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Nachtrunk: Wahrheitsgemäße Aussage oder Schutzbehauptung?

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Das kostet die Überschreitung der Promillegrenze!

Alkoholkonsum nach einem Verstoß im Straßenverkehr

Es handelt sich beim Nachtrunk oft um eine Schutzbehauptung.

Es handelt sich beim Nachtrunk oft um eine Schutzbehauptung.

Haben Autofahrer gegen die Regeln im Verkehr verstoßen, indem sie beispielsweise beim Einparken ein anderes Kfz gestreift oder anderweitig einen Unfall verursacht haben, stehen die meisten unter Schock und müssen das gerade Geschehene erst einmal verarbeiten.

Bei dem einen oder anderen Fahrer brennt jedoch schlichtweg eine Sicherung durch. Aus Angst vor den drohenden Konsequenzen wäre er nicht der erste, der sich aus dem Staub macht und Fahrerflucht begeht.

Zuhause angekommen, gönnen sich viele auf den Schock erstmal einen starken Drink, um sich zu beruhigen. Doch was, wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht, weil sie jemand bei der Tat beobachtet hat?

Aufgrund der Alkoholfahne gehen die Beamten in der Regel davon aus, dass der betroffene Fahrer den Verstoß zudem alkoholisiert begangen hat. Beruft dieser sich auf den Nachtrunk, wirkt er oft unglaubwürdig. Wie die Nachtrunkbehauptung überprüft werden kann und welche Strafe fällig wird, wenn es sich wirklich um eine Trunkenheitsfahrt nach StGB handelte, erfahren Sie im Ratgeber.

Wie kann der Nachtrunk widerlegt werden?

Wie bereits erwähnt, ist von einem Nachtrunk die Rede, wenn im Anschluss an eine Tat im Straßenverkehr Alkohol konsumiert wurde. Natürlich bietet es sich nach einer Fahrt unter Alkoholeinfluss an, zu behaupten, erst danach getrunken zu haben – diese Lüge kann im Regelfall jedoch relativ schnell durchschaut werden.

Eine Nachtrunkbehauptung kann leicht überprüft werden.

Eine Nachtrunkbehauptung kann leicht überprüft werden.

Dazu bedarf es einer genauen Über­prüfung der Angaben des Angeklagten. Zur Be- bzw. Widerlegung vom Nachtrunk ist eine Berechnung der jeweiligen Blutalkoholkonzentration (BAK) zur Tatzeit vonnöten. Diese Aufgabe wird normalerweise von einem Sachver­ständigen bzw. einem rechtsmedi­zinischen Institut übernommen.

Folgendermaßen wird dabei vorgegangen:

  • Im Abstand von 30 Minuten werden zwei Blutproben genommen.
  • Da der menschliche Körper erst ungefähr zwei Stunden nach dem Konsum von Alkohol beginnt, diesen abzubauen, müsste die zweite Blutprobe mehr Promille aufweisen als die erste, um den Nachtrunk beweisen zu können.
  • Fällt der Wert bei der zweiten Blutprobe geringer aus als der erste, gilt der Nachtrunk als widerlegt und der betroffene Fahrer wurde vom jeweiligen Sachverständigen der Lüge überführt.

Um festzustellen, wann der Verkehrs­sünder genau Alkohol konsumiert hat, kann ebenfalls eine sogenannte Begleitstoffanalyse durchgeführt werden. Es geht dabei darum, die Aromastoffe alkoholischer Getränke zu untersuchen.

Dazu bedarf es ebenfalls einer Blutprobe des angeklagten Fahrers. Diese wird jedoch im Zuge der Begleitstoffanalyse auf die Konzentration der Anteile gewisser Begleitalkohole (z. B. Methanol oder Isobutanol) überprüft. Anhand des Stoffwechselverhaltens der verschiedenen Stoffe kann der Nachtrunk ebenfalls bewiesen oder widerlegt werden.

Wie wird eine Trunkenheitsfahrt sanktioniert?

Handelte es sich nicht um einen Nachtrunk, sondern eine Trunkenheitsfahrt, kann eine Freiheitsstrafe drohen.

Handelte es sich nicht um einen Nachtrunk, sondern eine Trunkenheits­fahrt, kann eine Freiheitsstrafe drohen.

Dass sich immer wieder Fahrer auf den Nachtrunk berufen, ist wohl zumindest teilweise den hohen Strafen geschuldet, die nach einer Fahrt unter Alkohol­einfluss fällig werden.

Ab 1,1 Promille liegt dem Strafrecht zufolge eine absolute Fahruntüchtigkeit vor.

In diesem Fall handelt es sich um eine Straftat, die nach § 316 StGB (Strafgesetzbuch) geahndet wird.

Eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie eine damit verbundene Sperrfrist kommen demzufolge auf den Verkehrssünder zu.

Übrigens: Es spielt für die Versicherung keine Rolle, ob es sich um einen Nachtrunk handelte oder betrunken gefahren wurde, falls es zum Unfall kam. So oder so liegt in ihren Augen eine Obliegenheitsverletzung vor, die sie von der Pflicht zur Zahlung entbindet. Sie hat zusätzlich das Recht, den betroffenen Fahrer im Anschluss in Regress zu nehmen.
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