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Autoversicherung für Fahranfänger: Was junge Fahrer bedenken sollten

Wenn Fahranfänger die erste Versicherung abschließen

Bei der Autoversicherung müssen Fahranfänger meist tief in die Tasche greifen.
Bei der Autoversicherung müssen Fahranfänger meist tief in die Tasche greifen.

Bereits seit 1986 befinden sich junge Fahrer nach dem erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis erst einmal zwei Jahre lang in der Probezeit. In dieser Bewährungsphase ziehen Verstöße gegen geltendes Verkehrsrecht neben den Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog noch weitere Konsequenzen nach sich. Dies hat einen guten Grund: Fahranfänger verhalten sich aufgrund ihrer Unerfahrenheit im Straßenverkehr häufig leichtsinnig und sind daher öfter in schwere Verkehrsunfälle verwickelt.

Dass bei Führerscheinneulingen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ein erhöhtes Unfallrisiko besteht, wissen auch die Kfz-Versicherer, weshalb die Beiträge in der Regel relativ hoch sind. Welche Faktoren die Höhe der zu zahlenden Versicherungsbeiträge beeinflussen können und wie Sie als junger Mensch dennoch eine günstige Autoversicherung für Fahranfänger finden, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.   

Autoversicherung für Fahranfänger: Wodurch die Kosten beeinflusst werden

Es existieren diverse Faktoren, die sich darauf auswirken, wie viel eine Kfz- Versicherung für Fahranfänger kosten kann. Im Folgenden gehen wir auf jeden dieser Punkte einzeln ein und erklären, inwiefern welcher Faktor Einfluss auf die Höhe der Autoversicherung für Anfänger nehmen kann.

Welcher Schadenfreiheitsklasse gehören Sie an?

Allgemein starten Fahranfänger bei der Versicherung mit 100 Prozent.
Allgemein starten Fahranfänger bei der Versicherung mit 100 Prozent.

Mithilfe sogenannter Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) wird berechnet, wie hoch die Beiträge für die Autoversicherung ausfallen. Fahranfänger starten für gewöhnlich mit der Stufe 0. Dies ist darin begründet, dass die SF-Klasse sich danach richtet, wie viele Jahre ein Fahrer bereits mit seinem Kfz unterwegs ist, ohne einen Verkehrsunfall gebaut zu haben. Mit jedem Jahr, in dem Sie als Anfänger also unfallfrei gefahren sind, steigen Sie eine Stufe auf.

Das Ganze funktioniert bis höchstens Stufe 35. Je höher Sie aufsteigen, desto geringer bemessen sich die Beiträge für die Kfz-Versicherung. Junge Fahrer zahlen demzufolge am meisten. Wie viel das im Detail ist, variiert je nach Versicherungsgesellschaft, da jede Gesellschaft die Beitragssätze selbst festlegt. Sobald Sie einen Unfall bauen und den verursachten Schaden von Ihrer Versicherung abwickeln lassen, steigen Sie in Ihrer Schadenfreiheitsklasse ab.

Wie weit Sie jeweils zurückgestuft werden, richtet sich sowohl nach der Höhe des entstandenen Schadens als auch nach den individuellen Vertragsbedingungen der Autoversicherung für Fahranfänger, die Sie abgeschlossen haben.

Welche Versicherungsart liegt  vor?

Weiterhin spielt es in Bezug auf die anfallenden Kosten eine Rolle, für welche Art von Kfz-Versicherung für Anfänger Sie sich entscheiden. Der Gesetzgeber schreibt lediglich eine Haftpflichtversicherung für Kraftfahrzeuge vor. Eine solche übernimmt normalerweise nur die Kosten für Schäden, die Sie bei anderen Autofahrern herbeigeführt haben.

Möchten Sie sich bei der Autoversicherung als Fahranfänger noch mehr absichern, bietet sich eine Teil- oder Vollkasko-Versicherung an. Erstere greift auch dann, wenn der entstandene Schaden durch fremdes Einwirken zustande gekommen ist, wie z. B. durch Hagel, einen Wildunfall oder Diebstahl. Mit einer Vollkasko-Versicherung für das Auto sind Fahranfänger komplett auf der sicheren Seite.

Schließlich deckt diese bei einem selbstverschuldeten Verkehrsunfall nicht nur den Schaden an anderen Fahrzeugen, sondern auch den an Ihrem eigenen ab. Bei dem Abschluss einer Teilkasko-Versicherung vom Auto als Fahranfänger sind die Kosten übrigens nicht davon abhängig, in welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich befinden, da es bei dieser Versicherungsform keine SF-Klassen gibt.

 Die Höhe der Selbstbeteiligung wirkt sich ebenfalls auf die Autoversicherung für Fahranfänger aus.
Die Höhe der Selbstbeteiligung wirkt sich ebenfalls auf die Autoversicherung für Fahranfänger aus.

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?

Handelt es sich bei der von Ihnen gewählten Autoversicherung für Fahranfänger um eine Voll- oder Teilkasko, wird der jeweilige Beitragssatz zwar nicht von der SF-Klasse beeinträchtigt, dafür aber von der Höhe der sogenannten Selbstbeteiligung. Diese stellt den Betrag dar, den Sie im Schadensfall selbst zusätzlich zahlen müssen, wenn Sie eine der beiden Kasko-Versicherungen beanspruchen.

Grundsätzlich können Sie als Versicherungsnehmer frei entscheiden, wie hoch die jeweilige Selbstbeteiligung sein soll.

Schließen Sie für Ihr Auto eine Teilkasko-Versicherung als Fahranfänger ab, sind in etwa 150 Euro gängig. Bei einer Vollkasko-Versicherung liegt die Selbstbeteiligung üblicherweise bei ca. 300 Euro.

Um welchen Autotyp handelt es sich?

Fahrzeuge, die sich vor allem unter Führerscheinneulingen großer Beliebtheit erfreuen, sind in der Regel von vornherein teurer in der Autoversicherung. Fahranfänger sollten daher beispielsweise Abstand von folgenden Fahrzeugen nehmen:

  • Opel Corsa
  • 3er-BMW
  • VW Golf
  • Renault Twingo
  • Ford Fiesta

Suchen Sie eine günstige Kfz-Versicherung für Fahranfänger, empfiehlt es sich daher, ein eher untypisches Anfängerfahrzeug zu wählen, wie z. B. einen gebrauchten Skoda Octavia als Limousine. Die oben genannten Modelle sind statistisch gesehen öfter in Unfälle verwickelt, die von jungen Fahrern verursacht werden. Daher stufen Versicherungsgesellschaften genau diese Kfz grundsätzlich höher ein.

Wie viele Kilometer fahren Sie pro Jahr?

Bei der  Autoversicherung für Fahranfänger hängen die Kosten auch damit zusammen, wie viele Kilometer Sie im Jahr fahren.
Bei der Autoversicherung für Fahranfänger hängen die Kosten auch damit zusammen, wie viele Kilometer Sie im Jahr fahren.

Ein weiterer Faktor, der bei einer Autoversicherung die Kosten für Fahranfänger beeinflusst, sind die jährlich gefahrenen Kilometer.

Je häufiger Sie innerhalb eines Jahres mit dem Auto unterwegs sind, desto höher fallen die Versicherungsbeiträge aus. Dies ist darin begründet, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verschulden, mit der Anzahl der Fahrten ansteigt.

Sie sollten jedoch gar nicht erst auf die Idee kommen, bei der Kilometerangabe zu schummeln, um Geld zu sparen, wenn Sie eine Autoversicherung als Fahranfänger abschließen.

Bekommt die Versicherungsgesellschaft davon Wind, dass Sie doch mehr gefahren sind, als eigentlich angegeben, kommt eine Nachzahlung auf Sie zu. Kann Ihnen Vorsatz nachgewiesen werden, erwartet Sie obendrein noch eine Strafe.

Wie viele Personen nutzen das Fahrzeug und wie alt sind sie?

Soll ein Kfz von mehreren Personen genutzt werden, müssen diese der Versicherung logischerweise mitgeteilt werden, damit auch sie vom Versicherungsschutz profitieren können. Die Auflistung der berechtigten Fahrer wird als „Fahrerkreis“ bezeichnet. Dabei gibt es sowohl die Möglichkeit, die entsprechenden Fahrer namentlich zu nennen, als auch, eine bestimmte Altersklasse oder den Zeitpunkt des Führerscheinerwerbs festzulegen.

Unabhängig davon, für welche Option Sie sich entscheiden: Je größer der Fahrerkreis, desto teurer die Autoversicherung. Sollen Fahranfänger in den Kreis aufgenommen werden, treibt dies die Kosten ebenfalls in die Höhe.

Wo wohnen Sie und wo wird das Fahrzeug abgestellt?

Zu guter Letzt ist von Belang, welchen Wohnort Fahranfänger bei der Autoversicherung angeben, und wo das betroffene Kfz jeweils abgestellt wird. Je dichter der Verkehr in Ihrem Wohnort ist, desto höher ist schließlich das Unfallrisiko. Das Gleiche gilt normalerweise für schlechte Straßenbedingungen. Hat das zu versichernde Kfz außerdem einen sicheren Unterschlupf in einer Garage, müssen Fahranfänger bei der Versicherung mit weniger Kosten rechnen, als wenn sie es standardmäßig auf der Straße parken.

Fazit: So finden Sie die günstigste Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Kfz-Versicherung: Am Modell „Begleitetes Fahren“ teilgenommen zu haben, kann vorteilhaft sein.
Kfz-Versicherung: Am Modell „Begleitetes Fahren“ teilgenommen zu haben, kann vorteilhaft sein.

Es gibt also eine ganze Bandbreite an Faktoren, welche die Höhe der Autoversicherung für Fahranfänger beeinflussen kann. Gegen manche können Sie etwas tun, andere müssen Sie hingegen einfach so hinnehmen.

Anschließend haben wir Ihnen 5 Tipps zusammengestellt, wie Sie dennoch an eine günstige Kfz-Versicherung für Anfänger kommen:

  1. Entscheiden Sie sich für das Modell „Begleitetes Fahren“: Bereits seit mehreren Jahren können junge Fahrer schon ab 17 den Führerschein fürs Auto erwerben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie bei jeder Fahrt mit einer im Vorfeld bestimmten Begleitperson unterwegs sind. Dadurch gewinnen Sie an Fahrpraxis und das Unfallrisiko bleibt dank Aufpasser normalerweise ebenfalls gering. Für Teilnehmer des Modells „Führerschein mit 17“ gewährt die Versicherung zum Teil gewisse Rabatte, von denen Sie profitieren können, sobald Sie mit 18 selbst eine Autoversicherung als Fahranfänger abschließen.
  2. Wählen Sie kein typisches Anfängerauto: Wie bereits erwähnt, werden Golf, Corsa und Co. schon von vornherein höher eingestuft. Suchen Sie also eine günstige Autoversicherung für Anfänger, sollten Sie Ihre Auswahl auf eher untypische Modelle für Führerscheinneulinge beschränken.
  3. Lassen Sie Ihr Auto als Zweitwagen der Eltern versichern: Anstatt den Fahrerkreis zu erweitern, können Eltern das Kfz des Fahranfängers als Zweitfahrzeug anmelden, um Kosten zu sparen. Sind Mutter oder Vater bereits mehrere Jahre unfallfrei gefahren, erhalten sie schließlich eine weitaus höhere Schadenfreiheitsklasse. Nachdem Sie als Neuling an Fahrpraxis gewonnen haben, können Sie Ihre eigene Autoversicherung als Fahranfänger abschließen und zahlen dann weniger.
  4. Legen Sie jährlich weniger Kilometer zurück: Da die Versicherungsbeiträge ansteigen, je häufiger Sie mit Ihrem Fahrzeug pro Jahr unterwegs sind, können Sie als Fahranfänger bei der Versicherung Kosten sparen, indem Sie einfach etwas weniger fahren. 
  5. Verzichten Sie auf eine Kasko-Versicherung, wenn Sie ein sehr altes Fahrzeug fahren: Es ergibt wenig Sinn, Geld in eine teure Vollkasko-Versicherung zu stecken, wenn der Restwert Ihres Autos äußerst gering ist. In einem solchen Fall reicht es in der Regel vollkommen aus, eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung zu wählen. Ist Ihr Kfz jünger als fünf Jahre, können Sie eher über eine freiwillige Teil- oder Vollkasko als Autoversicherung für Fahranfänger nachdenken.
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