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Sehtest: Um einen Führerschein zu erwerben, ist er unerlässlich

Weshalb ist eine Sehtestbescheinigung verpflichtend?

An einem Sehtest für den Führerschein können Sie mit oder ohne Sehhilfe teilnehmen.
An einem Sehtest für den Führerschein können Sie mit oder ohne Sehhilfe teilnehmen.

Im Straßenverkehr hat vor allem eines oberste Priorität: die Sicherheit eines jeden Verkehrsteilnehmers. Um diese gewähr-leisten zu können, ist es unerlässlich, dass jeder Autofahrer über ein ausreichendes Sehvermögen verfügt.

Schließlich würde schnell Chaos auf den Straßen herrschen, könnte beispielsweise niemand die Verkehrsschilder richtig erkennen oder den Gegenverkehr früh genug wahrnehmen.

Da 90 Prozent der Eindrücke beim Steuern eines Kfz über die Augen erfasst werden, ist es nicht gerade verwunderlich, dass der Gesetzgeber beim Erwerb von einem Führerschein einen Sehtest vorschreibt. Im Ratgeber lesen Sie alles über den Ablauf der Untersuchung und erfahren, was ein Sehtest für den Führerschein überhaupt kosten kann.

Augenärztliche Untersuchung vs. Sehtest für den Führerschein

Je nachdem, welche Führerscheinklasse Sie erwerben möchten, benötigen Sie für den Antrag entweder eine augenärztliche Untersuchung oder einen klassischen Sehtest. Bei einem Führerschein der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T ist Letzterer ausreichend, bei den Fahrerlaubnisklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E hingegen müssen sich die Anwärter einer Untersuchung des Sehvermögens unterziehen. Dies gilt auch bei einer Verlängerung dieser Klassen.

Diese Unterschiede sind darin begründet, dass bei einem möglichen Bus- oder Lkw-Unfall weitaus schwerwiegendere Schäden entstehen könnten, als es bei einem Auto- oder Motorradunfall der Fall wäre. Daher müssen sich Lkw- und Busfahrer auf eine zusätzliche augenärztliche Untersuchung des räumlichen Sehens, der Augenbeweglichkeit, des Farbensehens, des Dämmerungssehens, des Gesichtsfeldes sowie der Blendungsempfindlichkeit einstellen.

Der Ablauf beim Sehtest für den Führerschein

Können Sie beim für den Führerschein benötigten Sehtest schummeln? Normalerweise nicht.
Können Sie beim für den Führerschein benötigten Sehtest schummeln? Normalerweise nicht.

Um den Sehtest für den Führerschein zu bestehen, müssen Sie als Anwärter lediglich den Anforderungen gerecht werden, die in § 12 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) sowie der Anlage 6 dieser Regelsammlung geregelt sind. Demzufolge muss Ihre Sehschärfe auf beiden Augen – mit oder ohne Sehhilfe wie z. B. einer Brille oder Kontaktlinsen – mindestens bei 0,7 liegen. Dieser Wert entspricht ungefähr einer 70-prozentigen Sehleistung.

Um diese nachzuweisen, müssen Sie zunächst einmal einen Augenarzt oder alternativ einen Optiker aufsuchen. Entscheiden Sie sich dazu, den Sehtest für den Führerschein beim Optiker zu absolvieren, müssen Sie dort normalerweise nicht extra vorher anrufen. Beim Augenarzt sollten Sie sich jedoch im Vorfeld nach einem Termin erkundigen. Danach geht das Ganze wie folgt vonstatten:

  • Erst einmal müssen Sie Ihre Identität durch Ihren Personalausweis oder alternativ Ihren Reisepass nachweisen. Sowohl Augenärzte als auch Optiker sind gesetzlich dazu verpflichtet, vor dem Sehtest für den Führerschein eine Identitätskontrolle durchzuführen.
  • Danach beginnt der eigentliche Sehtest. Um zur Autoprüfung zugelassen zu werden, müssen Sie durch eine spezielle Vorrichtung schauen und Ihnen werden sogenannte „Landoltringe“ in verschiedenen Größen gezeigt.
  • Bei diesen Ringen befindet sich die Öffnung entweder unten, links, oben oder rechts. Sie müssen lediglich der verantwortlichen Person mitteilen, wo welcher Landoltring geöffnet ist.
  • Beim Sehtest für den Führerschein wird die Sehleistung „monokular“ überprüft. Aus diesem Grund muss jedes Auge einzeln einer Untersuchung unterzogen werden.

Nach ca. 10 bis 15 Minuten ist der Test in der Regel abgeschlossen. Im Anschluss können Sie den Nachweis vom bestandenen Sehtest in der Fahrschule vorlegen. Bedenken Sie: Beim Sehtest für den Führerschein ist eine Gültigkeit von maximal zwei Jahren vorgeschrieben. Ist seit dem Test bereits mehr Zeit vergangen, ist er nicht mehr gültig und Sie benötigen als Nachweis für die Fahrschule einen neuen Sehtest.

Führerschein-Sehtest: Welche Kosten entstehen?

Was kostet der Sehtest für den Führerschein?
Was kostet der Sehtest für den Führerschein?

Die Kosten bei einem Sehtest für den Führerschein legt die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) fest. Dieser Verordnung zufolge müssen Anwärter auf eine Fahrerlaubnis mit einem Betrag von 5,40 Euro für den Sehtest rechnen.

Da noch 19 Prozent Mehrwertsteuer dazukommen, liegt der Endbetrag im Regelfall bei 6,43 Euro.

Sehtest für den Führerschein: Sie haben nicht bestanden?

Haben Anwärter auf einen Führerschein den Sehtest nicht bestanden, ist es ganz normal, dass sie sich erst einmal Sorgen machen. Schließlich erhalten sie ohne bestandenen Sehtest auch keinen Führerschein. Diese Sorgen sind jedoch vollkommen unbegründet. Schließlich besagt § 12 Absatz 2 FeV, dass Anwärter den Test wiederholen dürfen, wenn die vorgeschriebene Sehstärke nicht erreicht wurde.

Den nächsten Versuch sollten sie dann jedoch mit einer benötigten oder einer verbesserten Sehhilfe wagen. Um sich eine solche zu besorgen oder die bereits vorhandene anpassen zu lassen, empfiehlt sich ein Termin beim Augenarzt. Wenn Sie als Anwärter auf eine Fahrerlaubnis ohnehin schon dort sind, kann dieser nach dem Verschreiben oder Anpassen der jeweiligen Sehhilfe gleich den Sehtest für den Führerschein vor Ort vornehmen.

Bedenken Sie jedoch: Bestehen Sie den Sehtest für den Führerschein nicht ohne Hilfsmittel, wird diese Tatsache in der Regel auf Ihrer Fahrberechtigung vermerkt. Dies geschieht anhand verschiedener Schlüsselzahlen (z. B. 01.01 für eine benötigte Brille und 01.02 für benötigte Kontaktlinsen). Auf diese Weise kann kontrolliert werden, ob Sie sich auch an diese Auflagen halten.

Sollten Sie ohne Kontaktlinsen bzw. ohne Brille fahren und bei einer polizeilichen Verkehrskontrolle erwischt werden, besteht die Konsequenz gemäß Bußgeldkatalog normalerweise aus einem Verwarnungsgeld von 25 Euro. Sollten Sie jedoch eine Gefährdung oder sogar einen Unfall herbeiführen, weil Sie ohne Hilfsmittel schlichtweg nicht ausreichend gut sehen, kann Ihnen das Ganze auch als fahrlässige Körperverletzung ausgelegt werden. In diesem Fall steht laut § 229 des Strafgesetzbuches (StGB) eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren im Raum.

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