Krad fahren – Regeln und Verhaltensweise

Von Mathias Voigt

Letzte Aktualisierung am: 12. Dezember 2025

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Bußgeldrechner

Bußgeldtabelle fürs Krad fahren

VerstoßBußgeldPunkte in FelnsburgLohnt ein Einspruch?
Eine Person ohne geeigneten Sitz befördern5 €-eher nicht
Ein Kind unter 7 Jahren ohne geeigneten Sitz befördern5 €-eher nicht
Einen Beifahrer ohne geeignetes Haltesystem befördern5 €-eher nicht
Fahren ohne Licht am Tag10 €-eher nicht
... mit Gefährdung35 €-eher nicht
... mit Sachbeschädigung60 €1eher nicht
Fahren ohne Helm15 €-eher nicht
Ein Kind ohne Helm befördern60 €1Hier prüfen **
Mehrere Kinder ohne Helm befördern70 €1Hier prüfen **
Auf dem Hinterrad fahren und andere Verkehrsteilnehmer gefährden50 €-eher nicht

FAQ: Krad fahren

Was ist ein Krad

Der Begriff Krad steht für Kraftrad und bezeichnet Fahrzeuge mit zwei Rädern, deren Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h liegt und die einen Hubraum haben, der größer als 50 cm³ ist. Die genaue Definition erklären wir hier.

Wie schnell darf ich mit dem Krad fahren?

Beim Kradfahren gelten grundsätzlich dieselben Geschwindigkeitsbegrenzungen wie bei einem Pkw. Welche Geschwindigkeit Sie einhalten müssen, finden Sie hier.

Welchen Führerschein brauche ich, um mit dem Krad zu fahren?

Kradfahrer benötigen je nach Größe des Motorrads die Führerscheinklasse A, A1 oder A2. Diese Liste veranschaulicht, welches Krad welchen Führerschein erfordert.

Was ist ein Kraftrad?

Die Regeln zur korrekten Fahrweise mit dem Kraftrad legt die StVO fest.
Die Regeln zur korrekten Fahrweise mit dem Kraftrad legt die StVO fest.

Ein Krad ist rechtlich gesehen ein zweirädriges Kraftfahrzeug, das sich durch einen Hubraum von mehr als 50 cm³ oder eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h auszeichnet. Darunter fallen Leichtkrafträder (125er) und alle größeren Motorräder. Auch ein Krad mit Beiwagen fällt unter diese Definition und wird rechtlich als eine Einheit behandelt.

Beim Kradfahren halten Sie sich grundsätzlich an die Vorgaben der StVO, jedoch legt das Gesetz einige spezielle Richtlinien für Halter eines Kraftrads fest. Folgender Ratgeber klärt auf, welche Besonderheiten Sie beachten müssen, wenn Sie mit dem Krad fahren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber behandelt Krafträder der Führerscheinklassen A1, A2 und A. Kleinkrafträder (z.B. Mopeds oder Roller bis 45 km/h, Klasse AM) gehören rechtlich nicht zur Definition des Kraftrades und werden in diesem Ratgeber nicht behandelt.

Welche Dokumente müssen sie mitführen, wenn sie ein Kraftrad fahren?

Laut § 4 Absatz 2 FeV sind Sie, wenn Sie mit einem Krad fahren, stets verpflichtet, den Führerschein und die Zulassungsbescheinigung I (Fahrzeugschein) mitzuführen.

Das Fahren ohne diese Dokumente ist eine Ordnungswidrigkeit und wird in beiden Fällen mit einem Verwarngeld von 10 € geahndet.

Welchen Führerschein brauchen Kradfahrer?

Fahren Sie ein Krad mit Beiwagen, müssen Sie auch für die Sicherheit des Beifahrers sorgen.
Fahren Sie ein Krad mit Beiwagen, müssen Sie auch für die Sicherheit des Beifahrers sorgen.

Um legal am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen, benötigt jeder Krad-Fahrer eine gültige Fahrerlaubnis. Für ein Krad ist der Führerschein ist in verschiedene Klassen unterteilt, die bestimmen, welche Art von Kraftrad Sie fahren dürfen.

  • Klasse A1: Für Leichtkrafträder bis 125 cm³ und maximal 11 kW (15 PS) – z. B. 125er-Naked-Bikes oder Supermotos
  • Klasse A2: Für mittelgroße Krafträder mit bis zu 35 kW (48 PS) Motorleistung – z. B. Tourer oder Allrounder
  • Klasse A: Die unbeschränkte Klasse für alle Krafträder ohne Leistungsbegrenzung – z. B. großvolumige Reiseenduros oder schwere Cruiser

Welches Kennzeichen brauchen Krad-Fahrer?

Um ein Krad fahren zu dürfen, brauchen Sie ein vorschriftsmäßiges Krad-Kennzeichen. Die genauen Vorgaben legt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) fest.

Beim Krad-Kennzeichen ist die Größe anders als bei einem Pkw.
Beim Krad-Kennzeichen ist die Größe anders als bei einem Pkw.

Hauptpunkte, die das Kennzeichen beim Krad von einem Kfz-Kennzeichen unterscheiden, sind:

  • Die Größe: Standardmäßig sind Kennzeichen mit einer Breite von 180 mm bis zu 220 mm und einer Höhe von 200 mm zulässig und somit deutlich kleiner als die von Pkw.
  • Die Anbringung: Das Kennzeichen muss am Heck des Kraftrades fest angebracht, gut lesbar und darf nicht verdeckt sein. Der Neigungswinkel darf 30 Grad von der Senkrechten nicht überschreiten. Nachts muss es beleuchtet sein.

Welche Versicherung brauche ich, um mit dem Krad zu fahren?

Bevor Sie mit Ihrem Krad im Straßenverkehr fahren dürfen, müssen Sie eine gültige Krad-Versicherung abgeschlossen haben. Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die Sie Dritten beim Fahren zufügen. Ohne diesen Versicherungsschutz ist das Fahren im öffentlichen Verkehr strengstens verboten und strafbar. Um sich auch gegen Schäden am eigenen Fahrzeug abzusichern, ist eine Teil- oder Vollkasko dringend zu empfehlen.

Die richtige Fahrweise und Schutzausrüstung beim Krad fahren

Kradfahrer sollten die richtige Ausrüstung tragen, damit sie bei einem Unfall geschützt sind.
Kradfahrer sollten die richtige Ausrüstung tragen, damit sie bei einem Unfall geschützt sind.

Zur Sicherheit auf dem Krad gehört beim Fahren neben einer vorausschauenden Fahrweise auch die richtige Schutzkleidung. Beschleunigen Sie kontrolliert, halten Sie stets ausreichend Abstand und seien Sie jederzeit bremsbereit.

Bei der Schutzkleidung fürs Krad fahren wird zwischen der gesetzlichen Pflicht und der dringend empfohlenen Ausrüstung unterschieden. Die einzige gesetzlich vorgeschriebene Schutzausrüstung für das Fahren eines Krads in Deutschland ist ein geeigneter Schutzhelm. Dies gilt für den Fahrer und für jeden Mitfahrer.

Obwohl gesetzlich nicht für jede Fahrt vorgeschrieben, ist das Tragen einer vollständigen Schutzausrüstung aus Sicherheits- und versicherungsrechtlichen Gründen unerlässlich. Zur empfohlenen Ausrüstung gehören:

  • Motorradjacke und -hose
  • Motorradhandschuhe
  • Motorradstiefel
  • Nierengurt

Warum sollten Sie beim Fahren eines Kraftrads geeignete Motorradstiefel tragen? Im Falle eines Sturzes sind die Füße, Knöchel und Schienbeine vor schwersten Verletzungen wie Brüchen, Zerrungen und Abschürfungen betroffen. Die Stiefel bieten Stabilität und verhindern schwerwiegende Verletzungen an den Füßen.

Was ist das korrekte Verhalten, wenn Sie beim Krad fahren einen Unfall haben?

Wie sollten Sie sich am besten bei einem Krad-Unfall verhalten?
Wie sollten Sie sich am besten bei einem Krad-Unfall verhalten?

Wenn Sie selbst mit dem Krad fahren und einen Unfall haben oder Zeugen eines Unfalls werden, ist es in erster Linie wichtig, Ruhe zu bewahren. Folgende Checkliste veranschaulicht, wie Sie sich in einer solchen Situation am besten verhalten.

  1. Unfallstelle sichern: Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und stellen Sie, wenn möglich, ein Warndreieck auf. Bringen Sie sich selbst in Sicherheit.
  2. Erste Hilfe leisten: Kümmern Sie sich um Verletzte und rufen Sie unter 112 den Rettungsdienst und die Polizei.
  3. Daten austauschen: Notieren Sie die Daten der Unfallbeteiligten (Name, Anschrift, Versicherung, Kennzeichen).
  4. Beweise sichern: Machen Sie Fotos von der Unfallstelle und den entstandenen Schäden.
  5. Unfall melden: Melden Sie den Schaden umgehend Ihrer Versicherung.

Wichtig: Diese Grafik erklärt, wann und wie Sie einem Kradfahrer den Helm abnehmen, wenn es zu einem Unfall kam.

Welche Geschwindigkeitsbegrenzung müssen Sie beim Krad fahren einhalten?

Fahren Sie z. B. zu schnell im Straßenverkehr mit dem Krad, verhängt die Polizei ein Bußgeld.
Fahren Sie z. B. zu schnell im Straßenverkehr mit dem Krad, verhängt die Polizei ein Bußgeld.

Grundsätzlich gelten für Krafträder die gleichen Geschwindigkeitsbegrenzungen wie für Pkw. Im Falle einer Geschwindigkeitsüberschreitung drohen dieselben Bußgelder gemäß Bußgeldtabelle. Folgende Geschwindigkeiten sind beim Krad fahren einzuhalten:

  • Innerhalb geschlossener Ortschaften: maximal 50 km/h
  • Außerhalb geschlossener Ortschaften: maximal 100 km/h auf Landstraßen
  • Auf Autobahnen: Es gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, sofern keine anderen Geschwindigkeitsbegrenzungen durch Verkehrszeichen angeordnet sind

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Über den Autor

Mathias Voigt (Rechtsanwalt)
Mathias Voigt

An der juristischen Fakultät in Rostock absolvierte Mathias Voigt sein Jura-Studium. Im Anschluss verschlug es ihn für sein Referendariat nach Nordrhein-Westfalen. Seit 2013 ist er als Rechtsanwalt in Deutschland zugelassen und ist unter anderem im Verkehrsrecht tätig.

Bildnachweise

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