Regressforderung: Wann die Versicherung das Recht dazu hat

Von bussgeldrechner.org, letzte Aktualisierung am: 14. September 2020

Was ist eine Regressforderung überhaupt?

Durch eine Regressforderung kann sich die Versicherung Geld von Ihnen zurückholen.
Durch eine Regressforderung kann sich die Versicherung Geld von Ihnen zurückholen.

Schließen Sie als Kraftfahrer eine Versicherung für Ihren fahrbaren Untersatz ab, gehen damit diverse vertragliche Pflichten („Obliegenheiten“) einher. Bei Vertragsabschluss sichern Sie der Versicherungsgesellschaft zu, dass Sie sich daran halten werden, während diese Ihnen den gewünschten Schutz im Schadensfall gewährt.

Verstoßen Sie als Versicherungsnehmer gegen die Vertragsbedingungen, handelt es sich um eine sogenannte Obliegenheitsverletzung. Daraufhin kann es zu einem Regressverfahren kommen, in welchem die Versicherung bereits gezahlte Schadenssummen von Ihnen zurückfordert. Infos rund um diese Regressforderung finden Sie im Ratgeber.

FAQ: Regressforderung

Was ist eine Regressforderung?

Nimmt Ihre Haftpflichtversicherung Sie in Regress, bedeutet dies, dass Sie den Schaden einer dritten Person nach einem Unfall zunächst einmal reguliert, sich das Geld jedoch anschließend von Ihnen zurückholt.

Wann kann es zu einer Regressforderung durch die Kfz-Versic‌herung kommen?

Allgemein kann die Kfz-Versicherung Sie in Regress nehmen, wenn Sie sich eine sogenannte Obliegenheitsverletzung geleistet haben, also bei einem Verstoß gegen die Versicherungsbedingungen. Welche Gründe im Detail dazu führen können, dass Ihre Kfz-Haftpflicht Sie in Regress nimmt, lesen Sie hier.

In welcher Höhe bewegen sich die Regressansprüche der Versicherung?

Normalerweise darf eine Regressforderung nach einer Obliegenheitsverletzung eine Grenze von 5.000 Euro nicht überschreiten.

Welche Gründe rechtfertigen eine Regressforderung?

Wie hoch ist der Anspruch auf Regress der Versicherung nach einem Unfall?
Wie hoch ist der Anspruch auf Regress der Versicherung nach einem Unfall?

Wie bereits erwähnt, ist ein Regress der Versicherung nur dann möglich, wenn Sie sich als Versicherungsnehmer eine Obliegenheitsverletzung geleistet haben. Dabei wird in der Regel zwischen Pflichtverletzungen vor und nach einem Versicherungsfall unterschieden. Zur Verdeutlichung hier zwei Beispiele:

  • Setzen Sie sich hinter das Steuer eines Kfz, obwohl Sie im Vorfeld Alkohol und/oder Drogen konsumiert haben und daher nicht fahrtüchtig sind, liegt eine Obliegenheitsverletzung vor dem Versicherungsfall vor. Verursachen Sie in diesem Fall einen Verkehrsunfall, kommt Ihre Haftpflichtversicherung zwar für die Kosten auf, die einer dritten Person in diesem Zuge entstanden sind, anschließend kann Sie jedoch eine Regressforderung stellen und sich so das Geld von Ihnen zurückholen.
  • Um eine Obliegenheitsverletzung nach dem Versicherungsfall handelt es sich wiederum, wenn Sie sich nach einem Crash im Straßenverkehr unerlaubt aus dem Staub machen und Unfallflucht begehen. Der Regress der Versicherung ist Ihnen auch hier sicher, da Sie weder eine angemessene Zeit am Unfallort gewartet, geschweige denn die Polizei verständigt und sich dadurch ebenfalls eine Pflichtverletzung geleistet haben.

Wichtig: Der Anspruch auf Regress der Haftpflichtversicherung besteht nicht in unbegrenzter Höhe. Bei einer Obliegenheitsverletzung vor dem Schadensereignis darf die Regressforderung in der Regel eine Grenze von 5.000 Euro nicht überschreiten. Geschah das Ganze erst nach dem Versicherungsfall, sind normalerweise höchstens 2.500 Euro möglich. Kommt in letzterem Fall allerdings eine weitere Pflichtverletzung hinzu, besteht der Anspruch auf Regress der Kfz-Versicherung erneut bis zu einem Betrag von 5.000 Euro.

Welche Frist ist bei einer Regressforderung von Bedeutung?

Im Regelfall ist bei einer Regressforderung durch die Versicherung eine Verjährung von drei Jahren maßgeblich. Dabei handelt es sich um die regelmäßige Verjährungsfrist gemäß § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Als Startschuss für die Verjährung einer Regressforderung gilt stets das Ende des Jahres, in dem die Leistung fällig geworden ist und nicht das Jahr, in dem es zum Versicherungsfall kam.

Quellen und weiterführende Links

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