Stationäre Blitzer: Mehr Sicherheit durch fest installierte Messgeräte

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Gerade an Unfallschwerpunkten befinden sich feste Blitzer

An gefährlichen Kreuzungen befinden sich oft Blitzer, die fest installiert sind.
An gefährlichen Kreuzungen befinden sich oft Blitzer, die fest installiert sind.

Geschwindigkeitskeitsüberschreitungen sind im deutschen Straßenverkehr an der Tagesordnung. Viel zu oft gehen Auto­fahrer leichtfertig mit den erlaubten Höchstgeschwindigkeiten um und setzen sich ohne schlechtes Gewissen darüber hinweg.

Dass ein solches Verhalten jedoch nicht nur Gefahren für sie selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer birgt, blenden viele dabei vollends aus.

Daher befinden sich vor allem an Straßenabschnitten, die für Unfälle prädestiniert sind, stationäre Blitzer. Im Gegensatz zu mobilen Blitzern haben die fest installierten Geräte zwar den Nachteil, dass sich vor allem Ortskundige schnell einprägen, wo sie sich befinden, allerdings erfüllen die stationären Messanlagen dabei trotzdem ihren eigentlichen Zweck: Es wird langsamer gefahren und das Unfallrisiko so gesenkt.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie über die Funktionsweise fester Blitzer und gehen darauf ein, auf welche verschiedenen Arten die Messungen der Geschwindigkeit durchgeführt werden können. Außerdem erfahren Sie, welche Toleranz abgezogen werden muss, wenn stationäre Blitzer zum Einsatz kamen und mit welchen Kosten ein solches Messgerät verbunden ist.

Wie funktionieren stationäre Blitzer?

Je nachdem, welche Messtechnik zum Einsatz kommt, funktionieren feste Blitzer in Deutschland auf eine andere Art und Weise. Im Folgenden haben wir für Sie drei stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen inklusive ihrer Funktionsweise zusammengefasst.

Feste Radarfallen: In Deutschland die wohl bekanntesten Blitzer

Stationäre Blitzer: Ihre Funktionsweise richtet sich nach der einzusetzenden Messtechnik.
Stationäre Blitzer: Ihre Funktionsweise richtet sich nach der einzusetzenden Messtechnik.

Stationäre Radaranlagen (umgangs­sprachlich „Radarfallen“) verfügen in Deutschland wohl über den größten Bekanntheitsgrad. Es handelt sich dabei um grüne Kästen mit zwei Öffnungen, die elektromagnetische Signale produzieren. Sobald diese auf ein Fahrzeug treffen, werden sie reflektiert und zum Messgerät zurückgeschickt.

Dabei findet eine Veränderung der elektromagnetischen Signale statt („Doppler-Effekt“). Die gefahrene Geschwindigkeit kann der stationäre Blitzer anhand des sich immer weiter verringernden Abstandes zwischen Kfz und Messgerät feststellen. Überschreitet das gemessene Ergebnis den zuvor eingestellten Maximalwert, löst ein Blitz aus und es wird eine Aufnahme von Fahrer und Kennzeichen angefertigt.

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Unter der Fahrbahn verborgene Piezosensoren

Hierbei müssen zunächst spezielle Messingstreifen unterhalb der Fahrbahn verlegt werden. Auf diesen befinden sich sogenannte Piezokristalle, die wiederum von einem widerstandsfähigen Dichtungsmaterial abgedeckt werden. Überfahrt ein Fahrzeug die Streifen, nehmen die Kristalle dies als eine sogenannte „mechanische Verformung“ wahr und es kommt zu einer elektrischen Entladung.

Wie schnell der betroffene Fahrer unterwegs war, kann dieser stationäre Blitzer anhand der Zeit bestimmen, wann welcher Streifen jeweils überfahren wurde und wann entsprechend eine Veränderung der elektrischen Spannung stattfand. Wurde die maximal erlaubte Geschwindigkeit überschritten, löst eine integrierte Kamera aus und schießt ein Foto vom jeweiligen Verkehrssünder inklusive Nummernschild.

Induktionsschleifen arbeiten mit einem Magnetfeld

Die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung kann auf verschiedene Arten erfolgen.
Die stationäre Geschwindigkeits­überwachung kann auf verschiedene Arten erfolgen.

Ähnlich wie bei der Messung mit Piezosensoren müssen Induktionsschleifen zunächst parallel zueinander unter der Fahrbahndecke installiert werden. Sobald ein Kfz den Messbereich überfährt, findet eine Veränderung des Magnetfeldes statt. Diese wird von allen sich unter der Fahrbahn befindlichen Schleifen wahrgenommen.

Die gefahrene Geschwindigkeit kann der stationäre Blitzer wiederum anhand der zeitlichen Differenz ermitteln. Bei einer vorliegenden Überschreitung der Geschwindigkeit löst eine Kamera aus und bannt den Raser sowie das Kennzeichen seines Fahrzeugs auf eine Fotoaufnahme.

Übrigens: Mittlerweile gibt es neue stationäre Blitzer, die ohne Blitz arbeiten. Der TraffiStar S 330 beispielsweise bewegt sich im Infrarotbereich, der für das menschliche Auge so gut wie unsichtbar ist.

Messgeräte dieser Art werden auch „Schwarzlichtblitzer“ genannt und kommen vorzugsweise in Tunneln zum Einsatz. Dies ist darin begründet, dass sich Autofahrer nicht erschrecken, wenn sie geblitzt werden, und dadurch möglicherweise ein Risiko im Verkehr darstellen.

Fest installierte Blitzer: Welche Toleranz muss abgezogen werden?

Um möglicherweise geringe Fehler bei der Messung durch stationäre Blitzer auszugleichen und so die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ermitteln zu können, kommt es stets zu einem gewissen Toleranzabzug. Dieser gestaltet sich normalerweise folgendermaßen:

  • Lag die Geschwindigkeit unter 100 km/h, müssen 3 km/h abgezogen werden.
  • Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h sollte ein Abzug von 3 Prozent erfolgen.
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Wie sieht es mit der Verwendung von Blitzer-Apps aus?

Es ist verboten, z. B. feste Radarfallen auf der Autobahn durch Blitzer-Apps ausfindig zu machen.
Es ist verboten, z. B. feste Radarfallen auf der Autobahn durch Blitzer-Apps ausfindig zu machen.

Heutzutage existieren zahlreiche Möglichkeiten, um sich vor Blitzern warnen zu lassen. Neben einem im Navigationssystem integrierten Radarwarner nutzen einige Autofahrer spezielle Apps für das Smartphone, welche sie darauf hinweisen, wo mit der nächsten Geschwindigkeitskontrolle zu rechnen ist. Solche Blitzer-Apps sind vor allem bei mobilen Messgeräten sehr praktisch, wobei sie nicht ortsansässigen Fahrern auch in Bezug auf stationäre Blitzer in Deutschland eine Hilfe sein können.

Doch ist die Nutzung solcher Apps überhaupt erlaubt? § 23 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) besagt dazu Folgendes:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungs­maßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).“

Werden Sie im Zuge einer polizeilichen Verkehrskontrolle bei der Verwendung eines derartigen Geräts erwischt, bestehen die Konsequenzen in der Regel aus einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg. Diese Sanktionen kommen quasi einem Tempoverstoß von 21 km/h gleich.

Existieren stationäre Blitzer, die den Abstand messen?

Eine gänzlich stationäre Abstandsmessung gibt es in der Regel nicht. Allerdings kann beispielsweise von einer Brücke auf der Autobahn eine Messung des Sicherheitsabstands vorgenommen werden. Bei dieser Variante arbeiten die Beamten der Polizei sozusagen mit einer teilweise festen Videoabstandsmessanlage (VAMA) zusammen.

Das Ganze funktioniert wie folgt:

  • Es bedarf zunächst zweier Videokameras, die sich auf der Brücke über der Autobahn befinden. Diese sind in der Lage, auf einer Strecke von ca. 700 Metern alle Fahrstreifen im Blick zu behalten.
  • In Brückennähe sitzen zwei Polizisten in ihrem Fahrzeug. Von dort aus können sie auf einem Monitor verfolgen, welche Bilder die Kameras aufnehmen.
  • Bemerken die Beamten dabei einen Abstandsverstoß, können Sie einen Blitzer auslösen, der sich neben der Brücke befindet, um an ein Foto des Verkehrssünders zu gelangen.

Stationäre Blitzer, die sich lediglich auf Abstandsmessungen verstehen, gibt es normalerweise nicht. Dafür kann die Polizei jedoch auf zahlreiche mobile Geräte zurückgreifen, um Fahrer zu überführen, die sich nicht an den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand halten.

Was kostet ein stationärer Blitzer?

Die Kosten für stationäre Blitzer können laut Herstellerangaben zwischen 80.000 und 100.000 Euro liegen. Je nachdem, wie viele Raser geblitzt werden, kann dieser Betrag allerdings bereits nach etwa einem Jahr wieder erwirtschaftet werden. Die Chancen darauf stehen jedoch besser, wenn ein Blitzer nicht stationär, sondern mobil eingesetzt wird. Dies ist im damit verbundenen Überraschungseffekt begründet, auf den feste Blitzer nicht zurückgreifen können.

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