Auto folieren (Car Wrapping): Kosten und Risiken

Es ist an sich erlaubt, das eigene Auto zu folieren. Es müssen jedoch Regeln eingehalten werden.
Es ist an sich erlaubt, das eigene Auto zu folieren. Es müssen jedoch Regeln eingehalten werden.

Obwohl der deutsche Gesetzgeber relativ strenge Auflagen in Bezug auf Fahrzeugmodifikationen aufgestellt hat, erfreut sich Tuning auch in Deutschland teilweise großer Beliebtheit. Ob Beleuchtung modifiziert wird oder Felgen visuell ein Upgrade serviert bekommen; Hobbyschrauber erfreuen sich daran, ihr Fahrzeug hervorzuheben.

Um ein besonderes Aussehen zu kreieren, nutzen viele Tuning-Freunde die sogenannte Autofolierung. Der vorliegende Ratgeber begutachtet das Thema „Auto folieren“ im Detail. Hier erfahren Sie unter anderem, wie Autofolie genutzt wird, welche Risiken diese mit sich bringt und welche Kosten dabei entstehen können. Nicht zuletzt werden Sie darüber informiert, welche gesetzlichen Vorgaben Hobby-Tuner beachten müssen, wenn sie farbige Folie über ihr Fahrzeug spannen.

Was macht Autofolie aus und unterscheidet sie sich von Lackierung?

Die Farbe ist bei einem Auto oder einem anderen Fahrzeugtyp eines der Alleinstellungsmerkmale. Gerade ältere Pkw erkennt man oft daran, dass der Lack eindeutige Gebrauchsspuren zeigt. Wer bei seinem alten Vehikel für frischen Wind sorgen will, setzt daher häufig beim Aspekt der Farbgebung an.

Tuning-Freunde stehen an diesem Punkt vor der Qual der Wahl und vor der Frage: „Greife ich zu Autofolien oder zu den Lackdosen?“ Damit Sie sich entscheiden können, ob Sie Ihr Auto folieren oder lackieren, sollten Sie sich die essentiellen Unterschiede zwischen beiden Methoden vor Augen halten und dann abwägen.

Infos über spezielle Autofolien

Das spricht für die Lackmethode

Die farbliche Komplettumwandlung eines Kraftfahrzeugs kann den Besitzer schnell vor eine Herausforderung stellen. Dabei bietet eine typische Lackierung viele Vorteile, die sich nicht von der Hand weisen lassen.

Es ist sogar möglich, die eigenen Felgen folieren zu lassen.
Es ist sogar möglich, die eigenen Felgen folieren zu lassen.

Nicht grundlos rollen Autos lackiert vom Fertigungsband: Die Beschichtung sorgt nicht nur in der Anfangsphase für ein besonders strahlendes Erscheinungsbild. Sie schützt auch vor Korrosion.

Dazu kommt, dass Lackierungen bei guter Pflege eine lange Lebensdauer besitzen. Kommt es wegen Parkremplern zu kleinen Schäden, lassen sich diese oft leicht ausbessern. Weiterhin ist zu beachten:

  • Auch Schrammen, Kratzer und Dellen, die durch schwere Unfälle oder gar Unwetter entstehen, lassen sich relativ einfach wieder „ausbügeln“.
  • Wollen Tuning-Freunde jedoch nur temporär die farbliche Erscheinung an ihrem Fahrzeug verändern, ist es sinnvoller Folie einzusetzen. Auch diejenigen, welche Werbung auf ihrem Auto anbringen wollen, folieren besser als zu lackieren.
Einer der signifikantesten Unterschiede zwischen Fahrzeugfolierung und Lackeinsatz: Letzteres verschlingt schon einmal 30 bis 50 Prozent mehr an Kosten. Das liegt mitunter daran, dass Lackierer einen deutlich höheren Arbeitsaufwand betreiben müssen. Dabei sind nämlich mehrere Einzelschritte möglich, bevor der Lack fertig angebracht ist. So gilt es unter anderem, das Fahrzeug von Schmutz und Unebenheiten zu befreien, bevor überhaupt der Lackiervorgang beginnen kann.

Kfz-Folierung ist oft günstiger und bietet weitere Vorteile

Doch nicht nur der Preis spricht für die Folierung. Wer sich dafür entscheidet, sein Auto zu folieren, profitiert auch von der Widerstandsfähigkeit der Spezialfolie, die für gewöhnlich zum Einsatz kommt. Beim Car Wrapping kann eine Folie zudem individuell bedruckt werden. Es gibt weiterhin Sprühfolien, die für unterschiedliche Autoteile, wie Türgriffe und Felgen, genutzt werden können.

Soll das eigene Auto eine Folierung spendiert bekommen, die länger halten soll, sollten sich Interessierte für durchgefärbte Klebefolien entscheiden. Diese besitzen eine längere Lebensdauer als es bei bedruckten Folien der Fall ist, welche durch Umwelteinflüsse wie Regen und Sonnenstrahlung schnell verblassen können. Durchgefärbte Klebefolien sind dabei nicht selten auch sehr reißfest und dehnbar.

Je nach Folienart können sogar Verschleißschäden am Auto minimiert werden. So ist es beispielsweise unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, getönte Autofolien für die Scheiben zu nutzen. Diese erhöhen dann nicht nur den UV-Schutz. Sie schützen mitunter auch vor starker Hitze und erschweren Glasschäden. Ähnlich schützt eine Klebefolie, die an der Außenseite eines Autos angebracht wird, auch vor Steinschlag.
Das eigene Auto mit Folie bekleben: Dadurch können neue Farben ausprobiert werden.
Das eigene Auto mit Folie bekleben: Dadurch können neue Farben auspro­biert werden.

Betroffene, die ihr Auto folieren, sind darüber hinaus flexibler als diejenigen, welche frische Farbe auftragen lassen:

  • Die angebrachte Folie kann in der Regel leicht und schnell wieder entfernt werden.
  • Bei der Ablösung kommt es unter Einsatz passendener Mittel nicht zu Lackschäden oder anderen Rückständen.
  • Der Schutz vor Steinschlägen und UV-Strahlen sorgt dafür, dass das Äußere eines Autos länger gut gepflegt erscheint. Das erhöht später den Wiederverkaufswert.
  • Folieren Fahrer ihr Auto, besitzen sie extrem vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Denn diese „Überzieher“ können für gewöhnlich auf nahezu allen glatten Oberflächen angebracht werden. Wer Lust dazu hat, kann sie sogar im Innenraum eines Fahrzeugs nutzen.

Es zeigt sich also: Interessierte haben verschiedene Möglichkeiten. Ob sie ihr Auto folieren oder neu lackieren lassen – welche Methode sinnvoller ist, hängt im Endeffekt vom Einzelfall ab. Beim Entscheidungsprozess kann es hilfreich sein, sich die folgenden Fragen zu stellen: Wie viel Geld will ich ausgeben? Wie lange soll der neue Look bestehen bleiben? Möchte ich die Möglichkeit haben, zwischendurch Änderungen vorzunehmen?

Autofolierung birgt einige Risiken

Der Gedanke, das eigene Auto zu folieren, erscheint vielen Tuning-Freunden interessant. Dabei ist jedoch auch zu beachten, dass beim eigentlichen Vorgang Fehler geschehen können, die sich auf das äußere Erscheinungsbild negativ auswirken. So ist es nicht immer auszuschließen, dass gut sichtbare Blasen zurückbleiben, welche durch Lufteinlagerungen unter der Folie entstehen. Wer dem entgegen wirken will, sollte auf gegossene Folien setzen.

Diese können durchaus etwas teurer als Klebefolien ausfallen. Dafür haben sie jedoch den Vorteil, dass entstandene Blasen nach dem Auftragen ohne Rückstände weggedrückt werden können. Es zeigt sich, dass die unterschiedlichen Autofolien sich teilweise doch stark voneinander unterscheiden. Neulinge, die von den verschiedenen Begriffen verwirrt sind, sollten sich zunächst im Fachhandel beraten lassen.

Entscheiden sich Tuning-Neulinge dafür, in einer Werkstatt ihr Auto folieren zu lassen, müssen sie außerdem eine gewisse Wartezeit einplanen, bis sie wieder fahren können. Natürlich ist dabei auch entscheidend, wie viele Flächen mit Folie eingedeckt werden sollen. Bei größeren Flächen kann der Vorgang schon einmal mehrere Tage verschlingen.

Das eigene Auto selber folieren – eine gute Idee?

Entschließen Sie sich, das eigene Auto komplett zu folieren, müssen Sie mit höheren Kosten rechnen.
Entschließen Sie sich, das eigene Auto komplett zu folieren, müssen Sie mit höheren Kosten rechnen.

Es kommt durchaus immer wieder vor, dass sich Tuning-Liebhaber dazu entschließen, ihr Auto selbst zu folieren.

Schon der Preis, der dadurch für gewöhnlich niedriger ausfällt, ist dabei ein entscheidender Faktor. Doch sollten sich Laien wirklich selbst und ohne Hilfe eines Fachmannes an dieses Unterfangen wagen? Betroffene sollten diese Frage genau abwägen, bevor sie Investitionen tätigen und feststellen, dass sie allein vor Problemen stehen.

Ohne Zweifel können bei der Autofolierung Kosten gespart werden, wenn auf professionelle Hilfe verzichtet wird. Es ist jedoch zu bedenken, dass vor allem eine großflächige Folierung einer ruhigen Hand bedarf, die weiß, was sie tut. Sonst kommt es schnell zu Schwierigkeiten, die frustrieren können. Darüber hinaus benötigen Betroffene nicht nur ein gewisses Maß an Geduld und Geschick. Auch das passende Werkzeug muss vorhanden sein, um nicht zwischendrin ins Stocken zu geraten. Dazu gehören mitunter ein Föhn und ein sogenannter Kunsstoffrakel, der zum Glattziehen genutzt wird. Weiterhin ist zu beachten:

  • Übernehmen Sie selbst die Aufgabe, Ihr Auto zu folieren, müssen Sie die Umgebungstemperatur berücksichtigen. Es sollte eine Temperatur von etwa 20 bis 25 Grad Celsius herrschen, damit Autofolien richtig haften.
  • Auch wenn es draußen warm genug ist, sollten Sie stets drinnen ihr Auto folieren. Denn an der frischen Luft wehen Schmutzpartikel umher, welche das Endergebnis negativ beeinflussen können.

Unerfahrene „Folienkleber“ sollten sich zunächst an kleinen Projekten versuchen, bevor sie großflächig arbeiten. So bietet es sich beispielsweise an, erst einmal nur die Motorhaube zu folieren. Dabei ist es auch wichtig, nicht einfach die absolut günstigste Folie zu kaufen, ohne auf die Qualität zu achten. Do-It-Yourself-Fans sollten sich zumindest beim Kauf vom Händler beraten lassen, wenn sie sich nicht auskennen.

Achten Sie vor dem Folieren darauf, dass keine Dellen, Kratzer oder gar Rost auf der Fläche sichtbar sind, die den neuen Look erhalten soll. Andernfalls können diese Makel durchaus später durch die Folienbeschichtung scheinen. Wenn Sie Ihr Auto folieren und schon ahnen, dass sie den Vorgang später rückgängig machen wollen, müssen Sie außerdem ein spezielles Trennmittel auftragen. Sonst kann sich der Lack mit ablösen.

Bei Autofolierung können Preise variieren

Wie bereits erwähnt, sind beim Car Wrapping die Preise in der Regel niedriger als bei einer neuen Lackierung. Eine feste Summe lässt sich jedoch nicht benennen.

Beim Pkw darf eine Folierung der vorderen Scheiben in der Regel nicht erfolgen.
Beim Pkw darf eine Folierung der vorderen Scheiben in der Regel nicht erfolgen.

Denn das Preisspektrum ist, abhängig von Qualität, Folienart und Arbeitsprozessen, breit gefächert. So ist es theoretisch möglich, schon für etwa 500 Euro das eigene Auto folieren zu lassen. Für so einen Preis darf jedoch nicht erwartet werden, dass ein Auto in seiner kompletten Erscheinung foliert wird. Dabei ist es eher wahrscheinlich, dass bestimmte Flächen, wie beispiels­weise Türgriffe, Außenspiegel und Stoßfänger ausgelassen werden.

Wollen Sie Ihr Auto folieren und gleichzeitig eine Qualitätskontrolle durchführen lassen? Dann sollten Sie lieber etwas tiefer in die Tasche greifen. Je mehr Wert jedoch auf Folienqualität und Perfektion beim Folierungsvorgang gelegt wird, desto teurer ist der Spaß am Ende. Damit keine böse Überraschung auf Sie wartet, sollten Sie mit dem Verantwortlichen genau absprechen, wie viel Sie investieren wollen und was dafür zu erwarten ist. Ansonsten kann plötzlich eine Rechnung über 3.000 Euro vorliegen. Aber im Normalfall erhalten Autobesitzer schon für etwa 1.500 Euro gute Ergebnisse.

In Bezug auf die Kosten sind auch weitere Faktoren entscheidend: Welcher Fahrzeugtyp liegt vor? Ist das Unternehmen seriös? Kommen Fahrzeugreinigungskosten dazu? Die Antworten auf diese Fragen sind in den meisten Fällen mitentscheidend bei der endgültigen Endkostensumme.

Haben Sie Ihr Auto erfolgreich folieren lassen, können jedoch noch Folgekosten aufkommen. Wollen Sie nämlich möglichst lange etwas von dem neuen Folienglanz haben, sollten Sie nicht bei der Pflege sparen. Damit sich Schmutz nicht festsetzt, empfiehlt sich der gelegentliche Besuch in der Waschstraße oder alternativ eine Handwäsche. Möglich sind auch Spezialreinigungen beim Folierer. Diese sind jedoch deutlich kostenintensiver, als es bei den anderen Optionen der Fall ist.

Das schreibt das Gesetz vor

In Bezug auf Tuning besitzt der deutsche Gesetzgeber bisher nicht viel Toleranz. Es ist jedoch im Prinzip immer möglich, Modifikationen am eigenen Fahrzeug vorzunehmen, solange dabei keine bestehenden Gesetze verletzt werden. Das gilt auch, wenn Tuning-Freunde ihr eigenes Auto folieren wollen.

Eine Autofolierung der hinteren Scheiben ist zulässig.
Eine Autofolierung der hinteren Scheiben ist zulässig.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Diese macht klare Vorgaben dazu, wie die einzelnen Teile eines Autos beschaffen sein müssen.

Wollen Sie beispielsweise mit Folien die Scheiben ihres Autos tönen, darf dabei nicht gegen § 40 StVZO verstoßen werden. In Absatz 1 des Paragraphen steht geschrieben:

Sämtliche Scheiben – ausgenommen Spiegel sowie Abdeckscheiben von lichttechnischen Einrichtungen und Instrumenten – müssen aus Sicherheitsglas bestehen. Als Sicherheitsglas gilt Glas oder ein glasähnlicher Stoff, deren Bruchstücke keine ernstlichen Verletzungen verursachen können. Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein.“

Diese Gesetzespassage sorgt dafür, dass die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben in der Regel nicht durch Tönungsfolien verändert werden dürfen. Dunkle Tönungsfolien sind so nur hinten im Auto erlaubt. Auch hellere Farbveränderungen werden vom TÜV eher abgelehnt. Denn Autofolie birgt immer das Risiko, Blasen zu werfen, was wiederum für unerlaubte Sichteinschränkungen sorgen würde. Es gilt also zu beachten:

  • Dunkle Tönungen sind nur bei den hinteren Seitenscheiben und der Heckscheibe erlaubt.
  • Ein zehn Zentimeter breiter Tönungsstreifen darf jedoch in der Windschutzscheibe „eingebaut“ werden. Teilweise sind Autos, die vom Förderband kommen, damit schon ausgestattet. Dafür muss jedoch eine Bauartgenehmigung nach § 22a StVZO vorliegen. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis.
  • Sonstige Aufkleber, die auf der Windsschutzscheibe liegen, dürfen nicht größer als 0,1 m² sein.
  • Drei Viertel der Scheibenfläche müssen immer frei von Aufklebern bleiben.

Doch nicht nur die Scheiben müssen zu großen Teilen ohne Folie auskommen. Wenn Sie Ihr Auto folieren, müssen Sie besonders streng darauf achten, dass Scheinwerfer oder andere Beleuchtungselemente nicht beeinträchtigt werden. Denn dabei versteht der Gesetzgeber noch weniger Spaß. So gibt die StVZO auch vor, wie die Lichter am Auto beschaffen sein müssen, beispielsweise in Bezug auf Lichtfarbe und Positionierung der Scheinwerfer.

Wer sein Auto folieren lässt und dadurch gegen ein bestehendes Gesetz verstößt, darf nicht überrascht sein, wenn er erwischt wird und ein Verwarn- oder Bußgeld zahlen muss. Je nach Verstoß fallen dabei die Sanktionen unterschiedlich aus. Getönte Autoscheiben, welche die Sicht unerlaubt einschränken, sorgen beispielsweise für ein Verwarngeld von 10 Euro. Wer jedoch ohne Betriebserlaubnis fährt und dabei den Verkehr gefährdet, darf 90 Euro zahlen und erhält einen Punkt im Flensburger Register.
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