomessungen: Sogenannte Piezosensoren werden, ähnlich wie die Induktionsschleifen, unter der Fahrbahndecke angebracht. Wenn ein Auto darüber fährt, übt es Druck aus und die elektrische Spannung der Sensoren verändert sich. Anhand der Abstände zwischen den Sensoren lässt sich dann die Geschwindigkeit errechnen. Auch hier ist eine Kamera mit der Geschwindigkeitsmessung verbunden, die das zu schnelle Auto fotografiert.
Beim Lasermesserverfahren werden Laserimpulse ausgesendet, die vom fahrenden Auto reflektiert werden.

Beim Lasermesserverfahren werden Laserimpulse ausgesendet, die vom fahrenden Auto reflektiert werden.

  • Lasermessverfahren: Geschwindigkeitsmessungen mit Lasermessgeräten, wie der Laserpistole, funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Radargeräte. Statt elektromagnetischer Wellen senden sie aber Laserimpulse aus, die vom Fahrzeug reflektiert werden. Auf Grundlage der gemessenen Zeit bis zum Wiedereintreffen des Impulses im Gerät kann die Geschwindigkeit des Autos errechnet werden.
  • Lichtschrankenmessgeräte: Diese Art der Geschwindigkeitsmessung basiert auf einer Weg-Zeit-Berechnung. Infrarot- oder Laserstrahlen werden in einem bestimmten Abschnitt in einem rechten Winkel zur Fahrbahn gestrahlt. So wird die Zeit gemessen, die das Fahrzeug benötigt, um die Strahlen zu durchqueren. Daraus ergibt sich die Geschwindigkeit.
  • Geschwindigkeitsmessung durch Nachfahren: Die Geschwindigkeitsmessung aus fahrendem Auto ist dann möglich, wenn das geeichte Messgerät bereits im Fahrzeug der Messbeamten verbaut ist. Die Geschwindigkeit eines potenziellen Verkehrssünders lässt sich dann durch Nachfahren feststellen.

Nicht jedes Messgerät ist automatisch auch ein Blitzer. Gerade in kleineren Ortschaften oder Spielstraßen finden Sie häufig eine sogenannte Geschwindigkeitsmesstafel (auch Geschwindigkeitsanzeigesystem). Dieses misst die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs beim Einfahren in Ortschaft oder Spielstraße. Der Fahrer wird in Form einer digitalen Anzeige am Straßenrand darauf aufmerksam gemacht, ob er zu schnell fährt. Geblitzt wird dabei niemand. Die Anzeigen dienen lediglich dazu Autofahrer daran zu erinnern die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Sie möchten ein Gerät zur Geschwindigkeitsmessung selber bauen oder kaufen, um beispielsweise Verkehrssünder in Ihrer Straße an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu erinnern oder die Geschwindigkeit zu messen am eigenen Auto? Beachten Sie, dass hier besondere Regeln gelten, vor allem dann, wenn Sie private Blitzer aufstellen. Lesen Sie nach, ob die private Geschwindigkeitsmessung zulässig ist.

Gibt es einen Toleranzabzug bei der Geschwindigkeitsmessung?

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung wird ein Toleranzabzug gewährt

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung wird ein Toleranzabzug gewährt

Eine von der Polizei durchgeführte Geschwindigkeitsmessung muss nicht immer korrekt sein. Gerade bei der Geschwindigkeitsmessung durch Nachfahren kann es zu Messfehlern kommen. Bei der Geschwindigkeitsmessung gibt es Richtlinien, an die Messbeamte sich halten müssen. Diese können allerdings je nach Bundesland variieren. Die Länder können selbst entscheiden, wie die Geschwindigkeitsmessung erfolgt, welche Messgeräte eingesetzt werden und welche Toleranzen festgelegt werden. Die Länder definieren auch die notwendige Entfernung der Messstelle zu dem Verkehrszeichen, welches die Geschwindigkeit vorgibt.

Allerdings dürfen nur geeichte Messgeräte zur Verkehrsüberwachung eingesetzt werden, um eine falsche Geschwindigkeitsmessung zu vermeiden. Alle Geräte müssen deshalb von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) geprüft werden. Weil grundsätzlich nicht von absolut exakten Messwerten ausgegangen werden kann, legt die PTB auch gerätespezifische Eichtoleranzwerte fest. Das heißt, die bei der Geschwindigkeitsmessung festgestellten Werte müssen nach unten korrigiert werden. Bei der Geschwindigkeitsmessung heißt das Toleranz. Erst nach Abzug des Eichtoleranzwertes ergibt sich die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung und das daraus resultierende Bußgeld.

Wann und wie viel Toleranzabzug wird eingerechnet?

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung besteht die Möglichkeit von Messfehlern.

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung besteht die Möglichkeit von Messfehlern.

Wird bei der Geschwindigkeitsmessung nur dann Toleranzabzug gewährt, wenn Messungenauigkeiten vorliegen? Nein, Toleranzabzug wird grundsätzlich immer eingerechnet, egal ob es zu Messungenauigkeiten kam oder nicht. Damit wird sicher gestellt, dass Sie keinen vorschnellen Bußgeldbescheid erhalten. Weiterhin spielen weder das Gerät noch der Ort, an dem es aufgestellt ist dabei eine Rolle. Wie viel Toleranz wird bei der Geschwindigkeitsmessung eingeräumt? Wichtig ist, welche Geschwindigkeit die Beamten messen an Ihrem Auto. Bei einer Geschwindigkeit von unter 100 km/h müssen 3 km/h abgezogen werden. War das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit über 100 km/h unterwegs, müssen 3 Prozent abgezogen werden. Eine Ausnahme, gibt es allerdings beim Police-Pilot-Verfahren. Hier liegt die Toleranz bei 5 km/h bei einer Geschwindigkeit unter 100 km/h, und 5 Prozent bei einer Geschwindigkeit über 100 km/h.

Messprotokoll bei der Geschwindigkeitsmessung

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung wird ein Messprotokoll erstellt.

Bei jeder Geschwindigkeitsmessung wird ein Messprotokoll erstellt.

Damit nachvollzogen werden kann, ob eine Geschwindigkeitsmessung korrekt erfolgte, gibt es das Messprotokoll. Dieses ist vor allem dann wichtig, wenn Sie gegen die Messung, den Bußgeldbescheid oder die Höhe des Bußgeldes Einspruch erheben wollen. Im Messprotokoll werden die bei der Geschwindigkeitsmessung relevanten Informationen zum Gerät, der Messung und dem anvisierten Fahrzeug festgehalten. Auf diese Weise kann nicht nur der Verstoß selbst nachvollzogen werden, sondern auch geprüft werden, ob das Geschwindigkeitsmessgerät geeicht war, der Abstand des Gerätes zum Fahrbahnrand eingehalten wurde und auf welcher Höhe es angebracht war.

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1 Kommentar

  1. Jürgen sagt:

    Ich wurde am 02.07.2019 im Ort Baruth mit der laserpistole gemessen. Am Ortsausgang wurde ich angehalten und mir wurde vorgeworfen, dass ich bei 30 km/h 20 km/h zu schnell war. Wann müsste eine Begrenzung wiederholt werden wenn öfters Nebenstrassen auf die Vorfahrtsstrasse einmünden, die aber nur wieder auf die Vorfahrtsstrasse führen?

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