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Verzicht auf die Fahrerlaubnis: Wie muss die Verzichtserklärung aussehen?

Lohnt sich ein freiwilliger Verzicht auf die Fahrerlaubnis?

Sie können eine freiwillige Verzichtserklärung für die Fahrerlaubnis abgeben.

Sie können eine freiwillige Verzichtserklärung für die Fahrerlaubnis abgeben.

Der Verzicht auf die Fahrerlaubnis ist gesetzlich nicht geregelt, wird aber in vielen Regelungen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) vorausgesetzt. Das bedeutet, dass es Ihnen frei steht, auf die Erlaubnis, ein Fahrzeug zu führen, zu verzichten.

Sie können nicht durch Behörden oder die Polizei dazu aufgefordert werden eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Wenn die Fahrerlaubnisbehörde an Ihrer Fahreignung zweifelt oder wenn Sie durch bestimmte Vergehen im Straßenverkehr auffällig geworden sind, kann Ihnen der Führerschein entzogen werden. Dies ist dann ein verwaltungsrechtlicher Schritt und hängt nicht mit einer freiwilligen Abgabe des Führerscheins zusammen.

Aber weshalb entscheiden sich Menschen freiwillig für den Verzicht auf die Fahrerlaubnis? Meist sind es ältere Personen, die aufgrund zunehmender körperlicher Einschränkungen die Entscheidung treffen, den Führerschein freiwillig abzugeben. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein freiwilliger Verzicht auf die Fahrerlaubnis weiteren rechtlichen Schritten oder kostenpflichtigen Maßnahmen, die ein Führerscheinentzug mit sich bringt, vorbeugt.

Wann lohnt ein freiwilliger Verzicht auf die Fahrerlaubnis? Wie muss eine rechtskräftige Verzichtserklärung für den Führerschein aussehen? Dieser Ratgeber informiert Sie und bietet Ihnen ein kostenloses Muster für die Verzichtserklärung.

Wann sollten Sie Ihren Führerschein freiwillig abgeben?

Ältere Autofahrer möchten den Führerschein oft freiwillig abgeben.

Ältere Autofahrer möchten den Führerschein oft freiwillig abgeben.

Jeder, der zuvor einmal eine Fahrerlaubnis erworben hat, kann später auf sie verzichten. Das geschieht, indem der Betroffene das Führerscheindokument zusammen mit einer Verzichtserklärung an die Fahrerlaubnisbehörde zurückgibt.

Meist sind es Personen höheren Alters, die sich für den Verzicht auf die Fahrerlaubnis entscheiden. Bei hohem Alter sind häufig körperliche Einschränkungen der Grund dafür. Dazu gehören das Nachlassen der Sehkraft, die geminderte Reaktionsfähigkeit und motorische Einschränkungen, die beispielsweise den Schulterblick erschweren. Zudem sind Senioren weniger widerstandsfähig. Das heißt, es herrscht größeres Verletzungsrisiko bei ihnen selbst.

Im Übrigen wird der durchschnittliche Autofahrer in Deutschland immer älter. Mit dem demografischen Wandel und der allgemeinen Überalterung Deutschlands steigt auch die Zahl der Senioren im Straßenverkehr. Mancherorts wird deshalb über die Möglichkeit eines Führerscheintests für Senioren gesprochen.

Prüfung der Fahrtauglichkeit bei körperlichen oder psychischen Problemen

Nach einem Verzicht können Sie den Führerschein auch einfach neu machen.

Nach einem Verzicht können Sie den Führerschein auch einfach neu machen.

Jede Person ist selbst dafür verantwortlich die eigene Fahrtauglichkeit einzuschätzen. Sie sind beispielsweise vorübergehend fahruntauglich, wenn Sie Alkohol getrunken haben. Es gibt allerdings Fälle, in denen Sie Ihre Fahrtauglichkeit erneut nachweisen müssen. Schwere körperliche oder psychische Erkrankungen können Ihre Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

Wenn Sie selbst unsicher sind, ob Sie weiterhin ein Fahrzeug führen können, ohne dabei sich und andere zu gefährden, können Sie sich durch einen Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation die Fahreignung erneut bestätigen lassen. Manche Führerscheinstellen setzen dabei voraus, dass das Gutachten nicht vom behandelnden Arzt erstellt wurde. In den folgenden Fällen sollte eine Fahreignung überprüft werden:

  • Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • bei psychischen Erkrankungen, wie Depression, Angstzuständen oder bei zunehmender Demenz,
  • Bei Ausfall von Gliedmaßen (z. B. nach einem Unfall)

Wenn Sie über eine Verzichtserklärung für den Führerschein nachdenken, können Sie sich auch beraten lassen. Manche Führerscheinstellen bieten eine Beratung diesbezüglich an. Informieren Sie sich bei Ihrer Führerscheinstelle.

Verzicht auf Fahrerlaubnis bei Führerscheinentzug

Wenn Sie auf den Führerschein verzichten, sparen Sie sich die MPU.

Wenn Sie auf den Führerschein verzichten, sparen Sie sich die MPU.

Ein viel genannter Grund für den freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis ist der Führerscheinentzug. Schwere Verkehrsdelikte, wie Alkohol am Steuer oder das Fahren unter Drogeneinfluss, können mit Entziehung des Führerscheins geahndet werden.

Anders als beim Fahrverbot können Sie beim Führerscheinentzug nach Ablauf der Sperrfrist den Führerschein nicht einfach wieder bei der Behörde abholen. Sie müssen einen Antrag auf Fahrerlaubnis-Wiedererteilung stellen. Dieser ist oft an weitere Vorgaben geknüpft. Wurden Sie beispielsweise mit Alkohol am Steuer erwischt, müssen Sie dem Antrag Nachweise für die erneute Fahrtauglichkeit beilegen. Dazu gehören beispielsweise Nachweise zur Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme, Abstinenznachweise oder sogar ein Gutachten einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Verzicht auf Fahrerlaubnis aus finanziellen Gründen

Mit einer Verzichtserklärung sparen Sie sich die Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen.

Mit einer Verzichtserklärung sparen Sie sich die Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen.

Angeordnete Rehabilitationsmaßnahmen oder MPU-Gutachten nach einem Führerscheinentzug können teuer werden. Einschließlich Beratung, Vorbereitungskursen und ärztlichen Nachweisen (z. B. Urin-, Blut- oder Haarprobe), können sich die Kosten auf 350 bis 750 Euro belaufen. Um die Kosten zu vermeiden, machen manche Autofahrer von ihrem Recht Gebrauch, eine Erklärung für den Verzicht auf Fahrerlaubnis Wiedererlangung, auch Neuerteilung genannt, abzugeben.

Nach einem Führerscheinentzug besteht die Möglichkeit, nach Ablauf einer Tilgungsfrist den Führerschein auch ohne MPU wiederzuerlangen. Die Tilgungsfrist beträgt allerdings 10 Jahre, und weil sie außerdem erst fünf Jahre nach dem Führerscheinentzug beginnt, erhalten Sie den Führerschein frühestens nach 15 Jahren zurück.

Vor- und Nachteile einer Verzichtserklärung der Fahrerlaubnis

Ein Verzicht der Fahrerlaubnis kommt in Frage, wenn Zweifel an der Fahrtauglichkeit bestehen.

Ein Verzicht der Fahrerlaubnis kommt in Frage, wenn Zweifel an der Fahrtauglichkeit bestehen.

Eine Führerschein-Verzichtserklärung hat gerade bei einem Führerscheinentzug den Vorteil, dass Sie damit die erheblichen Kosten für Verwaltungsakte und mögliche Rehabilitationsmaßnahmen umgehen. Wenn Sie den Führerschein zu einem späteren Zeitpunkt neu machen wollen, kann es trotzdem sein, dass die beim Führerscheinentzug geäußerten Bedenken an Ihrer Fahrtauglichkeit nachweislich aus dem Weg geräumt werden müssen.

Unter gewissen Umständen können die Punkte, die sich auf dem Punktekonto in Flensburg angesammelt haben, gelöscht werden. Wenn Sie auf die Führerschein-Wiedererteilung verzichten oder den Verzicht auf Fahrerlaubnis erklären, werden Ihre Punkte nicht gelöscht. Sollten Sie sich später dazu entschließen den Führerschein neu zu machen, bestehen gegebenenfalls noch Altlasten.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Verzichtserklärung für den Führerschein unterschreiben sollen oder nicht, können Sie sich beraten lassen. Viele Führerscheinstellen haben Ansprechpartner, die Sie über die Führerschein-Verzichtserklärung informieren.

Ein Verzicht auf Fahrerlaubnis heißt nicht, dass Sie nie wieder Auto fahren dürfen. Es steht Ihnen frei, den Führerschein einfach neu zu machen. Bei einem vorangegangenen Führerscheinentzug gelten hier jedoch trotzdem die auferlegten Sperrfristen.

Verzichtserklärung für den Führerschein: Muster

Es gibt Führerscheinstellen, die für den freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis ein Formular bereitstellen. Dieses finden Sie online auf der Homepage oder vor Ort auf der Führerscheinstelle. Falls die zuständige Behörde kein eigenes Formular zur Verfügung stellt, erfragen Sie den notwendigen Inhalt der Verzichtserklärung oder nutzen Sie unser Muster.

Muster für die Fahrerlaubnis-Verzichtserklärung

Eigene Anschrift

Adresse der Fahrerlaubnisbehörde

Freiwillige Verzichtserklärung für den Führerschein

Hiermit erkläre ich den Verzicht auf meine Fahrerlaubnis folgender Klasse(n) _____________. Anbei gebe ich meinen Führerschein freiwillig ab. Das Dokument soll (kreuzen Sie eine der Möglichkeiten an)

… entwertet und zurückgesendet werden (als Erinnerungsstück). [ ]
… entwertet werden und dauerhaft bei der Behörde verbleiben (amtliche Aufbewahrung)[ ]

Ich nehme zur Kenntnis, dass durch den freiwilligen Verzicht die Fahrerlaubnis automatisch erlischt und ich somit keine Berechtigung mehr habe führerscheinpflichtige Fahrzeuge zu führen. Mir ist bewusst, dass ein Antrag auf Neuerteilung einer Fahrerlaubnis nach § 20 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) notwendig ist, sollte ich mich dazu entschließen erneut die Fahrerlaubnis zu erwerben. Ich weiß auch, dass im Rahmen des Neuerteilungsverfahrens gemäß § 20 Abs. 2 FeV eine erneute Fahrerlaubnisprüfung absolviert werden muss. Besonders dann, wenn Zweifel an meiner Eignung zum Führen von Fahrzeugen bestehen.

Name
Unterschrift
Ort und Datum

Laden Sie sich das Muster für die Verzichtserklärung des Führerscheins­ hier kostenlos herunter:
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Verzicht auf Fahrerlaubnis Muster (.doc)

Verzicht auf Fahrerlaubnis Muster (.pdf)

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